Rückblick 2012

Zum Gedenken an Hans Buekers, Pfarrer

geb. am 14. Jan. 1940    gest. am 5. Juni 2012

Gott, der treue Hirte seiner Kirche, hat seinen Priester Pfarrer i.R. Hans Buekers, am 5. Juni in seinem 73. Lebensjahr zu sich gerufen.
In Überlingen am See geboren, wuchs Hans Buekers in Lörrach auf und studierte nach seinem Abitur in Freiburg und Würzburg Theologie.
Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1965 und seiner Primiz in Lörrach folgten mehrere Vikarsstellen u.a. in Lahr und Gengenbach, bevor er seine erste Pfarrstelle in Klettgau-Grießen und Klettgau- Bühl antrat. 1981 wurde ihm die anspruchsvolle Aufgabe als Klinikseelsorger im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Emmendingen anvertraut. Auch an seinen folgenden Pfarrstellen in Überlingen war ihm die Seelsorge an den Kranken Bedürfnis und Berufung. Die Gemeinden  Konstanz-Dettingen und Konstanz-Dingelsdorf versah er als Pfarrer von 1993 bis 1999, bis Bernd Zimmermann die damals neu errichtete Seelsorgeeinheit Litzelstetten, Dingelsdorf und Dettingen als Leiter und Pfarrer übernahm. Im Jahre 2002 konnte Pfarrer Buekers die Gründung der Seelsorgeeinheit Görwihl feiern.
Seine angeschlagene Gesundheit veranlasste ihn 2005, in Gottmadingen als Kooperator seinen priesterlichen Dienst
auszuüben. Zu dieser Zeit bewohnte er das Pfarrhaus in Gailingen. 2008 bat er um die Versetzung in den Ruhestand, den er in Dettingen verbrachte. In Bescheidenheit und mit großem Einsatz wirkte er in der Seelsorge mit.
Vor allem die Sorge um Ältere, Kranke und Sterbende sah er als seine Hauptaufgabe an, die er bis zuletzt mit großem Einfühlungsvermögen erfüllte.

Hierfür sage ich Pfarrer Hans Buekers im Namen unserer Konstanzer Bodanrückgemeinden  ein herzliches Vergelt's Gott. Gott möge es ihm reichhaltig im ewigen Leben lohnen.

Am Mittwoch, den 13. Juni 2012 haben wir uns als Seelsorgeeinheit in der Pfarrkirche St. Verena von Pfarrer Hans Buekers verabschiedet. Die Eucharistiefeier und Verabschiedung vor aufgebahrtem Sarg in der Kirche hielt Dekan Dr. Trennert-Helwig in Konzelebration mit Pfarrer Bernd Zimmermann und zahlreichen Geistlichen sowie in Anwesenheit seiner Verwandten, seiner Freunde und Bekannten, denen er als Priester hilfreich zur Seite stand.

Für die Seelsorgeeinheit
Konstanzer Bodanrückgemeinden
Bernd Zimmermann, Pfarrer

Schritt für Schritt dem Weltladen auf der Spur

Etwa 1.000 Stunden ist der Weltladen der Kirchengemeinde St. Verena jedes Jahr geöffnet. Doch neben den regulären Ladenöffnungszeiten ist das Weltladen-Team auch immer wieder bei Aktionen und Aktivitäten dabei. Für das Jahr 2012 sollen rückblickend drei Aktivitäten besondere Erwähnung finden, nämlich das 10-jährige Jubiläum des Apfel-Mango-Birnen-Safts, der Faire Sommerabend und die Faire Woche 2012.

Gemeinsam mit anderen Weltläden der Region und dem Naturschutzverband BUND hatte das Weltladen-Team in Zusammenarbeit mit der Stahringer Streuobstmosterei im Jahr 2002 mit dem Apfel-Mango-Birnen-Saft eine tropisch-fruchtige Verbindung zwischen Bodensee und den Philippinen ins Leben gerufen. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums war der Weltladen im Mai mit einem Aktions­stand auf dem Konstanzer Kulturfest vertreten, welches dieses Jahr passenderweise mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels zusammen­gefallen ist. Auf dem Münsterplatz konnten die Besucher den Saft aus Äpfeln und Birnen der Region Bodensee-Hegau und aus Mangopüree von den Philippinen genießen und sich über den fairen Handel mit Mangoprodukten informieren.

Auf den Philippinen mit ihren rund 7.000 tropischen Inseln lebt ein Großteil der Bevölkerung trotz fruchtbarer Böden, einem günstigen Klima und einem wirtschaftlichen Aufschwung in Armut, die Gesellschaft ist von großen sozialen Gegensätzen bestimmt. Für viele Familien endet das Streben nach einem besseren Leben oftmals in einem Armutskreislauf in den Slums der großen Städte.
1974 begann der irische Priester und Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen mit dem Aufbau einer Stiftung, um der ländlichen Bevölkerung neue Perspektiven zu eröffnen. Der Faire Handel mit Mangos hat sich in dieser Situation zu einem wirksamen Instrument gegen Armut und Landflucht entwickelt. Die Kleinbauernfamilien pflegen und erhalten dabei meist nur ein bis zwei Mangobäume. Die Mangos werden verarbeitet zu Trockenfrüchten, Sirup oder Fruchtaufstrich und werden seit vielen Jahren in Weltläden vertrieben. Dank kontinuierlicher Mehrpreiszahlungen können bereits tausende Familien mit ihren Mangofrüchten einen gesicherten Lebensunterhalt erwirtschaften - schon mit dem Erlös eines großen Mangobaumes kann eine Familie die jährlichen Schulkosten für zwei Kinder decken. Zudem haben viele philippinische Kleinbauernfamilien ihren Anbau gezielt auf naturnahe Methoden umgestellt. Kompostwirtschaft, Mischkulturen und natürliche Schädlingsbekämpfung sparen nicht nur Kosten für Dünge- und Spritzmittel, sondern verbessern auch die eigene Gesundheit und sichern eine intakte Umwelt. Die Saftmischung trägt somit nicht nur zum Erhalt des Streuobstanbaus in der Region Bodensee-Hegau bei, sondern fördert auch die kleinbäuerliche, naturnaher Bewirtschaftung auf den Philippinen.

Zu einem Fairen Sommerabend hat der Weltladen Ende Juni in den Pfarrgarten eingeladen. Mit einer unterhaltsamen Modenschau wurden Highlights aus dem Weltladensortiment präsentiert und das Fairhandelsunternehmen Feluka Trading aus Meersburg war mit Kunsthandwerk aus Ägypten vertreten. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe SeSamba. Kulinarisch verwöhnt wurden die Besucher von Kreuz-Wirt Hansi Rommel mit verschiedenen Wokgerichten und Speisen aus fairen Zutaten verwöhnt. Und bei einer Weinprobe konnten die Besucher zudem erlesene Tropfen aus Argentinien, Chile und Südafrika verkosten. Trotz des etwas abrupten Endes durch ein heftiges Gewitter hat sich das Weltladen-Team über die positive Resonanz auf das erste Sommerfest dieser Art gefreut.


Die Gruppe SeSamba sorgt beim Fairen Sommerabend
im Pfarrgarten für gute Laune


Unter dem Motto „Zukunft gestalten. Fair handeln!" fand im September die bundesweite Faire Woche statt. Die Aktionswoche unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Dirk Niebel und war mit mehr als 1.000 Aktionen deutschlandweit die größte Veranstaltungsreihe zum Fairen Handel. Der Auftakt für die Veranstaltungen in Dettingen und Wallhausen war für den Weltladen das Verenafest, bei dem das Team eine Tombola veranstaltet und die Besucher zur Teilnahme an einem Bananen-Quiz eingeladen hat. Ferner hat der Landgasthof Kreuz in der Fairen Woche ein Menü mit Zutaten aus dem Weltladen angeboten. Und zum Abschluss der Fairen Woche war der Weltladen zu Gast im Dorfladen Wallhausen. Dort waren die Kunden eingeladen, verschiedene Mangoprodukte von den Philippinen zu verkosten. Die gemeinsame Aktion von Weltladen und Dorfladen hatte zudem einen aktuellen Hintergrund, denn die Vereinten Nationen haben das Jahr 2012 zum internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt um den wichtigen Beitrag von Genossenschaften zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Stärkung von Regionen zu würdigen. Der Dorfladen Wallhausen ist genauso eine Genossenschaft wie viele der Handelspartner des Weltladens, etwa Kleinbauern-Kooperativen. In beiden Fällen gelingt es, durch die Bündelung der Kräfte ein gemeinsames Ziel zu erreichen und dem Gemeinwohl zu dienen.

Bleibende Spuren hat die Faire Woche jedoch auch hinterlassen. Unter dem Motto „Schritt für Schritt dem Weltladen auf der Spur“ laden noch heute orangefarbene Fuß­spuren als Weg­weiser in den Weltladen ein.


Renate Reisch und Huberta Straub vom Weltladen-Team

Mittlerweile arbeitet das Weltladen-Team schon an der nächsten Veranstaltung, am Freitag 07. Dezember lädt der Weltladen ab 17 Uhr zum Glühweintreff in den Pfarrgarten ein.

Der Weltladen an der Dingelsdorfer Straße ist geöffnet Montag bis Freitag von 15 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 12.30 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.weltladen-dettingen.de.

Fronleichnam 2012 der Bodanrückgemeinden

Aus fast allen Himmelsrichtungen strömten gestern die Gläubigen nach Litzelstetten. Dort feierten die katholischen Kirchengemeinden St. Verena Dettingen, St. Nikolaus Dingelsdorf und St. Peter und Paul Litzelstetten gemeinsam Fronleichnam. Jede Gemeinde brachte sich auf ihre Weise in das Hochfest des Leibes und Blutes Christi ein. In besonderer Weise wurden die drei großen Blumenteppiche – jede Kirchengemeinde steuerte einen bei – gewürdigt. Viele Interessierte besahen sich vor dem Gottesdienst in aller Ruhe die vergänglichen Kunstwerke.

„Was für eine Pracht! Da gehen einem die Augen über“, lobte eine Dame.Die Gegenwart Jesu Christi, welche die Katholiken jeden Sonntag im Rahmen der Eucharistiefeier erfahren, stand gestern ebenso wie der Lobpreis Gottes im Mittelpunkt. „Jesus schenkt sich uns im Brot und zeigt damit, dass er immer bei uns und für uns da ist“, so Pfarrer Bernd Zimmermann, über das Geheimnis der Eucharistie. „Er sagt uns: Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt. Er lässt uns nie verzagen.“ Jesus lade ein zum Mahl, das ewiges Leben verheiße, so Pfarrer Zimmermann weiter, der in seiner Ansprache Kindheits­erinnerungen weckte und von den ausgestreuten Blumenblättern und opulenten Blumenteppichen schwärmte. Es gebe nur noch wenige Orte, wo Fronleichnam wie früher begangen werde.

Schon am Vortag hatten die Frauen und Kinder der drei Gemeinden Blumen gesam­melt, die Blüten­blätter gezupft und nach Farben sortiert. 20 bis 30 Kistchen und Eimer waren es alleine in Dingelsdorf, wie Christine Kaschura vom Leitungsteam des Frauentreffs berichtete. Um fünf Uhr morgens des Fronleichnamtages trafen sich die Helferinnen wieder, um die Blumen­teppiche in Litzelstetten zu legen. Vorlagen wurden Wochen vorher ausgesucht und großformatig auf Papier vorgezeichnet. Dann galt es, die Motive mittels Tausenden von Blüten zu legen. „Mit getrocknetem Kaffeesatz oder Erde legt man die Konturen“, beschreibt Christine Kaschura. Aber auch ganz fein geschnittenes Gras fand in den großen Blumenteppichen Verwendung.

Diese Teppiche standen während der Fronleichnams­prozession im Blickpunkt. Mit der Prozession „wollen wir kundtun, dass Jesus Christus in unserer Mitte ist; nicht nur in der Kirche, sondern auch im Alltag“, so Bernd Zimmermann, der fortfuhr: „Und wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass wir an den Herrn des Lebens glauben und dass wir Pilger zum ewigen Leben sind.“

(Südkurier Nr. 130, Freitag, 8. Juni 2012, Aurelia Scherrer)

Weitere Bilder finden Sie in einer Bildergalerie.

In Memoriam Pater Carlos Köhler

Am 24. Oktober 2011 verstarb um 16.30 Uhr im Krankenhaus von Arapongas/­Paraná  in Brasilien Pater Carlos Köhler SAC im Alter von 82 Jahren. Er war 55 Jahre Pallottiner und 51 Jahre Priester.

Am 19. Januar 1929 wurde Pater Köhler in Memmingen/Bayern geboren. Aufgewachsen ist er in Litzelstetten. Bis 1943 besuchte er in Konstanz die Grundschule und das Gymnasium. Am 14. September 1949 trat er mit 20 Jahren auf dem Hersberg in das Spätberufenen-Seminar ein und machte sein Noviziat 1954 und 1955 in Untermerzbach. Seine 1. Profess konnte er am 1.5.1956 feiern, am 4. August 1960 wurde er in München zum Priester geweiht.
Seine Heimatprimiz hat  Pater Köhler vor 51 Jahren in Litzelstetten gefeiert. So stand er in enger Verbindung mit der Gemeinde St. Peter und Paul und wurde von der Gemeinde und im Besonderen von der Frauengemeinschaft finanziell unterstützt.
Im Mai 1961 verließ P. Köhler zusammen mit einer Gruppe anderer Pallottinerpatres in Santos den Dampfer. Sie waren nach Brasilien als Missionare gekommen.
Er blieb in der Hauptstadt vom Staate Sao Paulo, die denselben Namen trägt und arbeitete in der Pfarrseelsorge in der Vila Carrao in der Provinz vom hl. Apostel Paulus. Dort blieb er von 1961 bis 1965. Zu Beginn des Jahres 1966 wurde er als Spiritual ins Priesterseminar nach Curitiba/Paraná versetzt. Diese Aufgabe behielt er zwei Jahre lang. Während der schweren Zeit der brasilianischen Militärregierung von 1969 bis 1975 war er nun als Rektor in diesem Seminar „Mutter der göttlichen Liebe“ tätig. Diese Aufgabe erfüllte er mit großer Freude und Einsatz. Anfang 1975 wurde er nach Arapongas-Paraná versetzt, wo er zuerst als Kaplan tätig war. Gleichzeitig wurde ihm das Amt der Koordination der Berufspastoral vom ganzen Staate Paraná übertragen. Am 16. Juli 1978 wurde er Pfarrer im dortigen Heiligtum „Nossa Senhora Aparecida“.
Pater Köhler wurde nach Brasilien gerufen, um Missionar zu sein. Als Erzieher im Seminar begleitete und förderte er die Berufenen und förderte Berufe innerhalb und außerhalb der Provinz. In der Zeit seines Priesterdienstes wirkte er über 3 Jahrzehnte in der Pfarrseelsorge, förderte Bewegungen und Laiengruppen und baute Kirchen und Kapellen.
In den letzten Jahren seines Lebens zog er sich aus dem Trubel der Aktivitäten, die sein Seelsorgs- und geweihtes Leben gekennzeichnet haben, zurück. Er widmete sich dem Gebet:  „Und wenn ich nichts anderes als Gabe an Gott zur Verfügung habe, will ich nicht aufhören zu beten, dass eine Herde unter einem Hirten werde“.
Es war auch eine Zeit der Anerkennung der geleisteten Arbeit; so verlieh ihm im Dezember 2003 die Stadtverwaltung von Arapongas die höchste Auszeichnung, den „Orden Tiradentes“. Pater Carlos Köhler wurde im Heiligtum „Nossa Senhora Aparecida“, der Pfarrkirche von Arapongas aufgebahrt. Seit den Abendstunden des 24. Oktobers hielt das Volk die ganze Nacht Totenwache und betete für seinen geliebten Hirten. 37 Patres konzelebrierten die Totenmesse unter Teilnahme von Ordensschwestern, Seminaristen und einer großen Anzahl von Gläubigen aus der Pfarrei und anderen Pfarreien der Stadt und Umgebung.

Als Pfarrei St. Peter und Paul waren wir stets dem Litzelstetter Priester und Missionar Carlos Köhler durch Spenden und im Gebet verbunden. So werden wir ihn nicht vergessen.

Bernd Zimmermann
Pfarrer von St. Peter und Paul