Rückblick 2015

Der Pfarrgemeinderat, die Gemeindeteams und Ausschüsse in der neu errichteten Kirchengemeinde

Gemeinden brauchen ein Netzwerk von Menschen, die in der Nähe leben und Nähe zueinander herstellen. So bildet sich ein Raum menschlicher Beziehungen, in dem der Glaube seinen Ort findet. Das Beziehungsangebot gilt allen Menschen in unseren Orten - auch jene, die man niemals in der Kirche sieht. Die erste Aufgabe besteht im Kennenlernen, Dienste anbieten und Verbindungen knüpfen. Kirchliches Leben ist mehr als die Organisation kirchlicher Angebote. Es genügt nicht, Christen zu rufen, damit sie sich den Kirchgängern anschließen. Zuallererst geht es darum, überhaupt zu Christen zu werden.
(Aus: Briefe an das Gemeindeteam in Eglise en Poitou)

Wie können wir Beziehungen gut pflegen, wertvolle bewährte Strukturen erhalten und neue Begegnungsräume schaffen? Was können wir dafür tun, um uns gegenseitig im Glauben, Hoffen und Lieben zu stärken? Dies sind Fragen, die uns seit 01. Januar 2015 stark beschäftigen, seitdem die Pfarrgemeinden St. Peter und Paul Litzelstetten-Insel Mainau, St. Nikolaus Dingelsdorf-Oberdorf und St. Verena Dettingen-Wallhausen, zu einer rechtlich neuen Kirchengemeinde „Katholische Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden“ vereinigt wurden.

Seit dem 15. März diesen Jahres gibt es für diese Kirchengemeinde "nur" noch einen neu gewählten gemeinsamen Pfarrgemeinderat und einen gemeinsamen Stiftungsrat. Der Pfarrgemeinderat als Pastoralrat, Vertretung der Katholiken/innen der Kirchengemeinde und Organ der örtlichen, kirchlichen Vermögensverwaltung berät und entscheidet Fragen, die das Leben der Kirchengemeinde im Ganzen betreffen. Damit das Gemeindeleben vor Ort in den jeweiligen Gemeinden auch weiterhin lebendig bleibt, wurden im Herbst dieses Jahres die Gemeindeteams in den drei Pfarrgemeinden gebildet. Allen Kirchenmitgliedern, die sich bereit erklärt haben, in diesem Team gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, für die Gestaltung des Gemeindelebens vor Ort, durch die Wahrnehmung bestimmter Aufgaben und konkreter Dienste in Liturgie, Verkündigung und Diakonie, sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Eine wichtige Aufgabe von den Gemeindeteams ist es, mit den bestehenden, sehr wertvollen und bewährten Gruppierungen in unseren Gemeinden; Besuchsdienst, Kinderkirche oder Kleine Gemeinde, Frauengemeinschaften, Kirchenchöre, Gebetskreise, Liturgie-Kreise, Samaria-Kreis, Jugendgruppen und noch viele mehr, im Kontakt zu sein. Wir sind dankbar und freuen uns über die vielen engagierten Menschen, die unser Gemeindeleben auf so vielfältige Art mitgestalten und bereichern.

Am 4.6.15 feierten sehr festlich in Litzelstetten alle Bodanrückgemeinden gemeinsam das Fronleichnamsfest.

In Dingelsdorf wurde der Kindergarten um eine Krippe für 10 Kinder erweitert, die Eröffnungsfeier dazu fand am 23.4.15 statt. Außerdem wird vor Ort die Kirchenmauer instand gesetzt und untersucht, inwieweit ein Barriere freier Zugang zur Pfarrkirche baulich möglich wäre.

In Dettingen wurde im Mai ein sogenannter "Startpunkt", eine Anlaufstelle rund um Geburt und Eltern sein im Kinderhaus "St. Verena" geschaffen. Der Um- und Ausbau des Kinderhauses wurde im Sommer fertig gestellt, damit ist das Kinderhaus St. Verena mit 9 Gruppen und über 140 Plätzen

die größte Einrichtung für die Betreuung von Kindern im Alter von 1-6 Jahren in Konstanz.

In St. Verena in Dettingen bekamen in diesem Jahr am 16. und 17. Oktober insgesamt 60 Jugendlichen der Bodanrückgemeinden das Sakrament der Firmung durch Domkapitular Dr. Kohl gespendet.

Momentan beschäftigt uns die große Aufgabe, die uns auch im kommenden Jahr begleiten wird, wie wir auch in unserer Kirchengemeinde Flüchtlinge willkommen heißen und Ihnen Raum und Anschlussmöglichkeiten in unseren Orten ermöglichen können.

Regina Münch, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates

Ehemaliger Münsterdekan Emanuel Frey feiert diamantenes Priesterjubiläum

Seit 60 Jahren ist Emanuel Frey Priester. Die Bodanrückgemeinden feierten den früheren Münsterdekan gestern bei einem Festgottesdienst in der Kirche Sankt Peter und Paul. Pfarrer Bernd Zimmermann verlas Auszüge aus einem mehrere Seiten umfassenden Grußbrief des Freiburger Erzbischofs Stefan Burger.

Mit der Priesterweihe habe Frey seinem Leben eine neue Dynamik verliehen, schrieb Burger. Er lobte ihn als engagierten Pfarrer und als einen Mensch mit wacher Sensibilität. Ein Vorgesetzter beschrieb ihn einst als einsatzfreudig und vernünftig. Während seiner Zeit als Münsterpfarrer und als Dekan – was er nahe 14 Jahre lang war – habe er sich für eine zeitgemäße Seelsorge eingesetzt, berichtete der Erzbischof. Zudem sei er stets sehr engagiert gegenüber der Diözese aufgetreten, formulierte Burger.

Emanuel Frey genießt in Konstanz den Ruf eines Priesters, der gut mit und für Kinder und Jugendlichen arbeitete. Spricht man heute mit ehemaligen Ministranten aus seiner Zeit als Münsterpfarrer, sind diese des Lobes voll. Legendär waren auch die Freizeiten, bei denen sich Frey ganz als Mensch gab. Noch heute künden Dankesbriefe, Fotografien und gerahmte Bilder, die Frey in seinem Büro aufbewahrt, von dieser Zeit. Später als Rentner übernahm Frey manchen Gottesdienst in Litzelstetten. Auch diese Ministranten erzählten, dass sie ihn sehr gerne begleitet haben. Pfarrer Zimmermann schätzt an Frey besonders dessen positive und hilfsbereite Art auf Menschen zuzugehen.

Von Konstanz aus wurde Emanuel Frey nach Karlsruhe versetzt, wo er ebenfalls als Dekan wirkte. Erzbischof Burger lobte ihn für seine guten Kontakte zur evangelischen Landeskirche. Zudem habe Frey am Gelingen des Katholikentages 1992 einen wichtigen Anteil beigetragen. Nachdem er 2000 mit 71 Jahren in Ruherstand ging und sich in Litzelstetten niederließ, habe er die Menschen weiter an seinen Talenten und reichem Erfahrungsschatz teilhaben lassen, lobte der Erzbischof. „Die Freiburger Kirche hat ihm wahrhaftig viel zu verdanken“, schrieb er. „Ich danke Ihnen für ihr vorbildliches Zeugnis priesterlichen Wirkens“, schloss Stefan Burger.

Bernd Zimmermann, Pfarrer der katholischen Bodanrückgemeinden, gratuliert Emanuel Frey zum diamantenen Priesterjubiläum und überreicht einen Geschenkkorb.
Bild und Text: N. Schutzbach

Ein Chor zum Verlieben

„Gott achtet Dich, wenn Du arbeitest, aber er liebt Dich, wenn Du singst.“
Getreu dem Motto wollte wohl der Liebe Gott, dass ich zum Litzelstetter Chor komme. Denn es war an einem Sonntagvormittag nach dem Gottesdienst, als Ernst Niggenbölling meine Stimme und die von meinem Zwillingsbruder Mark lobte. Er fragte uns, ob wir nicht Lust hätten, mal mit zum Chor zu kommen. Mark studiert in Mannheim, also machte ich mir Gedanken, ob ich als westfälischer Preuße in diesen „Konschdanzer“ Kirchenchor passe.

Es gab gute Gründe: Da mein Opa nicht nur ein toller Sänger, sondern ein  seit ewigen Zeiten begeistertes Chormitglied in seiner sauerländer Heimat ist, sah ich die Zeit gekommen, in seine Fußstapfen zu treten. Einige Tage später schmetterte ich außerdem mit meiner WG-Mitbewohnerin Frauke bei ein, zwei (oder drei, vier?) Gläsern Wein das ein oder andere Liedchen am Küchentisch. Von ihrer Stimme begeistert, habe ich sie noch am selben Abend verhaftet, mit zur ersten Probe zu kommen! Also haben wir zwei uns am folgenden Dienstag um 20 Uhr auf zu unserem ersten Chortreffen im katholischen Gemeindezentrum gemacht.

Von Anfang an habe ich mich dort pudelwohl gefühlt. Wir wurden herzlich aufgenommen: Ich der neue Basssänger und Frauke die neue Altstimme. Offiziell haben wir den Altersdurchschnitt zwar radikal gesenkt, im Herzen sind unsere Chorfreunde aber jung geblieben!

Beeindruckt hat mich auch immer wieder aufs Neue, wie unsere Chorleiterin Andrea mit Charme, Witz, Geduld und einer wunderbaren Stimme „den Laden zusammen hielt“ und mit uns tolle Lieder erarbeitete. Beim Einstudieren derselben war sie selbst ab und zu überrascht, denn wir schafften es nicht selten, aus einem vierstimmigen Lied auch mal ein acht- oder 16-stimmiges Lied zu machen! Aber mit Gelassenheit und Übung hat sie uns immer wieder auf die gewünschte Vierstimmigkeit zurückgeführt und am Ende standen grandios gelungene Auftritte!

Wie aus dem Bilderbuch war unsere Männerfraktion: In der letzten Reihe sitzend sorgten wir für dumme Sprüche und gute Laune! Und gerne blieb der Großteil von uns (und von den Damen) nach der Probe zu einer gemütlichen Runde Bier und Wein noch ein, zwei Stunden da. Die perfekte Zeit, um sich näher kennen zu lernen!
So hat sich der Litzelstetter Kirchenchor zu etwas ganz Besonderem für mich entwickelt. Denn mit regelmäßigem Üben und einer gigantischen Portion Spaß konnten wir am Ende nicht nur auf uns, sondern auch auf unser Dorf stolz sein. Ich bin total froh, dass ich durch den Chor eine Menge Leute im Dorf und meine „Heimat auf Zeit“ besser kennenlernen konnte. Ich muss gestehen, dass ich nach meinem letzten Treffen etwas geknickt nach Hause gegangen bin, weil meine Zeit im Chor jetzt aus beruflichen Gründen endet. Es war eine tolle Zeit und ich werde mich immer gern an meinen Litzelstetter Chor zurück erinnern. Und es ist wahr, wenn ich zum Abschied sage: Wo man singt, da lass dich nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder!

Steffen Langer

Einführung des Gemeindeteams St. Nikolaus

Nachdem im März 2015 die Pfarrgemeinderäte für die Konstanzer Bodanrückgemeinden gewählt worden sind, haben nun auch die neu gebildeten Gemeindeteams ihre Arbeit aufgenommen.
Am Samstag 21. November wurden die Mitglieder des Gemeindeteams der Pfarrei St. Nikolaus im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell in ihr Amt eingeführt.
Das Gemeindeteam hat die Aufgabe, das kirchliche Leben vor Ort lebendig zu halten, zu fördern und so dafür Sorge zu tragen, dass Kirche vor Ort „ein Gesicht“ bekommt.

Gemeindeteam St. Nikolaus

Zum Gemeindeteam von St. Nikolaus Dingelsdorf gehören folgende Personen:
Matthias Ehret, Petra Hertkorn-Betz, Georg Hertkorn, Cordula Hogg, Stefan Kern, Anja Kind, Lore Matejka, Gabriele Neumann, Petra Renz, Jacques Schäfer, Herta Steiner, Michael Walheim.

Die Mitglieder des Gemeindeteams haben jeweils einen Verantwortungsbereich in der Pfarrei übernommen und helfen so mit, dass Bewährtes erhalten bleibt, aber auch neue Impulse gesetzt werden. Sie sind zudem Ansprechpartner für die Anliegen der Gemeindemitglieder.

Pfarrer Bernd Zimmermann überreichte die Beauftragungsurkunden und wünschte den Mitgliedern Gottes Segen für ihr Tun.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der von einem Projektchor unter der Leitung von Matthias  Ehret musikalisch gestaltet wurde, dankte Kerstin Kern im Namen des Pfarrgemeinderates der Konstanzer Bodanrückgemeinden den engagierten Christinnen und Christen für ihre Bereitschaft und wünschte viel Freude  bei der Erfüllung der Aufgabe.

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrheim gab es die Gelegenheit, mit den Mitgliedern des Gemeindeteams ins Gespräch zu kommen.