Fronleichnam 2012 der Bodanrückgemeinden

Aus fast allen Himmelsrichtungen strömten gestern die Gläubigen nach Litzelstetten. Dort feierten die katholischen Kirchengemeinden St. Verena Dettingen, St. Nikolaus Dingelsdorf und St. Peter und Paul Litzelstetten gemeinsam Fronleichnam. Jede Gemeinde brachte sich auf ihre Weise in das Hochfest des Leibes und Blutes Christi ein. In besonderer Weise wurden die drei großen Blumenteppiche – jede Kirchengemeinde steuerte einen bei – gewürdigt. Viele Interessierte besahen sich vor dem Gottesdienst in aller Ruhe die vergänglichen Kunstwerke.

„Was für eine Pracht! Da gehen einem die Augen über“, lobte eine Dame.Die Gegenwart Jesu Christi, welche die Katholiken jeden Sonntag im Rahmen der Eucharistiefeier erfahren, stand gestern ebenso wie der Lobpreis Gottes im Mittelpunkt. „Jesus schenkt sich uns im Brot und zeigt damit, dass er immer bei uns und für uns da ist“, so Pfarrer Bernd Zimmermann, über das Geheimnis der Eucharistie. „Er sagt uns: Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt. Er lässt uns nie verzagen.“ Jesus lade ein zum Mahl, das ewiges Leben verheiße, so Pfarrer Zimmermann weiter, der in seiner Ansprache Kindheits­erinnerungen weckte und von den ausgestreuten Blumenblättern und opulenten Blumenteppichen schwärmte. Es gebe nur noch wenige Orte, wo Fronleichnam wie früher begangen werde.

Schon am Vortag hatten die Frauen und Kinder der drei Gemeinden Blumen gesam­melt, die Blüten­blätter gezupft und nach Farben sortiert. 20 bis 30 Kistchen und Eimer waren es alleine in Dingelsdorf, wie Christine Kaschura vom Leitungsteam des Frauentreffs berichtete. Um fünf Uhr morgens des Fronleichnamtages trafen sich die Helferinnen wieder, um die Blumen­teppiche in Litzelstetten zu legen. Vorlagen wurden Wochen vorher ausgesucht und großformatig auf Papier vorgezeichnet. Dann galt es, die Motive mittels Tausenden von Blüten zu legen. „Mit getrocknetem Kaffeesatz oder Erde legt man die Konturen“, beschreibt Christine Kaschura. Aber auch ganz fein geschnittenes Gras fand in den großen Blumenteppichen Verwendung.

Diese Teppiche standen während der Fronleichnams­prozession im Blickpunkt. Mit der Prozession „wollen wir kundtun, dass Jesus Christus in unserer Mitte ist; nicht nur in der Kirche, sondern auch im Alltag“, so Bernd Zimmermann, der fortfuhr: „Und wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass wir an den Herrn des Lebens glauben und dass wir Pilger zum ewigen Leben sind.“

(Südkurier Nr. 130, Freitag, 8. Juni 2012, Aurelia Scherrer)

Weitere Bilder finden Sie in einer Bildergalerie.