In Memoriam Pater Carlos Köhler

Am 24. Oktober 2011 verstarb um 16.30 Uhr im Krankenhaus von Arapongas/­Paraná  in Brasilien Pater Carlos Köhler SAC im Alter von 82 Jahren. Er war 55 Jahre Pallottiner und 51 Jahre Priester.

Am 19. Januar 1929 wurde Pater Köhler in Memmingen/Bayern geboren. Aufgewachsen ist er in Litzelstetten. Bis 1943 besuchte er in Konstanz die Grundschule und das Gymnasium. Am 14. September 1949 trat er mit 20 Jahren auf dem Hersberg in das Spätberufenen-Seminar ein und machte sein Noviziat 1954 und 1955 in Untermerzbach. Seine 1. Profess konnte er am 1.5.1956 feiern, am 4. August 1960 wurde er in München zum Priester geweiht.
Seine Heimatprimiz hat  Pater Köhler vor 51 Jahren in Litzelstetten gefeiert. So stand er in enger Verbindung mit der Gemeinde St. Peter und Paul und wurde von der Gemeinde und im Besonderen von der Frauengemeinschaft finanziell unterstützt.
Im Mai 1961 verließ P. Köhler zusammen mit einer Gruppe anderer Pallottinerpatres in Santos den Dampfer. Sie waren nach Brasilien als Missionare gekommen.
Er blieb in der Hauptstadt vom Staate Sao Paulo, die denselben Namen trägt und arbeitete in der Pfarrseelsorge in der Vila Carrao in der Provinz vom hl. Apostel Paulus. Dort blieb er von 1961 bis 1965. Zu Beginn des Jahres 1966 wurde er als Spiritual ins Priesterseminar nach Curitiba/Paraná versetzt. Diese Aufgabe behielt er zwei Jahre lang. Während der schweren Zeit der brasilianischen Militärregierung von 1969 bis 1975 war er nun als Rektor in diesem Seminar „Mutter der göttlichen Liebe“ tätig. Diese Aufgabe erfüllte er mit großer Freude und Einsatz. Anfang 1975 wurde er nach Arapongas-Paraná versetzt, wo er zuerst als Kaplan tätig war. Gleichzeitig wurde ihm das Amt der Koordination der Berufspastoral vom ganzen Staate Paraná übertragen. Am 16. Juli 1978 wurde er Pfarrer im dortigen Heiligtum „Nossa Senhora Aparecida“.
Pater Köhler wurde nach Brasilien gerufen, um Missionar zu sein. Als Erzieher im Seminar begleitete und förderte er die Berufenen und förderte Berufe innerhalb und außerhalb der Provinz. In der Zeit seines Priesterdienstes wirkte er über 3 Jahrzehnte in der Pfarrseelsorge, förderte Bewegungen und Laiengruppen und baute Kirchen und Kapellen.
In den letzten Jahren seines Lebens zog er sich aus dem Trubel der Aktivitäten, die sein Seelsorgs- und geweihtes Leben gekennzeichnet haben, zurück. Er widmete sich dem Gebet:  „Und wenn ich nichts anderes als Gabe an Gott zur Verfügung habe, will ich nicht aufhören zu beten, dass eine Herde unter einem Hirten werde“.
Es war auch eine Zeit der Anerkennung der geleisteten Arbeit; so verlieh ihm im Dezember 2003 die Stadtverwaltung von Arapongas die höchste Auszeichnung, den „Orden Tiradentes“. Pater Carlos Köhler wurde im Heiligtum „Nossa Senhora Aparecida“, der Pfarrkirche von Arapongas aufgebahrt. Seit den Abendstunden des 24. Oktobers hielt das Volk die ganze Nacht Totenwache und betete für seinen geliebten Hirten. 37 Patres konzelebrierten die Totenmesse unter Teilnahme von Ordensschwestern, Seminaristen und einer großen Anzahl von Gläubigen aus der Pfarrei und anderen Pfarreien der Stadt und Umgebung.

Als Pfarrei St. Peter und Paul waren wir stets dem Litzelstetter Priester und Missionar Carlos Köhler durch Spenden und im Gebet verbunden. So werden wir ihn nicht vergessen.

Bernd Zimmermann
Pfarrer von St. Peter und Paul