Jahresbericht 2012 des Pfarrgemeinderates St. Verena

Nachdem ich gerade beim 2. Dialogabend „Lebendige Kirche jetzt!“ in Litzelstetten war, habe ich beschlossen, für diesen Pfarrbrief einen etwas anderen Bericht zu schreiben. In den letzten Jahren stand immer wieder der Blick zurück auf das vergangene Jahr im Mittelpunkt. Doch der Pfarrbrief soll uns ja das ganze neue Jahr begleiten und somit will ich diesmal mehr nach vorne blicken.

Ein grosses Anliegen wird genau dieser in Litzelstetten vorgelebte Dialogprozess sein. Offen für die ganze Seelsorgeeinheit haben die beiden Diskussionsabende mir gezeigt, dass wir in allen 3 Gemeinden sehr ähnliche Bedürfnisse und Erwartungen haben. Und – was für mich besonders interessant war – auch über die Generationen hinweg gab es sehr viele Übereinstimmungen.

Im Pfarrgemeinderat St. Verena haben wir ebenso immer wieder diskutiert, wie es uns besser gelingen kann, die Menschen für das Gemeindeleben zu begeistern, Angebote zu besuchen und – je nach Berufung - sich vielleicht auch selbst für und mit anderen zu engagieren.
Andererseits erleben wir häufig, dass es bereits viel Engagement gibt, aber die Aufgaben und Menschen dahinter oft gar nicht so wahrgenommen werden. Die Ehrungen zum Pfarrfest sind der Versuch, eben diese Personen und Aufgaben auch mal einem grösseren Kreis bekannt zu machen. Aber wenn wir an den Generationswechsel denken, der in vielen Aufgaben ansteht, ist es wichtig, jetzt mit vielen Gemeindemitgliedern ins Gespräch zu kommen. Dabei gilt es nicht nur auf die zu blicken, die sich schon heute einbringen, sondern auch anderen die Möglichkeit zu geben, ihren Platz im Gemeindeleben zu finden. Das Bild von dem einen Leib und den vielen verschiedenen Gliedern drängt sich dabei auf.

Und der Zuwachs der Ortsgemeinde mit dem Neubaugebiet Schmidtenbühl-Nord stellt auch an uns eine besondere Chance und Anforderung, zusätzliche Menschen ins Gemeindeleben aufzunehmen, sie offen anzusprechen, zu integrieren ohne sie zu vereinnahmen und trotzdem ihnen Raum für Beteiligung zu geben.

2013 wird ohne Zweifel in die Geschichte der Kirchengemeinde eingehen, wenn im September die neue Pfeifenorgel eingeweiht wird. Aufgabe des Pfarrgemeinderats und Stiftungsrates war und ist es, diese Entscheidung mit zu tragen und die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Auch hier sind der Dialog und die Kommunikation ein wichtiges Element. Es ist sehr zu begrüssen, dass sich hier viele Menschen mit ihren Fähigkeiten und mit ihrem Enthusiasmus eingebracht haben, um dieses einmalige Projekt auf den Weg zu bringen.

Und gleichzeitig gilt es festzustellen, dass wir trotz der Dimension einer solchen Aufgabe uns die Handlungsfreiheit bewahren konnten und können, um all die anderen Themen in einem Gemeindeleben wahrzunehmen, die wir uns vorgenommen haben. Und dabei denke ich nicht nur an den finanziellen Aspekt, sondern auch und besonders an inhaltliche Diskussionen zu anderen Erwartungen und Bedürfnissen von Einzelnen oder Gruppen.
Und während wir bei der Pfeifenorgel in einem Jahrhundert denken, gibt es auch zeitlich moderne Veränderungen. So wird der ein oder andere merken, wie einzelne Räume des Pfarrheims ein neues Outfit bekommen. Hintergrund sind einerseits Verschleisserscheinungen an der Ausstattung, aber auch eine gezieltere und trotzdem flexiblere Nutzung einzelner Räume.

Und wir wollen uns 2013 einer modernen, schnelllebigen Aufgabe stellen: Zwar sind viele Informationen heute schon online verfügbar, aber für den Besucher vor Ort gibt es – allein schon durch das Platzangebot - nur eingeschränkte Informationen in den Schaukästen und im Kirchenvorraum. Hier wollen wir etwas zeitgemässes Neues kreieren, was aber zum jetzigen Zeitpunkt noch in der Diskussionsphase steckt und deshalb separat kommuniziert werden muss.

Und das bringt mich am Schluss meines Berichts noch zu einem Aspekt, der mich immer wieder beschäftigt.
Ein Pfarrgemeinderat, aber auch ein Gemeindeleben an sich birgt viele Möglichkeiten sich einzubringen und mitzugestalten. Manches würde man gerne schneller realisieren. Aber wir müssen auch immer wieder akzeptieren, dass jeder von uns dies ehrenamtlich betreibt und sich Prioritäten und Schwerpunkte jedes einzelnen immer wieder und immer häufiger verschieben (müssen). Und das wird wohl die grösste Herausforderung sein, der wir uns stellen müssen. Es wird immer schwieriger werden, Personen langfristig für eine Aufgabe zu finden. Wir müssen Wege finden, wie sich jemand vielleicht projektbezogen einbringen kann und dann wieder eine Zeit zurückziehen kann, um später gegebenenfalls bei einer anderen Aktion wieder präsent zu sein. Wie das gehen kann, setzt wieder einen guten Dialog voraus, womit wir wieder am Anfang des Berichts sind.

Für den Pfarrgemeinderat
Dominik Ball