Orte der Geborgenheit für Kinder

Kindergarten St. Peter und Paul/Litzelstetten

Obwohl der Anbau des Kindergartens St. Peter und Paul in Litzelstetten sich verzögert hatte, konnte das Gebäude nun eingeweiht werden.

Viele direkt und indirekt am Bau Beteiligte hegten im Vorfeld Zweifel, ob der Anbau tatsächlich zum geplanten Einweihungsfest vorzeigbar sein würde. Doch alles lief nach Plan und Pfarrgemeinderätin Ute Heinz sagte bei den Feierlichkeiten am Sonntag: „Wer den Kindergarten gestern gesehen hat, kann an Wunder glauben.“ Auch Pfarrer Bernd Zimmermann war positiv überrascht und gestand, er habe die Handwerker in den vergangenen Tagen noch richtig angespornt. Grund für die Hektik zum Schluss waren Bauverzögerungen, geschuldet durch den harten Winter 2012/2013 sowie Verzögerungen bei Materiallieferungen aufgrund des Baubooms. Umso mehr freuten sich die Beteiligten, dass jetzt das Gebäude von Pfarrer Zimmermann geweiht und seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Kindergartenteam St. Peter und Paul
Bild: SK,Scherrer

„Das Haus vom Fließband ist bis heute eine Utopie“, stellte Christine Schmidt-Günther vom Konstanzer Architekturbüro Studio 2 fest. Das Bundesprogramm zum Ausbau der Krippenplätze habe einen deutlichen Anstieg der Neubauten und damit eine sehr gute Auftragslage in der Baubranche ausgelöst. Das sei eine der Ursachen, die in Litzelstetten für Bauverzögerungen gesorgt habe. Auch die Architektin freute sich, den Anbau des katholischen Kindergartens St. Peter und Paul nach zweieinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit seiner Bestimmung übergeben zu dürfen.

Im Erdgeschoss des Anbaus stehen 360 Quadratmeter zur Verfügung. Hier sind die Krippengruppe, die zwei Spielgruppen sowie Speiseraum, Küche, Werk- und Sprachförderungsraum untergebracht. Im Obergeschoss des Neubaus sind 100 Quadratmeter für das Erzieherinnenteam mit Leiterin Isabel Kegel entstanden. „Die Planung war keine leichte Aufgabe“, so Christine Schmidt-Günther, „aber wir freuen uns, dass wir an dieser schönen Arbeit mitwirken durften.“„Es ist eine schöne Kindertagesstätte geworden“, stellte Pfarrer Bernd Zimmermann fest und kam auf den gesellschaftlichen Wandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu sprechen. Mit dem Neubau konnte nun der Bedarf an Krippenplätzen in Litzelstetten gedeckt werden. Das Kindergartenteam werde alles dafür tun, dass die Kinder gut betreut und auf das Leben vorbereitet werden. Der Kindergarten St. Peter und Paul solle ein Ort der Geborgenheit, des fröhlichen Spielens und Lernens sein, so Pfarrer Zimmermann. Baubürgermeister Kurt Werner lobte nicht nur die Qualität des Bauwerks, welches sich ohne einen Bruch an das bestehende Gebäude anfüge. „Für mich ist die Erweiterung des Kindergartens ein Baustein in der Ortsentwicklung, welcher Aufschwung und Fortentwicklung in Litzelstetten markiert“, so Werner. Es handle sich um eine dringend notwendige Investition in die soziale Infrastruktur.Ortsvorsteher Heribert Baumann würdigte die Leistung der Kirche, denn: „Trotz Förderung durch die Stadt Konstanz bleibt ein großer Batzen Schulden an der Pfarrei hängen.“ Heribert Baumann betonte: „Wir freuen uns, dass jetzt eine frühkindliche Betreuung gegeben ist.“ Somit könne dem gesellschaftlichen Erfordernis Rechnung getragen werden.

Die Kosten für den Anbau des katholischen Kindergartens St. Peter und Paul im Kornblumenweg 22b in Litzelstetten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Nach Abzug des Bundeszuschusses in Höhe von 120 000 Euro tragen die Stadt Konstanz 80 Prozent und der kirchliche Träger 20 Prozent der Investitionskosten.

 

Kindergarten St. Nikolaus/Dingelsdorf

Der katholische Kindergarten St. Nikolaus erhält ebenfalls einen Anbau. Baubeginn ist für Frühjahr, die Fertigstellung für Ende 2014 geplant. Die Investitionskosten betragen rund 700 000 Euro. Zehn Krippenplätze sind dann verfügbar.

 

Das Dingelsdorfer Bildungshaus

Eine Kooperation von staatlicher und kirchlicher Bildungsarbeit – ein Modellprojekt

(Auszüge aus dem Südkurier-Bericht von A. Scherrer, SK, 2. Juni 2014, SK 26. August sowie SK, 10. Sept. 2014)
Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen schwärmen vom Bildungshaus 3-10. Die Förderung der Kinder, der fließende Übergang in die Schule, die soziale Entwicklung der Kinder und vor allem der angstfreie Übergang vom Kindergarten in die Schule durch die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen werden in den Gesprächen immer erwähnt. Im Jahr 2007 wurde das Modellprojekt in Dingelsdorf eingeführt. Lehrerinnen und Erzieherinnen erarbeiteten eigenständig ein Konzept. Die Arbeit wurde wissenschaftlich vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) Ulm begleitet. Zum Schuljahresende 2014/2015 läuft das Projekt allerdings aus. Für den Dingelsdorfer Ortsvorsteher Heinrich Fuchs steht fest: „Niemand von uns will zum Zustand vor 2007 zurück.“ Die Dingelsdorfer treten für eine Weiterführung des Bildungshauses ein und erhalten von der CDU-Gemeinderatsfraktion Unterstützung.

Das Bildungshaus 3-10 ist ein auf sieben Jahre angelegtes Modellprojekt des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Ziel ist es, Kindergärten und Grundschulen zu vernetzen und einrichtungsübergreifende Lern- und Spielzeiten in jahrgangsgemischten Gruppen anzubieten. Es sollen Lust auf Lernen und Wissensbereicherung gemacht, soziale Kompetenzen vermittelt und ein nahtloser Übergang vom Kindergarten in die Schule ermöglicht werden.

Die wissenschaftliche Begleitung des Bildungshausprojektes durch das Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) wurde vor den Sommerferien beendet und die Auswertung erfolgt jetzt. Bis Ende des Schuljahres 2014/2015 läuft das Modellprojekt in Dingelsdorf noch weiter.

Ziel war die Entwicklung und Erprobung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule. Damit verbunden sollte analysiert werden, wie sich das Bildungshaus auf die Lernentwicklung, die Persönlichkeits- und sozial-emotionale Entwicklung der Kinder auswirkt. Auch wenn die Forschungsergebnisse noch nicht vorliegen – Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen sprechen von einem Erfolg. Sie wollen das Bildungshaus und die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule fortführen. Die zusätzliche Arbeit, die Erzieherinnen und Lehrerinnen für die enge Verzahnung von Kindergarten und Grundschule und für die gemeinsamen Projekte leisten, muss bezahlt werden. Und da sieht Wolfgang Müller-Fehrenbach die Stadt in der Pflicht.

Auch Pfarrer Bernd Zimmermann – die katholische Kirche ist Träger des Dingelsdorfer Kindergartens – hebt immer wieder die hervorragende Arbeit des Bildungshauses hervor. Er will sich ebenfalls für den Erhalt, respektive die Weiterführung des Erfolgskonzeptes in Dingelsdorf einsetzen. Kulturbürgermeister Andreas Osner findet das Prinzip Bildungshaus gut. Er kann sich vorstellen, sich für eine weitere Landesförderung einzusetzen. „Aber wir müssen es erst einmal formal in den Gemeinderat bringen“, so Osner. Auch wenn der Erfolg noch nicht wissenschaftlich mit Daten, Fakten und Zahlen belegt ist, steht für Ortsvorsteher Heinrich Fuchs fest: „Das positive Feedback von allen Seiten spricht für sich.“

Kinder, Eltern, Erzieher, die Kirche und die Lokalpolitik, sie alle waren sich einig: Das Projekt Bildungshaus 3-10 im Dingelsdorfer Kindergarten und der Grundschule soll auch weiterhin bestehen. Der Erfolg der Allianz macht sich jetzt bemerkbar: Nachdem das Land Baden-Württemberg die Verlängerung beschlossen hatte, gibt auch die Stadt grünes Licht: 18 600 Euro stehen dem Kindergarten im Jahr 2014/15 zur Verfügung, um eine 45-Prozent-Stelle und damit das Projekt zu sichern. Die entsprechende finanzielle Förderung war auf sieben Jahre angesetzt und hätte eigentlich Ende des Schuljahres 2013/2014 auslaufen sollen. „Das Bildungshaus gehört inzwischen zu unserem Konzept, und das wollten wir ungern ändern. Wir sind also dankbar, dass es nicht zu Ende ist“, sagt Stephanie Diestmann, Leiterin des Kindergartens. Auch bei den Eltern herrscht Erleichterung, bestätigt Ortsvorsteher Heinrich Fuchs. Viele hatten sich per Brief an den Gemeinderat für das Projekt ausgesprochen. „Und die Kinder stehen sogar früher auf, wenn sie wissen, dass heute Bildungshaus ist“, berichtet Fuchs über die Rückmeldungen der Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern. „Viele Familien gehen bewusst nach Dingelsdorf, weil sie von dem Projekt gehört haben“, betont er. Umso wichtiger sei es, das Projekt langfristig auch in Zukunft zu stemmen – dann allerdings ohne die Unterstützung des Kultusministeriums, das die Förderung in einem Jahr beendet.

 

Kinderhaus St. Verena/Dettingen - Vom Kindergarten zum Kinderhaus

Baufortschritt Kinderhaus St. Verena

Mittlerweile sind die Baufortschritte des Anbaus am alten Kindergartengebäude gut zu sehen – die Fenster sind eingebaut, das Dach gedeckt und der Anbau hat bereits eine Fassade aus vorvergrauter Weißtanne erhalten. Im Haus werden zurzeit die elektrischen Leitungen verlegt, gleichzeitig laufen die sanitären Installations- sowie die Verputzarbeiten. Im April sollen die beiden Kleinkindgruppen, die provisorisch im Kindergartengebäude untergebracht sind, in den Neubau umziehen, ebenso die beiden Spielgruppen. Wenn dann im Sommer 2015 auch die vier Kindergartengruppen zurückziehen können, sind wir endlich alle unter einem Dach.

Logo Kinderhaus St. VerenaBereits 2006 haben wir das Logo entwickelt, das den Gedanken eines Hauses für Kinder, Eltern, MitarbeiterInnen und Besucher aufgreift. Die Erweiterung des Kindergartens durch die Spielgruppen im Jahr 2008, die Kleinkindgruppen 2013 und die Anlaufstelle für Familien in diesem Jahr, waren ausschlaggebend dafür statt Kindergarten nun die Bezeichnung Kinderhaus St. Verena zu wählen – vier Angebotsformen in einem Haus, unter einem Dach.

Im vergangenen Frühjahr hat die Stadt Konstanz beschlossen im Rahmen des Netzwerks Frühe Hilfen  fünf Anlaufstellen für Familien mit Kleinkindern in den verschiedenen Stadtteilen zu schaffen, unter anderem eine in den Vororten. Aufgrund des großen Zuzugs von Familien nach Dettingen durch das Baugebiet Schmidtenbühl, die neuen räumlichen Möglichkeiten durch den Anbau und die familienorientierte Arbeit in unserem Haus haben wir unser Interesse bekundet Anlaufstelle zu werden und wir haben uns über sehr darüber gefreut neben dem Familienzentrum Stockacker, der Kita Dorothea von Flüe, der Beratungsstelle des SKF im Paradies und im Treffpunkt Berchen, den Zuschlag bekommen zu haben.

In der Anlaufstelle, der zukünftige Name wird Startpunkt Dettingen sein, erhalten Schwangere und Eltern mit Kleinkindern Angebote der Familienbildung und Familienberatung durch Eltern-Kind-Kurse, offene Angebote der Elternbegegnung, z.B. beim Elternfrühstück oder im Elterncafé. Die Anlaufstelle hat verlässliche Öffnungszeiten, sodass Eltern dort einen Ansprechpartner vorfinden, der ein offenes Ohr für ihre Anliegen und Fragen hat, über Möglichkeiten und Angebote in Konstanz informieren und Eltern auf diese Weise unterstützen und begleiten kann. Zusätzlich werden Eltern für ihr neu geborenes Kind ein „Begrüßungspaket“ der Stadt Konstanz erhalten.
Das Konzept für die Anlaufstellen wird zurzeit in einem gemeinsamen Prozess entwickelt, damit der offizielle Start möglichst bald erfolgen kann. Im Oktober haben wir uns bereits ein erstes Mal mit allen LeiterInnen der Kindergärten aus den Vororten getroffen, um möglichst passende Angebote für die Familien in den Vororten Litzelstetten, Dingelsdorf, Wallhausen und Dettingen zu entwickeln. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und freuen uns über alle Anregungen und Vorschläge.

Martina Rock-Jerg
(Leiterin)