Rückblick 2011

Ein oranger Farbtupfer in der Gemeinde

Etwa 800 Weltläden gibt es in Deutschland. Um als Teil dieser Bewegung wahrgenommen zu werden, präsentieren sich immer mehr Weltläden in leuchtendem Orange und mit einheitlichem Weltladen-Schriftzug. Seit dem Sommer hat nun auch der Weltladen der Pfarrgemeinde St. Verena in Dettingen sein unauffällig cremefarbenes Gewand gegen einen hervorstechenden Außenanstrich in der Weltladenfarbe getauscht.

Doch der neue Außenanstrich ist nur ein kleiner Teil einer umfassenden Renovierung und Neugestaltung des Weltladens. Bereits seit 1993 gibt es den Weltladen, der damals als „Dritte-Welt-Aktion St. Verena“ im Untergeschoss des Pfarrheims gegründet wurde und im Jahr 2002 den Pavillon im Pfarrgarten bezogen hat. Gemeinsam mit einer auf die Einrichtung von Weltläden spezialisierten Beraterin hat das Weltladen-Team die Einrichtung unter die Lupe genommen und viele Ideen zur Umgestaltung erarbeitet. Am Verenafest konnte der „neue Weltladen“ dann von Pfarrer Zimmermann neu geweiht werden.

„Habt ihr den Weltladen vergrößert?“ ist die Resonanz vieler Kunden auf den neugestalteten Weltladen, denn durch die veränderte Einrichtung wirkt der Weltladen großzügiger. Gleich am Eingang begrüßt die Kunden nun links eine moderne Kaffee-Ecke mit Barhockern, während rechts auf einer neuen Verkaufswand Schmuck, Tücher und Schals zur Geltung kommen. Ebenfalls neu ist ein Regal für Wein und Schokolade.

Blickfang im Weltladen ist aber ein Präsentationstisch in der Raummitte. Hochwertige Kunsthandwerksprodukte oder Lebensmittel sollen hier das Motto „Fachgeschäft für Fairen Handel“ verdeutlichen. Denn während in den Anfangsjahren des Fairen Handels manche Jutepuppe oder manch bitterer Kaffee nur aus Mitleid gekauft wurden, kann das Sortiment moderner Weltläden heute durch Qualität und Kreativität überzeugen. Taschen in zeitgemäßem Design, Wohnaccessoires und Keramik in Trendfarben, Seidentücher und Schals in großer Auswahl, aber auch Schmuck, Haushaltstextilien und Kerzen laden zum Entdecken ein.

Neben den beliebten Mangoprodukten, Kaffee, Gewürzen, Wein, Süßigkeiten und Gebäck ist das Weltladen-Team im Lebensmittelbereich besonders auf das erweiterte Teesortiment mit über 50 Sorten stolz: von schwarzen über grüne bis zu weißen Tees, Rotbusch-, Kräuter- und Früchtetees finden Teeliebhaber eine große Auswahl unterschiedlicher Anbauländer, Qualitäten und Aromen, überwiegend auch aus biologischem Anbau.

Eines haben Kunsthandwerksprodukte und Lebensmittel aus dem Weltladen aber gemeinsam: sie erfreuen nicht nur den Käufer, sondern ermöglichen vielen Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Mit seinen partnerschaftlichen Handelsbeziehungen und fairen Löhnen bietet der Faire Handel die Möglichkeit für verantwortungsbewussten Konsum. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich übrigens uneigennützig im Weltladen, denn der Weltladen wird rein ehrenamtlich betrieben. Der Laden am Ortsausgang Richtung Dingelsdorf ist geöffnet Montag – Freitag 15.00 – 18.30 Uhr und Samstag 9.00 – 12.30 Uhr.

Orgelneubau in St. Verena nimmt Fahrt auf

Im letzten Pfarrbrief konnten wir berichten, dass der Stiftungsrat und das Erzbischöfliche Ordinariat grünes Licht für das Ausschreibungsverfahren einer neuer Pfeifenorgel gegeben haben. Wie verabredet haben der Erzbischöfliche Orgelinspektor Georg Koch und Chorleiter Stefan Benner die Ausschreibungsunterlagen erarbeitet und 6 Orgelbauer vorgeschlagen, die aufgrund Ihres Stils, Qualität und der Referenzen für das Orgelneubauprojekt geeignet erschienen.

Sowohl die Ausschreibungsunterlagen als auch die vorgeschlagenen Orgelbauer wurden zusammen mit den Mitgliedern des Orgelausschusses und des Stiftungsrates diskutiert und angepasst. Die Liste der 6 vorgeschlagenen Orgelbauer wurde eingeschränkt. Man einigte sich nach einer ersten Vorauswahl darauf, vier Orgelbauer um ein Angebot zu bitten. Die eingegangenen Angebote wurden von Orgelinspektor Koch anhand von fachlichen Kriterien gegenübergestellt und einem Preis-Leistungsvergleich unterzogen. Der Vergleich wurde wiederum mit den Mitgliedern des Stiftungsrates und des Orgelausschusses diskutiert.

Der alleinige Vergleich der Angebote war für die Entscheider noch nicht eindeutig, weshalb man sich entschied, eine Orgelfahrt zu unternehmen, um Instrumente von Orgelbauern, die in der engsten Wahl standen, intensiv zu besichtigen und anzuhören. Die Orgelbauer waren persönlich anwesend und stellten "ihre" Instrumente selber vor. Die teilnehmenden Organisten spielten auf den jeweiligen Orgeln das gleiche Stück, um für die Zuhörer den direkten Vergleich herzustellen. Am Ende der Fahrt kristallisierte sich die Firma Metzler aus Dietikon/CH als klarer Favorit heraus. Alle Beteiligten empfahlen dem Stiftungsrat, mit dem favorisierten Orgelbauer in Vertragsverhandlungen zu treten. Der Stiftungsrat folgte der Empfehlung und verhandelte mit der Fa. Metzler neben den Konditionen die endgültige Bauweise, die Register und deren Verteilung.

Als nächster Schritt wird die derzeitige Entwurfsskizze mit dem erzbischöflichen Bauamt abgestimmt, die Statik der Empore angepasst und die schlussendliche Finanzierung durch die Gesamtkirchengemeinde erstellt. Danach wird der Orgelbauvertrag geschlossen und mit den Arbeiten begonnen. Der Orgelausschuss wird weitere Aktionen für die Einwerbung von Spenden organisieren. In diesem Zusammenhang stellen wir die Firma Metzler und ihre sehr interessante Firmenphilosophie vor. Wir werden dies mit der Präsentation der Entwurfsskizze verbinden, um Sie über die aktuellen Entwicklungen des nun greifbar werdenden Projektes auf Stand zu halten.

Für den Orgelausschuss
Stefan Benner

Aus dem Pfarrgemeinderat von St. Verena

Noch zum Ende des Jahres 2010 traf sich der Pfarrgemeinderat nach einer längeren Pause wieder mit den evangelischen Kirchenältesten aus Wallhausen. Die Pause war aus unseren Neuwahlen zu Beginn des Jahres 2010 entstanden.

Es war ein offener Austausch über viele Themen, die uns gleichermaßen betreffen wie z.B. die Einbindung neuer/ alter Gemeindemitglieder in das Gemeindeleben, die Vermittlung des Glaubens in der heutigen Zeit, gestalterische Vorhaben in den jeweiligen Kirchenräumen, usw. Doch leider war der Abend wieder einmal zu kurz, um neue, konkrete gemeinsame Schritte zu vereinbaren. Doch auch über das Jahr war verschiedentlich der persönliche Kontakt da, so dass man zuversichtlich sein kann, bei Bedarf und Möglichkeit entsprechend zusammenzufinden.

Eine erste Herausforderung bestand dann zu Beginn des Jahres darin, einen neuen Vorstand für den Caritativen Förderverein zu finden. Der Verein setzt sich seit Jahren für eine persönliche Ansprache von Menschen in Dettingen/Wallhausen und unbürokratische Hilfe ein, wo es nötig ist. Da es nicht um eine öffentlichkeitswirksame Förderung geht, ist der Verein in der Gemeinde nicht so präsent. Umso erfreulicher ist, dass mit Doris Rudolf, Claudia Flaisch, Monika Schwarz und Helga Griesmeier wieder ein funktionierender Vorstand gefunden wurde. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dieser wichtigen Aufgabe. Und den bisherigen Vorstandsmitgliedern mit Hermine Meyer, Karlheinz Knauth und Helmut Schulter gilt unserer besonderer Dank für ihre langjährige Tätigkeit.

Über das ganze Jahr hinweg hat uns fast nebenbei die Neuorganisation der Sozialstation St. Konrad, des Marienhauses und des geplanten Don Bosco Hauses beschäftigt. Alle 3 Institutionen sind nun in der „Caritas-Altenhilfe für die Region Konstanz“ zusammengefasst. Da die Kirchengemeinden von Konstanz und Allensbach unmittelbar an der Sozialstation und diese wieder zusammen mit der Caritas am Marienhaus beteiligt waren, war eine neue Organisation sinnvoll, um alles unter einem Dach zu ordnen. So sind jetzt in der neuen Gesellschaft Caritas und Kirchengemeinden zu gleichen Teilen beteiligt und die Altenhilfe, um die es ja in erster Linie geht, von der ambulanten Hilfe bis zur stationären Pflege und demnächst die besondere Betreuung demenzkranker Menschen kann nun aus einer kirchlichen Hand geleistet werden.

Im Sommer haben wir uns in einer Pfarrgemeinderatssitzung insbesondere zum Stand der aktuellen Jugendarbeit in der Gemeinde informiert. Da sich der Pfarrgemeinderat inzwischen aus mehreren Personen zusammensetzt, die nicht in Dettingen/ Wallhausen aufgewachsen sind, bestand hier eine Wissenslücke, die wir an diesem Abend mit Hilfe der Vertreter der Messdiener und der KJG schließen konnten. Nochmals vielen Dank den Jugendlichen/ jungen Erwachsenen für ihre umfangreiche Information. Wahrscheinlich wird ein solcher Austausch auch mit anderen Gruppierungen in den nächsten Monaten sinnvoll sein.

Selbstverständlich, aber nicht minder wichtig, waren die Organisation bzw. die Unterstützung beim Fronleichnamsaltar in Dingelsdorf und dem Patrozinium. Auch hier merken wir den Generationswechsel, wo nicht nur Mitglieder des Pfarrgemeinderates in langjährige Aufgaben von Gemeindemitgliedern hineinwachsen müssen, die diese nicht mehr ausführen können oder wollen.

Über die vielen personellen und organisatorischen Veränderungen sind wir aber auch bemüht, unseren religiösen Auftrag nicht aus dem Auge zu verlieren. So werden wir uns Ende November noch zu einem Seminartag treffen, um einmal intensiver das ein oder andere Thema erörtern zu können. Dabei wird es nicht (nur) um die Frage nach Personen und Organisation gehen.

Am Ende bleibt mir der gleiche Appell, wie im letzten Jahr: Wenn Sie etwas bewegt, kommen Sie doch auf die Mitglieder des Pfarrgemeinderats zu oder nehmen Sie an einer Sitzung des Pfarrgemeinderats teil. Je mehr Feedback wir bekommen, desto leichter fällt es uns, die richtigen Dinge zu tun.

Für den Pfarrgemeinderat
Dominik Ball

Aufbruch zum Weltjugendtag in Madrid!

Weltjugendtag 2011Während des letzten halben Jahres haben wir uns bei verschiedenen Treffen in St. Gebhard auf diese Reise vorbereitet und uns in einer Gruppe von Jugendlichen aus verschiedenen Gemeinden in Konstanz (aus Litzelstetten sind wir 13 Jugendliche), einer Gruppe aus Hechingen und auch einigen Jugendlichen aus Vorarlberg zusammengefunden. So starten wir am 10. August 2011 morgens um 5 Uhr mit einem Aussendungsgottesdienst in St. Gebhard und werden unter Glockengeläut auf den Weg geschickt. Wir fahren bis nach Langeac in Frankreich (Auvergne), wo wir in drei Unterkünften von den Dominikanerinnen des Monastère de Sainte-Catherine de Sienne beherbergt und verköstigt werden. Am nächsten Tag geht es weiter bis nach Pamplona, wo wir bis zum 15.8.2011 die Tage der Begegnung in den Diözesen verbringen, zusammen mit Jugendlichen unter anderem aus Spanien, Brasilien und Italien. Am 15. August geht es dann mit bischöflichem Reisesegen und Lunchpaket über Burgos weiter nach Madrid, wo wir unser Quartier in der deutschsprachigen Gemeinde „Santa Maria“ beziehen. Die Vormittage verbringen wir zuerst bei den Katechesen der Bischöfe, dann beschließen wir, diese in unserer Gruppe in Santa Maria selbst zu gestalten. Die Nachmittage und die Abende sind teilweise zur freien Verfügung. Es ist einfach toll, hier Jugendliche aus aller Welt zu treffen, sich auszutauschen oder gemeinsam zu beten.

Ein Höhepunkt ist die Vigil am Samstagabend und die Abschlussmesse mit dem Papst am Sonntagmorgen. Wir finden uns bereits am Samstag gegen Mittag auf dem Flughafen Cuatro Vientos ein und es wird mit ca. 2 Millionen Besuchern so voll, dass einige Gruppen nicht mehr aufs Gelände kommen. Trotz Maximaltemperaturen bis 40 Grad und fast 2 Millionen Gottesdienstbesuchern, Gewitter und Platzregen während der Vigil – die Stimmung ist einfach genial. Nach einer ruhigen Nacht im Schlafsackmeer weckt uns ein wunderschöner Sonnenaufgang, bevor Papst Benedikt XVI die Abschlussmesse zelebriert. Der nächste Tag wird eher ruhig, abends gehen einige zu einem Benefizfußballspiel (Spanien gegen eine Weltauswahl). Nach einem Ausflug nach Toledo am Dienstag wird es auch schon Zeit für die Heimreise mit unserem netten Busfahrer. Wir legen unterwegs eine Pause am Strand ein und kommen am Mittwochnachmittag nach 14 erlebnisreichen Tagen müde und glücklich wieder zu Hause in Konstanz an…

Eva-Maria Hirt