Jahresbericht 2012 des Pfarrgemeinderates von St. Peter und Paul

Beim Rückblick auf das Jahr 2012 ragen in der ersten Jahreshälfte zwei Ereignisse heraus, an die im Nachhinein noch einmal besonders erinnert werden soll.
Nach monatelanger intensiver und harter Arbeit konnte am 25. März 2012 das von Grund auf sanierte und baulich erweiterte Gemeindehaus neu eingeweiht werden. Ein herrlicher Tag und ein großes Fest war das für die ganze Gemeinde. Die Segnung aller Räume, der Dank an alle Mitwirkenden, angefangen vom Architekten, Herrn Rogg, den beteiligten Bau- und Handwerkerbetrieben, dem Stiftungsrat der Gesamtkirchengemeinde bis hin zum Bauausschuss unter hervorragender Leitung von Herrn Wolfgang Hirt, schlossen sich Grußworte und musikalische Umrahmungen unseres Kirchenchores an. Beim lockeren Sektempfang gab es anschließend die Möglichkeit, die neue Optik durch die geraden Fensterfronten, den großzügigen Eingangsbereich, die neuen Räume der Bibliothek im Einzelnen zu betrachten und zu bestaunen. Die neue grüne Fassade des Gebäudes weist indirekt darauf hin, dass durch optimale Dämmung mit der kostenaufwendigen Sanierung ein beachtlicher ökologischer Beitrag geleistet wurde. Bereits die ersten Wochen nach der Einweihung haben gezeigt, dass das sanierte Gemeindehaus durch seine neuen Raumaufteilungen eine vielfältigere Nutzung zulässt.

Zu unserem großen Glück ist es gelungen, Frau Lydia Kling als Verantwortliche und Ansprechpartnerin für die Nutzer und Mieter des Gemeindehauses zu gewinnen. Mit viel Liebe regelt sie zusammen mit Frau Ulrike Huber, die für die Sauberkeit des Hauses zuständig ist, den laufenden regulären und außerordentlichen Betrieb. Wir danken ihr sehr herzlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Das zweite herausragende Ereignis der ersten Jahreshälfte war der Beginn des Dialogprozesses in unserer Gemeinde. Unser Erzbischof hat zu diesem Dialog eingeladen und der Pfarrgemeinderat hat beschlossen, an dem Dialog unter dem Motto „Lebendige Kirche jetzt!“ teilzunehmen. Es ist uns gelungen zwei versierte Moderatoren, Frau Rasche, Leiterin der Schulpastoral im Marianum Hegne und Herrn Schlenker, Pädagogischer Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule beim SkF Konstanz, zu gewinnen, die uns auf dem Weg eines Dialogs untereinander und mit der Gesamtkirche begleiten. Der erste Abend fand am 04. Mai im Gemeindehaus statt. Ca. 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aller Altersgruppen hatten sich auf den Weg gemacht und nach Altersgruppen getrennt engagiert über Fragen der Glaubenspraxis, der Liturgie und des kirchlichen Miteinanders diskutiert. Die Ergebnisse dieses Abends, die die Grundlage für einen weiteren Dialogabend bilden, wurden anschließend zusammengefasst und in der Kirche veröffentlicht. Es hat sich gezeigt, dass alle Altersgruppen ähnliche Fragen, Wünsche und Sorgen bewegen: Die kirchliche Gemeinschaft, ihr Ausdruck in einer aufbauenden und frohmachenden Feier der Liturgie, die schwierige Situation der immer größer werdenden Seelsorgeeinheiten, der anstößige Gegensatz zwischen kirchlichem Recht und der von Gott geforderten Barmherzigkeit. Wie mit den aufgeworfenen Fragen umzugehen ist, welchen Beitrag wir leisten können, das sollte ein zweiter Abend im Oktober klären.

Kurz erwähnen möchte ich noch die jährlich, so auch in diesem Jahr wieder stattgefundene gemeinsame Sitzung von Pfarrgemeinderat und evangelischem Kirchengemeinderat. Wir haben uns gegenseitig über unsere Aktivitäten und Vorhaben informiert und zusammen überlegt, wie über die bereits laufenden ökumenischen Angebote wie ökumenischer Familiengottesdienst, ökumenische Kinderbibelwoche, Bibelfrühstück und ökumenischer Neujahrsgottesdienst hinaus, weitere Angebote wie ein ökumenischer Glaubenskurs oder ökumenische Besinnungstage angeboten werden könnten. Die bereits sehr guten und lebhaften Kontakte wollen wir auf jeden Fall mit Blick auf unseren gemeinsamen christlichen Auftrag weiter ausbauen.

Für den Bericht über die zweite Jahreshälfte reiche ich den Stift nun an Frau Judith Hirt weiter. Nach meinem Ausscheiden aus dem Pfarrgemeinderat Ende Mai, wurde Frau Judith Hirt zur Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates gewählt. Mit großem Engagement stellt sie sich dieser Aufgabe. Ihr und dem ganzen Pfarrgemeinderat möchte ich ganz herzlich für die außerordentlich gute und konstruktive Zusammenarbeit der letzten Jahre danken. Trotz hoher Anforderungen hat die Arbeit viel Spaß gemacht, weil bei allen Beteiligten großes Vertrauen und die uneingeschränkte Bereitschaft zu spüren waren, der Kirche als der Gemeinschaft der Glaubenden vor Ort zu dienen und ihr eine Gestalt zu geben, die anziehend und einladend auf Nahe und Fernstehende wirkt.
Ich wünsche dem Pfarrgemeinderat auch für die kommenden Jahre ein frohes, fruchtbares und gesegnetes Wirken.

Christa Herrmann


An dieser Stelle darf ich nun anknüpfen und bedanke mich aus ganzem Herzen bei meiner Vorgängerin Frau Herrmann, die über viele Jahre unseren Pfarrgemeinderat geleitet hat mit großem persönlichem Einsatz und einem sehr fundierten theologischen Wissen. Wir haben als relativ junger Pfarrgemeinderat – sei es aus Altersgründen oder weil wir neu dabei waren, viel von ihr gelernt und die Zusammenarbeit mit ihr sehr geschätzt. Nun hat sie leider ihre Ankündigung, sich nach der halben Amtszeit zurückzuziehen, wahrgemacht, und wir hoffen, ihre Unterstützung in verschiedenen Gremien noch lange zu haben.

Das Fronleichnamsfest unserer drei Bodanrückgemeinden fand in diesem Jahr in Litzelstetten statt, mit einer Prozession durch den Ort und wunderschönen Blumenaltären an der Grundschule, dem Dorfplatz und in der Kirche, die jeweils von einer der drei Pfarrgemeinden gestaltet wurde. Festlich umrahmt wurde die Prozession durch die beiden Kirchenchöre aus Dettingen und Litzelstetten sowie dem Musikverein aus Dettingen, auch die drei Kindergärten unserer Gemeinden waren mit einem eigenen Beitrag dabei. Mit einem Sektempfang nach der Kirche, zu der der Pfarrgemeinderat herzlich einlud, klang das gemeinsame Fest aus. Der Festgottesdienst zu unserem Patrozinium St. Peter und Paul wurde in diesem Jahr von Herrn Pfarrer Florian gehalten, in Vertretung Pfarrer Zimmermanns, der sich zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus von einer schweren Operation erholte.

Ohne Atempause gingen die Planungen für weitere bauliche Aktivitäten weiter. Die Stadt Konstanz war an uns herangetreten mit der Anfrage nach einer Erweiterung unseres Kindergartens, um die ab Ende 2013 gesetzlich geforderten Krippenplätze zu schaffen. So geht es jetzt ab Ende Oktober an einen Erweiterungsbau unseres Kindergartens, an dem sich die Stadt mit 80 % der Kosten beteiligt. Die Spielgruppe, die momentan noch in den Räumen des Gemeindehauses untergebracht ist, soll integriert werden und 10 Krippenplätze werden entstehen. Dies erfordert natürlich eine besondere Kraftanstrengung unseres Kindergartenteams, die bei „laufendem Betrieb“ die Bauarbeiten über das nächste Jahr als Begleitung haben und sich auf die neue Herausforderung vorbereiten werden.

Aus unserem Dialogabend zum Thema „Lebendige Kirche“ haben sich zwei weitere Gesprächsabende ergeben, in deren Verlauf wir uns daran machten, die drängendsten Anliegen unserer Gemeinde, die sich aus dem ersten moderierten Abend ergeben haben, zu formulieren, um sie in einem Brief an unseren Erzbischof zu schicken. Bei unserem zweiten, ebenfalls durch Frau Rasche und Herrn Schlenker moderierten Gesprächsabend am 11. Oktober waren ca. 35 Teilnehmer da, auch Gemeindemitglieder aus Dettingen und Dingelsdorf waren vertreten.  An diesem Abend ging es darum, den Ergebnissen des letzten Males konkrete Schritte folgen zu lassen.  So wurde zum einen der erarbeitete Brief vorgestellt, zum anderen wiederum in Gruppenarbeit überlegt, wie wir unseren Beitrag zu einer Lebendigen Kirche gestalten können. Der Wunsch nach der Abhaltung von Gottesdiensten für Jugendliche (z.B. Frühschichten), Gottesdienste draußen und an besonderen Orten, legt den Schluss nahe, dass wir uns vielleicht mit den anderen Gemeinden der Seelsorgeeinheit zusammen um ein Fortbildungsangebot für die Abhaltung von Wortgottesdiensten bemühen werden, die außerhalb der sonntäglichen Eucharistiefeier beispielsweise von Jugendlichen gestaltet werden können, im akuten Fall vielleicht auch helfen könnten, beispielsweise bei Krankheit des Pfarrers den Sonntagsgottesdienst aufrecht zu erhalten. Ein anderer Ansatz ist, den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu Gesprächen nach der Sonntagsmesse zu geben, indem wir in regelmäßigen Abständen ein Kirchencafé in der Unterkirche anbieten, wo man sich noch etwas verweilen kann. So stehen verschiedene Vorschläge im Raum, deren Umsetzung wir im Pfarrgemeinderat zusammen mit Herrn Pfarrer Zimmermann überlegen und an der sich hoffentlich viele Gemeindemitglieder beteiligen werden.

So wünsche ich uns allen ein gutes Gelingen unserer sämtlichen Baustellen und eine frohe Zusammenarbeit im Geiste Gottes!

Judith Hirt