August Kraus leitet seit 2002 die Pfarrbücherei in Dettingen

SÜDKURIER 24. August 2010

Pfarrbüchereien werden gerne als ideale Ergänzung zu großen Bibliotheken wie der Stadtbücherei gesehen: Sie sind wohnortnah und schnell zu erreichen; Familien mit Kindern oder ältere Leser ersparen sich den langen Weg in die Stadt. Eine von ihnen ist die Katholische öffentliche Bücherei Sankt Verena in Dettingen.
Alle ein bis zwei Monate bestellt Büchereileiter August Kraus Bücher. Ein Spezialverlag liefert die Exemplare schon ausleihfertig mit Schutzumschlag und Fristenzettel. „Ich beobachte kritisch Bestsellerlisten und Verlagsinformationen“, berichtet er. Diese helfen ihm bei der Auswahl neuer Bücher, und damit trifft er offensichtlich den Geschmack der Nutzer. 2002 hat er die Leitung übernommen. Seit dieser Zeit ist es ihm gelungen, die Ausleihzahlen zu verdoppeln. Die Zahl der engagierten Mitarbeiter stieg auf 14, die die Bücherei zwei Mal pro Woche öffnen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung wünscht sich Kraus noch mehr Benutzer. Vielen Menschen sei es nicht bekannt, dass es in den Vororten oder kleineren Gemeinden Büchereien gibt, die meist von den Kirchen unterhalten werden. In Dettingen sind rund 3000 Bücher, CDs oder DVDs vorhanden. Es gibt Sachbücher, Romane und Hörbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Spiele und Zeitschriften. Diese Medien decken den allgemeinen Bedarf. Bei Spezialwünschen wie eine Reisebeschreibung zu Madeira verweist August Kraus auf die Stadtbücherei. „Das wird alle fünf Jahre einmal nachgefragt und würde unser Budget sprengen“, erklärt er.
Finanziert wird die Bücherei hauptsächlich durch die Pfarrgemeinde und die Erzdiözese Freiburg. Spenden, Einnahmen beim Flohmarkt, Ausstellung zu Weihnachten und nicht zuletzt Überziehungsgebühren ermöglichen weitere Beschaffungen.
Der größte Wunsch von August Kraus sind ein Internetanschluss und eine eigene Homepage. Darüber könnten die Nutzer suchen, reservieren oder verlängern, erklärt Kraus. Aber umsonst ist sein Traum nicht zu erfüllen, denn das hieße, das eine oder andere Buch nicht beschaffen zu können.