Südkurier-Bericht vor dem Jubiläum und Pfarrfest

Donnerstag, 7. Okt. 2010 von Aurelia Scherrer

Jesus ist sein bester Freund

In den katholischen Kirchen in Dingelsdorf und Dettingen wird am kommenden Sonntag keine Heilige Messe stattfinden. Das Zentrum der Seelsorgeeinheit Bodanrück mit ihren rund 5500 Gläubigen wird die Kirche St. Peter und Paul in Litzelstetten sein, denn dort wird das 40-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Bernd Zimmermann im Rahmen der Eucharistiefeier um 10.30 Uhr gefeiert.

„Schon von Kindheit an wollte ich Priester werden“, sagt Pfarrer Bernd Zimmermann, derzeit dienstältester amtierender Pfarrer in Konstanz. Der gebürtige Stühlinger besuchte Internat und Gymnasium bei den Steyler Missionaren in Aulendorf und St. Wendel. „Es war ein strenges Internat. Ich habe nur durchgehalten, weil ich unbedingt Priester werden wollte“, so der heute 69-Jährige. Einen Ausgleich hatte er in der Musik gefunden. Und er wusste noch jemanden an seiner Seite: „Jesus ist und war mein bester Freund.“ Nach dem Abitur absolvierte er das Philosophie- Theologiestudium und erhielt 1970 die Priesterweihe. Sofort wurde er als Präfekt im Internat St. Wendel eingesetzt, wo er als Chor- und Orchesterleiter sowie als Seelsorger tätig war. Von 1974 bis 1979 studierte Zimmermann an der Universität Köln Germanistik und Linguistik und war zudem als Klinikseelsorger in Köln tätig. 1979 kehrte er wieder nach St. Wendel zurück, wo er in der Mittel- und Oberstufe Deutsch, Religionslehre und Musik unterrichtete. „Ich habe alles anders gemacht als meine Lehrer“, stellt Zimmermann fest. Nie wollte er Angst verbreiten oder mittels Autorität seinen Willen durchsetzen. „Durch Vertrauen, Mut und starken Einsatz habe ich die Schüler zu Höchstleistungen gebracht. Ich habe die Begabten gefördert und jene, die sich schwer taten, durchgebracht“, so Zimmermann, der seine eigene Schulzeit nie vergessen wird. „In der zwölften Klasse sind elf von 30 Schülern durchgefallen. So darf man es nicht machen.“

1989 wollte Bernd Zimmermann seinen priesterlichen Dienst in einer Gemeinde ausüben. „Priester wurden als Pfarrer mehr gebraucht. Es gab schon damals Priestermangel“, erläutert Zimmermann seinen Entschluss. Ihm wurden sogleich die Pfarreien St. Peter und Paul/Litzelstetten sowie St. Georg in Allmannsdorf übertragen. Mit der Schaffung der Seelsorgeeinheit Bodanrück 1999 übernahmen die Salesianerpatres Maria-Hilf und St. Georg, während Zimmermann die neue Seelsorgeeinheit Bodanrück aufbaute. Er hat in seinen Gemeinden in diesen letzten 20 Jahren alle Kirchen renoviert. Den Schwerpunkt legt er aber auf die Eucharistiefeier. „Die mache ich selber“, stellt er fest. Auch ist noch nie eine Fronleichnamsprozession in den vergangenen 20 Jahren ausgefallen.“ Und mit Blick auf die Insel Mainau, die schließlich zu Litzelstetten gehört, schmunzelt er: „Ich habe die meisten Trauungen in Konstanz.“ Am meisten freut er sich aber, dass in Litzelstetten der Gottesdienst nach wie vor sehr gut besucht ist. „Ich predige leichter vor einer vollen Kirche“, bekennt er. Am Sonntag wird sie garantiert noch voller sein als sonst.