Rückblick 2016

Passionsspiel am Palmsonntag in Dingelsdorf

Ein besonderes Gepräge erhielt der Gottesdienst am Palmsonntag 2016 in St. Nikolaus Dingelsdorf durch das Passionsspiel, das in der Form eines Singspiels von Kindern dargestellt wurde. Die Gemeinde war beieindruckt und auch tief berührt vom Spiel und Gesang der jungen Darsteller und Solisten. Die musikalische Begleitung hatte eine Gruppe von Eltern und ein Oberministrant übernommen. Am Karfreitag zeigten die Kinder das Spiel noch einmal für die Erstkommunionkinder der Bodanrückgemeinden und ihre Familien.
(Fotos: Elke Müller)

Pater Michael Heinz wird zu unserer Freude Leiter von Adveniat

Es war für uns eine Überraschung, dass unser Missionar Pater Michael Heinz, mit dem wir über Pfarrer Bernd Zimmermann in gutem Kontakt stehen, Leiter von Adveniat geworden ist. Michael Heinz ist Schüler von Pfarrer Zimmermann, der im Arnold-Janssen Gymnasium St. Wendel Deutsch, Religion und Musik unterrichtete, und machte bei ihm in Deutsch Leistungskurs und Religionslehre das Abitur. Unsere Gemeinden hatte er mehrfach besucht , auch von unserem Weltladen war er beeindruckt. Eva Hirt aus Litzelstetten war über ein Jahr bei ihm in Bolivien im Auslandsdienst. Seine Projekte haben wir unterstützt.

Weiterlesen...

Perfekte Liebe: Wie Hochzeiten immer mehr zum Event werden

Ein Gespräch über die Liebe mit Pfarrer Bernd Zimmermann (gekürzt)

(…)Ortswechsel. Ein Besuch bei dem Mann, der für die Tradition zuständig ist: Pfarrer Bernd Zimmermann sitzt an dem hölzernen, runden Tisch in seinem Wohnzimmer im Pfarrhaus Litzelstetten. In der Ecke steht eine Gitarre, im Bücherregal ein Bildband über London und die Bibel, auf dem Kamin eine Matruschka-Figur. "Ein Dankesgeschenk eines Paares, das ich mal getraut habe", sagt er und überschlägt: Etwa 750 Brautpaare aus der ganzen Welt saßen schon hier, zum traditionellen Traugespräch. Hochzeitsplaner lassen sich da nicht vorschicken, betont Zimmermann. Kostenfaktor: Null Euro. "Ich mache das gerne", sagt Zimmermann. Auch, wenn das für ihn auch viel Arbeit bedeutet.

Fast jedes Wochenende im Sommer sind auf der Mainau Hochzeiten, die er traut. Mit den Paaren geht er vorher das verbindliche „Ehevorbereitungsprotokoll“ durch, eine „Niederschrift zur kirchlichen Ehevorbereitung und Eheschließung“. Darunter ist zum Beispiel auch das „grundsätzliche Ja zum Kind“ und das Versprechen, sie im katholischen Glauben zu erziehen. Diese Gespräche, sagt Zimmermann, nimmt er sehr ernst. Bei einem zweiten Termin geht es darum, das Paar und ihre Liebesgeschichte für die Traurede besser kennen zu lernen. „Für mich ist das auch ein Glaubensgespräch."

Die beste Chance, die ein Pfarrer habe, mit den Menschen zusammen zu kommen – in einem sehr persönlichen Rahmen. „Der beste Moment zu einer hohen Zeit, sie in ihrem Glauben zu fassen“, formuliert es Zimmermann. Denn auch ihm ist klar: Die kirchlichen Trauungen seien zwar nicht bei ihm, aber insgesamt gesehen weniger geworden. Und es gibt Paare, die eine Kirche schon lange nicht mehr von innen gesehen haben – bis sie für die Trauung beim Pfarramt anklopfen.

Das Traugespräch sieht er deshalb auch als „besondere Form der Seelsorge.“ In seinem Schrank sind hunderte von Dankeskarten von Hochzeitspaaren aus drei Jahrzehnten verstaut. Zimmermann kann sich an fast alle erinnern. Auch, dass bei einer von diesen Hochzeiten die Ringe von einem Hubschrauber über der Mainau abgeworfen wurden.

Die Miete für die Schloßkirche auf der Mainau kostet alleine 600 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die weitere Location, das Essen, Musik, Dekoration. Für eine Hochzeit mit 70 Personen sollte man mindestens 14.000 Euro einplanen, in Großstädten eher um die 20.000 Euro, rechnet der Bund der Hochzeitsplaner auf seiner Homepage vor. Hinzu kommen Kleidung und Ringe, Besonderheiten, wie Live-Musik, Shuttle für die Gäste oder Kinderbetreuung. (…)

Südkurier vom 7.5.2016, Sandra Pfanner

Pfarrer Bernd Zimmermann geht in den Ruhestand: "Was ich bin, darf ich weiterleben"

Pfarrer Bernd Zimmermann, mit 75 Jahren der dienstälteste Pfarrer in Konstanz, geht in Ruhestand und kehrt im September in seine Heimatgemeinde zurück. Litzelstetten war seine erste und ist letzte Pfarrstelle. Er war hier mit 27 Dienstjahren ungewöhnlich lange.
 
Am 1. September kehrt Pfarrer Bernd Zimmermann der Kirche und dem Pfarrhaus in Litzelstetten und damit der Katholischen Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden den Rücken. Der 75-Jährige geht dann in den Ruhestand.


Bild: Aurelia Scherrer

Am 1. September kehrt Pfarrer Bernd Zimmermann der Kirche und dem Pfarrhaus in Litzelstetten und damit der Katholischen Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden den Rücken. Der 75-Jährige geht dann in den Ruhestand.

Blendend sieht Pfarrer Bernd Zimmermann mit seinen 75 Jahren aus. Trotz des bevorstehenden Abschieds von seinen Bodanrückgemeinden ist er glücklich. Am 1. September kehrt er in seine Heimatgemeinde Stühlingen zurück. Warum er sich freut? "Ich habe die Zusage, dass ich in den Gemeinden die Sonntagsmesse halten darf. Ich habe schon einen Plan bis November", erzählt er. Vor allem die Eucharistiefeier, aus der er Kraft schöpft, ist ihm wichtig. Tatenlosigkeit konnte er sich für seinen Ruhestand nicht vorstellen. "Das ist das Geschenk zum Schluss, dass ich nicht allein versauern muss. Und was ich bin, darf ich weiterleben", bekennt er offen.

"Ich bin der dienstälteste amtierende Pfarrer in Konstanz und der älteste Pfarrer überhaupt. Keiner ist 75", stellt Zimmermann fest, der auf eine weitere Besonderheit hinweist: "Litzelstetten und Mainau – meine erste und letzte Pfarrstelle", die er knapp 27 Jahre ausfüllte. Durchschnittlich wechselten Pfarrer nach sechs Jahren die Pfarrstelle, sagt er.

"Ich bin einer der wenigen, der schon als Kind Priester werden wollte", erzählt er. Aber das war sein Geheimnis, das er seinerzeit nicht einmal seinem Heimatpfarrer verriet, gleichwohl er "der eifrigste Ministrant" war. Der gebürtige Stühlinger besuchte Internat und Gymnasium bei den Steyler Missionaren in Aulendorf und St. Wendel. Nach dem Abitur absolvierte er das Philosophie- und Theologiestudium und erhielt 1970 die Priesterweihe. Sofort wurde er als Präfekt im Internat St. Wendel eingesetzt, wo er als Chor- und Orchesterleiter sowie als Seelsorger tätig war. Von 1974 bis 1979 studierte Zimmermann an der Universität Köln Germanistik, Linguistik und Theologie und war zudem Klinikseelsorger in Köln. "In vier Jahren machte ich das erste und zweite Staatsexamen", sagt Zimmermann.


Bild: Aurelia Scherrer

1979 kehrte er wieder an das Internat St. Wendel zurück, wo er in der Mittel- und Oberstufe Deutsch, Religionslehre und Musik unterrichtete. "Und ich war Vertrauenslehrer durch Wahl." Über diese Anerkennung seitens der Schüler freut er sich noch heute, denn er versuchte ein Lehrer zu sein, wie er ihn selbst nie gehabt hatte. "Ich habe gefordert und gefördert und war beliebt. Die Schüler hatten super Ergebnisse und die Schwächeren habe ich gut über die Runden gebracht", so Zimmermann.

"Nie habe ich auf Karriere hingearbeitet. Ich ging immer dahin, wohin ich gebraucht wurde", stellt der Pfarrer fest. 1989 wurden ihm die Pfarreien St. Peter und Paul Litzelstetten sowie St. Georg in Allmannsdorf übertragen. Mit der Schaffung der Seelsorgeeinheit Bodanrück 1999 übernahmen die Salesianerpatres Maria-Hilf und St. Georg, während Zimmermann die neue Seelsorgeeinheit Bodanrück mit Litzelstetten, Dingelsdorf und Dettingen aufbaute. In dieser Zeit hat er in seinen Gemeinden alle Kirchen renoviert und alle Kindergärten erweitert, resümiert er und fügt an: "Der größte Kindergarten, jener in Dettingen, ist auch schon wieder zu klein."

Auch den Orgeln galt sein Augenmerk. Kaum ein Jahr in Allmannsdorf, schon hatte er das dritte Manual für die Orgel in St. Georg angeschafft. Auch die neue Orgel in Litzelstetten und Dettingen ist mit sein Verdienst. Wenn er zurückblickt, stellt er doch etwas stolz fest: "In den ganzen Jahren habe ich nie einen Sonntagsgottesdienst ausfallen lassen", gleichwohl er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. "Und mehr als 800 Trauungen", fügt er mit einem Schmunzeln an, schließlich sei die Marienkirche auf der Insel Mainau sehr beliebt.

Dass er sich selbst in seinen Gemeinden nicht immer beliebt gemacht hat, weiß Pfarrer Bernd Zimmermann. Er steht zu seinen Fehlern. "Ich bin leicht aufbrausend, ungeduldig, sensibel, empfindlich und wenn ich mir etwas in den Kopf setze", charakterisiert er sich selbst. "Dafür werde ich mich am Sonntag noch entschuldigen." Lange Sitzungen beispielsweise lagen ihm gar nicht. Kurze, gute, zielorientierte Diskussionen waren ihm lieber. Dass er alle Kirchen wieder mit Beichtstühlen ausgestattet hatte, fanden einige Gläubige nicht toll. Von der Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit "bin ich überzeugt wie der Papst auch", so Zimmermann, der erzählt, dass Kinder gerne zum Beichten kämen. "Ich will keine Angst erzeugen. Im Gegenteil. Ich frage sie nach ihren Verletzungen. Da wissen sie viel. Und dann frage ich sie: Hast Du auch jemanden verletzt?", berichtet Pfarrer Zimmermann über diese Art der Seelsorge. Die Kinder vertrauten sich gerne an und erleichterten ihre Seele, froh über das Beichtgeheimnis. "Ich weiß manchmal mehr, als Lehrer oder mancher in der Familie."

Innerlich zufrieden ist Pfarrer Bernd Zimmermann, wenn er abends zum Litzelstetter Kirchturm blickt. "1989 habe ich gesagt, dieser Turm muss angestrahlt werden, aber Stiftungsrat und Kirchengemeinderat waren dagegen", erinnert er sich und fügt an, diesbezüglich habe er einmal Geduld gehabt. Mehr als 20 Jahre später hatte Ortschaftsrat Markus Riedle diese Idee und das gesamte weltliche Gremium war begeistert. "Er trat bittend an mich heran und ich habe im Stillen gelächelt. Ich brauchte nur noch gnädig zustimmen", erzählt Pfarrer Bernd Zimmermann und seine Augen funkeln dabei, denn seit 2012 wird der Kirchturm abends beleuchtet.


Abschiedsreigen

  • 3. Juli: Die Katholische Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden verabschiedet Pfarrer Bernd Zimmermann am Sonntag, 3. Juli, mit einem großen Festtag. Um 10 Uhr wird ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul gehalten. Gegen 11.30 Uhr gibt es ein Gemeindefest am katholischen Gemeindehaus in Litzelstetten mit Grußworten, Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie ein Bühnenprogramm.
  • 14. August: Auf der Insel Mainau wird Pfarrer Bernd Zimmermann das Patrozinium von St. Marien noch ein letztes Mal mit der Gemeinde feiern.
  • 1. September: Ruhestand von Pfarrer Bernd Zimmermann, den er in Stühlingen verbringen wird. Seine Nachfolge in der Katholischen Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden tritt Pfarrer Armin Nagel an, geboren 1972 in Messkirch, 2005 in Rom zum Priester geweiht. (as)

Bericht des Südkuriers vom 30.06.2016