Rückblick 2010

Jahresrückblick der Ministranten von St. Verena

Jibeeeee... das war mal wieder ein Jahr. Wir haben wieder viel erlebt. Unser Highlight, neben vielen kleineren Highlights, war natürlich die internationale Ministrantenwallfahrt im August nach Rom.
Unsere Aktionen begannen dieses Jahr mit der Übernachtung im Pfarrheim. Knapp 30 Minis hatten sich versammelt. Bei Spiel, Spaß und einem Film am Abend wurde das neue Jahr eingeläutet. Am nächsten Morgen ging es dann mit der gesamten Mannschaft in den Gottesdienst. So viele Minis gibt es sonst nur an Hochfesten. Dann ging es weiter über die Pfarrfastnacht und dem Fastenessen, wo wir bereits unser großes Projekt für 2010 begannen. Doch dazu später mehr. Auch dieses Jahr verteilten wir kurz vor Ostern wieder unsere Ostergrüße. Der Erlös aus dieser Aktion ging an die Organisation „Schenke-eine-Ziege“ (www.schenkeeineziege.de). Ausruhen konnten wir uns auch danach nicht, da die Einführung unserer neun neuen Minis bevorstand. Wir hoffen, dass auch sie sich gut bei uns einbringen und lange mit dabei sind. Zusätzlich fand die diesjährige Fronleichnamsprozession in Dettingen statt. Doch leider spielte das Wetter nicht mit, und der gesamte Gottesdienst fand in der Kirche statt.

Im Juni stand dann noch die Titelverteidigung beim Minifußballturnier an. Bei den „Großen“ wurden wir unserer Favoritenrolle gerecht und belegten die ersten beiden Plätze. Auch die „Kleinen“ fanden sich unter den Besten vier wieder.
Nach den Sommerferien versorgten wir beim St. Verenafest Sie wieder mit unseren leckeren Waffeln und sorgten für den richtigen „Dunst“ in der Kirche.

Im Oktober durften wir, wie Sie alle, an der Feier unseres Pfarrers teilhaben. Herzlichen Glückwunsch zum 40. Priesterjubiläum nochmal an dieser Stelle. Bleiben Sie noch lange unser Pfarrer. Wir freuen uns schon auf das 50-jährige Jubiläum.
Am Kreamarkt gab es dieses Jahr leider keine Plätzchen von uns. Doch der Duft unserer leckeren Waffeln schwebte wieder durch das gesamte Schulhaus.
Das größte unserer Projekte in 2010, die Wallfahrt nach Rom, begann bereits im Jahr zuvor. Nach dem Anmeldeschluss im November 2009 waren die Teilnehmer klar. 25 Ministranten aus der Gemeinde St.Verena gehen zusammen mit 35 anderen Ministranten aus Dingelsdorf und Litzelstetten im August 2010 nach Rom. Insgesamt waren über 11.000 Ministranten aus der Diözese Freiburg mit dabei. Über 45.000 der knapp 52.000 Ministranten kamen aus Deutschland.

Bei der Pfarrfasnacht begannen unsere Einsätze, um Geld zu verdienen. Wir halfen in der Küche, um den Grundstein für unsere Reisekasse zu legen. Weiter ging es mit dem Waffel- und Kuchenverkauf am Fastenessen. Hinzu kamen auch schon die ersten Anfragen von Privatpersonen. Es wurde geschliffen, gestrichen, (Auto) geputzt, gegraben, beim Umzug geholfen und vieles vieles mehr. So füllte sich unsere Reisekasse und Rom konnte kommen. Die letzte große Aktion fand am Dorffest statt, bei dem neben Schenke-eine-Ziege auch unsere Romkasse unterstützt wurde. Vielen Dank an die vielen Interessenten an dem Verein Schenke-eine-Ziege.

An dieser Stelle vielen vielen Dank, dass wir bei Ihnen ein bisschen Geld verdienen konnten. Danke auch an die großzügigen Spenden und der Pfarrgemeinde, die für die gesamte Seelsorgeeinheit die Wallfahrts-T-Shirts finanziert hat. Unsere schönen sorbetfarbenen T-Shirts haben Sie bestimmt schon bewundern können.

Vom 1. bis zum 7. August waren wir dann in Rom und haben alles Mögliche gesehen. Der Papst, 2 Gottesdienste mit allen Freiburgern Ministranten, die Domitilla Katakomben, der Vatikan, das Kolosseum und vieles vieles mehr stand auf unserem Programm. Was uns ganz besonders wichtig ist: „Wir sind alle wieder heil angekommen.“ Wenn Sie noch mehr von unserem Programm wissen wollen, sprechen Sie uns doch einfach direkt an. An dem „Romgefühl“ haben Sie bei dem Aussendungsgottesdienst oder Rückkehrgottesdienst teilhaben können.

Das nächste Jahr bringt wieder viele tolle Aktionen mit sich. Unter anderem ist im August 2011 der Weltjugendtag in Madrid, bei dem bestimmt auch einige von uns hingehen werden. Der Weltjugendtag ist immer mit mehreren hunderttausend Leuten ein großes Event und gibt es nur alle 3 Jahre.
Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr 2011.

Die Oberminis: Andreas Goeft, Florian Griesmeier und Lewis Kopp
sowie 54 Ministranten/innen von St. Verena

Laudatio aus der Sicht eines langjährigen Freundes

von Univ.Prof.Dr.med.,med.dent.et phil. Dominik Groß, Aachen

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Bernd,
wir sind heute hierher gekommen, um eine Person zu feiern: Pfarrer Bernd Zimmermann. Nur wenige von uns haben seinen gesamten Lebenslauf mitverfolgt. Um unser Hintergrundwissen etwas aufzubessern, erlaube ich mir einen Rückblick auf das Leben des Jubilars Bernd Zimmermann, um dann noch ein paar persönliche Bemerkungen anzuschließen. Bernd Zimmermann wird mitten im 2. Weltkrieg in Stühlingen/Kreis Waldshut geboren. Sein Vater Wilhelm ist zu diesem Zeitpunkt Soldat in Russland und kann die Geburt nicht miterleben. In den 1930er Jahren hat der Vater als Schriftsetzer und Journalist bei der christlichen Bodenseezeitung in Konstanz gearbeitet, bis diese schließlich im Dritten Reich eingestellt wird. Mutter Anna bringt ihn im Krankenhaus Stühlingen zur Welt. Neben ihr wird Bernds Tante Sofie zur zweiten wichtigen Bezugsperson. Bis 1946 lernt Bernd seinen Vater nicht kennen. Als dieser schwer kriegsverletzt aus englischer Gefangenschaft heim kommt, fürchtet sich Bernd zunächst vor dem fremden Mann, der so unvermutet in die eingespielte Familie eindringt und ihm den ersten Platz streitig macht. Doch bald hat Bernd den Vater akzeptiert. Wilhelm Zimmermann findet eine neue berufliche Stellung als Beamter in der Gemeindeverwaltung Stühlingen und ist bis zu seiner Pensionierung als Stadtrechner tätig. Im Jahr 1949 bekommt Bernd noch einen Bruder, Franz Zimmermann, der heute auch unter uns ist. Kraft und Halt schöpft die Familie im christlichen Glauben. So wird Jesus schon früh Bernds großer Freund. Er hört gern die Geschichten von Heiligen, vor allem über das Leben des  Pfarrers von Ars und des Missionars Petrus Claver. Schon früh reift in ihm der Wunsch, Priester zu werden. Bernd kam auf die Internatsschule der Steyler Missionare in Blönried/Aulendorf, von Insidern auch kurz „St. Johann“ genannt. Am liebsten wäre er zu Hause geblieben, aber um Priester zu werden, nimmt er das Blönrieder Internat in Kauf. Zu den Steyler Missionaren kommt er, weil der jüngste Bruder seines Vaters - Pater Franz Zimmermann – bereits diesem Orden angehört. In Blönried besucht Bernd die Unter- und Mittelstufe. Neben einer klassischen Schulbildung erfährt er dort auch zum ersten Mal, was es bedeutet, Verzicht zu üben: Die Regeln für Internatsschüler sind streng, was sich unter anderem in einer strikten Handhabung der Besuchszeiten äußert. Sein Heimweh kompensiert Bernd schon früh mit dem Gedanken an den Priesterberuf. In dieser Situation entdeckt er seine Leidenschaft fürs Orgelspiel. Wo andere sich in den Sport flüchten, kapriziert Bernd sich auf das Gebet und die Musik. Im Laufe der Jahre perfektioniert er sein Spiel an der Kirchenorgel – eine Tatsache, die ihm später einmal eine langjährige Tätigkeit als Organist und Musiklehrer einbringen wird. Die Schule in Blönried ist damals nur ein Progymnasium bis zur Obertertia. Nach der Obertertia wird daher die komplette Klasse nach St. Wendel im Saarland übergesiedelt, denn dort befindet sich das nächstgelegene Vollgymnasium der Steyler Missionare. Der Ortswechsel ist alles andere als einfach. Die Lehrpläne passen nicht zueinander, und ein Großteil der Blönrieder Jungen gibt auf. Bernd aber will durchhalten, eben um Priester zu werden, und Voraussetzung hierfür ist nun mal das Abitur. Hinter den heiligen Mauern der von Arnold Janssen gegründeten Missionshausschule wird Bernd seine ersten drei saarländischen Jahre verbringen. In St. Wendel legt Bernd im März 1963 seine Abiturprüfungen ab – mit Erfolg! Selbstverständlich ist das nicht, denn die Zeiten in St. Wendel sind hart, die Lehrer gefürchtet und in Bernds Klasse haben 11 Schüler keine Versetzung in die Oberprima erhalten. Es gilt noch eine andere Prüfungsordnung mit schriftlichen Leistungstests in Latein, Griechisch, Französisch und Mathematik. Mündlich muss man in allen Fächern zur Prüfung bereit sein, eine Eingrenzung der Fächer gibt es nicht. Solchermaßen auf die Härten des Lebens vorbereitet, tritt Bernd im Sommer 1963 - ohne Alternativen zum Priesterberuf zu erwägen - in das Missionspriesterseminar St. Augustin bei Bonn ein. Nach Noviziat und Philosophiestudium kehrt Bernd nach Blönried zu einem pädagogischen Praktikum zurück. Diesmal jedoch mit vertauschten Rollen, denn Bernd ist nunmehr der Erzieher und nicht mehr der Zögling. In der Präfektur in Blönried lernt Bernd den Umgang mit der Jugend - eine Erfahrung, auf die er noch öfter zurückgreifen wird. Nach dem Pädagogik-Praktikum in Blönried kehrt Bernd wieder nach Sankt Augustin zurück, wo er jetzt sein Theologiestudium aufnimmt. Nun folgt eine Zeit des Denkens und der Einkehr, die mit der Priesterweihe am 11.10.70 in St. Augustin ihren vorläufigen Höhepunkt findet. Die Weihe erfolgt durch den chinesischen Exilbischof Vitus Chang aus Tringtau. Der Priesterweihe schließt sich nur eine Woche später die Heimatprimiz in Stühlingen an. Nach den Feierlichkeiten wartet auf Bernd jedoch wieder geistige Arbeit. Neue Prüfungen in Theologie stehen an, denn Bernd hat sich entschlossen, nun noch den Lizentiatsgrad zu erwerben – ein akademischer Grad, der fast nur noch an theologischen Hochschulen erworben werden kann und der zwischen dem Doktor und dem Magister oder Master angesiedelt ist. Die zuständige Hochschule ist die päpstliche Universität San Anselmo in Rom. Bernd schreibt eine Arbeit über „Das sakramentale Verständnis bei Karl Rahner und Edward Schillebeeckx“ – mit großem Erfolg. Am 13.11.1972 folgt die Urkunde aus Rom. Von 1972 bis 1974 ist Bernd dann zum zweiten Mal in der Missionshausschule in St. Wendel tätig, in neuen Rollen. Er wird Präfekt der Mittelstufe im Internat. Dort stirbt bald darauf der Chorleiter, und so wird ihm zusätzlich die Leitung des Schülerchors, des Blasorchesters und  des  Streichorchesters übertragen. Doch bereits im WS 74/75 treibt es den wissbegierigen Bernd erneut an die Universität. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie und nach der Anfertigung des Lizentiatsarbeit möchte er nun Germanistik und Linguistik studieren. Die Wahl des Studienortes fällt auf Köln, denn hier kann Bernd zugleich als Klinikseelsorger tätig sein. So finanziert er sein Studium. In jener Zeit ist Bernd der Erzdiözese Köln unterstellt. Seine seelsorgerische Tätigkeit an der Hautklinik sowie im Reha-Zentrum erfüllt ihn mit großer Zufriedenheit, und in dieser Zeit entstehen einige Freundschaften. In der Rekordzeit von nicht einmal fünf Jahren beendet Bernd das Lehramtstudium mitsamt dem anschließenden Referendariat. 1979 tritt Bernd im Missionshaus St. Wendel wieder seinen Dienst an – nunmehr als Lehrer für Deutsch, Religion und Musik. Und jetzt kommen wir in den Zeitraum, über den ich aus eigener Anschauung berichten kann, denn ich bin zu diesem Zeitpunkt Schüler der 9. Klasse. In den nachfolgenden Jahren stellt Bernd als Lehrer in St. Wendel einige Rekorde auf: So wird er in insgesamt 10 Schuljahren von Schülerseite zehn Mal zum Vertrauenslehrer gewählt. Seine insgesamt vier Deutschleistungskurse führen zu weit überdurchschnittlichen Ergebnissen, und mehrere seiner Schüler werden für ihre Leistungen vom saarländischen Kultusminister ausgezeichnet.  Bernd wird schnell zum Oberstudienrat befördert, wird Abteilungsleiter für Deutsch und Gesellschaftswissenschaften, stellvertretender Leiter der Abteilung Oberstufe und Zweitprüfer an anderen Gymnasien. Doch Bernd unterrichtet nicht nur, sondern fungiert noch nebenbei als Hausorganist, als Leiter des Schülerorchesters und Herausgeber eines Literaturzirkels des jährlichen Schulbandes. Daneben chauffiert er seine Schüler nach den Orchesterproben und Nachmittagskursen in schöner Regelmäßigkeit mit dem Ordensauto nach Hause – was für die jungen Mitfahrer immer Abenteuercharakter hat, denn Bernd ist ein unkonventioneller und verwegener Autofahrer. Doch Gott fährt glücklicherweise immer mit. Seinen Freunden begegnet Bernd zu dieser Zeit mit der gleichen Freundlichkeit und Contenance wie einzelnen Skeptikern, denen die Beliebtheit und Omnipräsenz des Bernd Zimmermann zu schaffen macht. Doch bei allem Engagement in allen möglichen offiziellen Funktionen bleibt ihm immer weniger Zeit für die Seelsorge. Dabei hat sich ihm doch gerade die Zeit als Klinikseelsorger in Köln ins Herz gebrannt. Immer mehr verspürt er das Bedürfnis nach einer Neujustierung seines Lebens, nach einer Kurskorrektur, um dem Kern des Priesterberufs wieder näher zu kommen. Es folgt eine harte Zeit des Grübelns und Zweifelns. Kann er mit 48 Jahren seinem Leben noch mal eine neue Richtung geben. Soll er Orden und Schule verlassen, um Weltpriester und Seelsorger zu werden?  Und so ist es eine sehr schwere, aber letztlich logische Entscheidung, dass Bernd 1989 in Absprache mit den Ordensoberen in die Pfarreitätigkeit übertritt. Der heutige Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz Zollitsch überträgt ihm die Pfarreien in Litzelstetten und Allmannsdorf, ohne dass Bernd sich hierfür beworben hätte. Da ist er nun: mitten in einem Glaubenskurs soll Bernd seinen Vorgänger ablösen – ohne private Kontakte zu seinen neuen Pfarreien zu unterhalten. Eben noch hinter den Mauern der Missionshausschule, und jetzt auf der Bühne zweier lebendiger Pfarreien – das erweist sich als heftige Umstellung! Da das Pfarrhaus in Litzelstetten noch weitreichender Umbaumaßnahmen bedarf, muss Bernd zunächst ein Privatquartier beziehen. Bernd hat das Glück, bei Familie Moser unterzukommen und an diese Anfangszeit denkt er heute noch mit großer Dankbarkeit zurück. Nun beginnt das zweite Leben des Bernd Zimmermann: Bernd hat die klösterliche Enge gegen ein Leben als Weltpriester eingetauscht und ist doch seinem persönlichen Verständnis von Priestertum wieder näher gerückt. Von heute auf morgen stellt er seine Lebensgewohnheiten um. Kein Bildungsprogramm mehr, die alte Begeisterung für Belletristik scheint verflogen. Auch an der Orgel sieht man ihn nicht mehr. Dafür taucht er ein in den Alltag der Pfarrei. 1999 folgt die nächste Zäsur. Mit Errichtung der neuen Seelsorgeeinheiten wird St. Georg in Allmansdorf mit der Pfarrei Maria Hilf zusammengelegt. Bernd behält die Pfarrei in Litzelstetten mit der Mainau und bekommt die Pfarreien Dingelsdorf-Oberdorf und Dettingen-Wallhausen hinzu. Die meisten von uns haben ihn in dieser Lebensphase als Pfarrer kennen gelernt und können seine Tätigkeit hier vor Ort weit besser einordnen als ich das kann. Ich bin aber immerhin seit nahezu 30 Jahren sein engster Freund, so dass es mir gestattet sei, abschließend noch ein paar persönliche Worte einzuflechten: Ich selbst habe Bernd viel zu verdanken; er hat vor allem meinen beruflichen Werdegang entscheidend beeinflusst. Dies erklärt eine gewisse Dankbarkeit, aber es erklärt natürlich noch keine drei Jahrzehnte währende Freundschaft. Letzteres hat damit zu tun, dass wir miteinander durch Höhen und Tiefen gegangen sind und einander an allen privaten Katastrophen haben teil nehmen lassen. Dabei war Bernd gewiss immer mehr derjenige, der gibt. Dies scheint mir die größte Konstante zu sein in einem Verhältnis, das ansonsten sich mit den Jahren doch stark gewandelt hat. War ich am Anfang der Schüler und er der Dozent, ist es mittlerweile schon mal umgekehrt. Früher war es nahezu ausgeschlossen, mit Bernd aneinanderzugeraten. Der besondere und fast schon einzigartige Anspruch des jungen Bernd Zimmermann, den ich Anfang der 80er Jahre kennenlernte, war es, jedem das zu sein, was dieser in ihm suchte: dem intellektuellen Schüler war er der Partner im Ringen um die beste Leistung, dem gefährdeten Schüler der Bündnispartner im Kampf um die Versetzung, dem beladenen Ordensbruder war er Seelentröster, dem nichtmotorisierten Musikant war er der bestmögliche Chauffeur. Bernd war in seiner St. Wendler Zeit eine Person, deren Ich kaum kontouiert war und die völlig im Dienst am Nächsten aufgegangen ist. Das hat sich mit den neuen Aufgaben schon geändert: Er hat heute deutliche Vorstellungen von dem, was er durchsetzen will, und vor allem auch von dem, was er nicht will. Dass er seine Vorstellungen selten eins zu eins kommuniziert, macht ihn dabei zu einem durchaus anspruchsvollen Gesprächspartner. Der Bernd, den ich im Jahr 2010 erlebe, hat eigene Wünsche. Aber er übt sich gerne in Andeutungen und Auslassungen und hält es für vornehmer, seine Wünsche zwischen den Zeilen herauslesen zu lassen. Das erinnert bisweilen an Kaffeesatzleserei und ist nicht immer einfach. Aber am Ende stehen doch immer Verständigung und Ausgleich. Ich bin froh, dass es Bernd im Verlaufe seiner Tätigkeit hier in Konstanz gelernt hat, sich zu behaupten. Wahrscheinlich ist es auch die einzige Möglichkeit, sich im Alltag als katholischer Priester in einer säkularisierten Welt über Wasser zu halten. Bernd Zimmermann ist in meinen Augen ein ausgesprochen großzügiger Freund, er ist absolut loyal, 100%ig zuverlässig und absolut vertrauenswürdig. Er ist die sprichwörtliche treue Seele und ein ausgesprochen gebildeter und belesener Zeitgenosse, auch wenn dieser Teil seiner Persönlichkeit gegenwärtig weniger bedient werden kann. Seine Freizeit gilt heute den Landschildkröten und auch das ist ein Hobby, das uns verbindet. Was ich an Bernd aufrichtig bewundere, ist seine Liebe zu seinem Beruf und die unumstößliche Gewissheit, dass der Priesterberuf für ihn alternativlos war und ist. Je mehr in Streitgesprächen sein priesterliches Tun und sein Glaube herausgefordert wird, desto entschlossener wird seine Haltung. Für ihn gab es in beruflicher Hinsicht nie einen Plan B und auch der Entschluss, über den 70. Geburtstag hinaus hauptberuflich Priester bleiben zu wollen und nicht zu privatisieren, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit  – natürlich immer vorausgesetzt, die Gesundheit spielt weiterhin mit. Und so hoffe ich, dass Bernd an dieser Stelle noch einige Jahre wirken kann – zu Ihrem Wohl und zu seinem eigenen. Lieber Bernd, in diesem Sinne wünsche ich Dir zu Deinem Priesterjubiläum, dass Du Dir Deinen Mut, Deine Durchsetzungskraft und vor allem Deine Liebe zu den Menschen bewahrst. Für die Zukunft nur das Beste – und noch ein bisschen mehr.

Litzelstetter Bücherei ist ein Erfolgsmodell

„Wir wollen die Türen ganz weit aufmachen für alle Menschen, die zu uns hierher kommen.“ Dies sagte Emily Kurzen, die Initiatorin und erste Leiterin der Bücherei bei der Eröffnung der Einrichtung in der Unterkirche St. Peter und Paul am 25. April 1982. Zusammen mit Rita Martin arbeitete sie fast zehn Jahre für die Bücherei und die Vermittlung von Literatur, bevor sie kurz vor ihrem 80. Geburtstag im Juli 1991 die Aufgabe an ihre Nachfolger, vier deutlich jüngere Frauen, übergab.

Mittlerweile besteht das Büchereiteam  in Litzelstetten aus neun Mitarbeiterinnen, die sich den ehrenamtlichen Dienst teilen. Dazu gehört neben der Ausleihe natürlich auch das Auswählen, Bestellen und Einarbeiten der Bücher und sonstigen Medien, wie z.B. Kassetten, CDs und Spielen, die die Bücherei St. Peter und Paul für die Ausleihe bereithält. Hierbei wird auf Aktualität und Vielfalt  großen Wert gelegt. Der Bestand umfasst u.a. Romane, Sachbücher, Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher.

Seit 2009 verfügt die Bücherei über ein modernes EDV-System, welches diese Arbeiten wesentlich erleichtert.

Betreut werden die Büchereien der Pfarrgemeinden  durch das Bildungswerk der  Diözese Freiburg. Das Team der Fachstelle für kirchliches Büchereiwesen mit ihrem Leiter Lothar Ganter ist Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Bücherei und unterstützt die Mitarbeiter vor Ort mit Rat und Tat, aber auch finanziell über die Diözesanzuschüsse.

Die Bücherei erfreut sich großer Akzeptanz in der Litzelstetter Bürgerschaft und wächst seit ihrer Gründung stetig. Insbesondere junge Familien mit Kindern nutzen die vielfältigen Möglichkeiten. Das zeigt, wie wichtig ein wohnortnahes Angebot ist.

Waren es im Jahr 1982, dem Jahr der Eröffnung, bei einem Bestand von ca. 500 Medieneinheiten und 123 Lesern 639 Ausleihen insgesamt, so steigerten sich diese Zahlen im Laufe der Jahre auf einen Bestand von ca. 3000 Medien und 4200 Entleihungen bei 244 aktiven Lesern (Erwachsene und Kinder) im Jahr 2009.

Seit der Gründung ist der Medienbestand also um das Sechsfache gewachsen, ebenso wie die Zahl der Ausleihen. Der Etat der Bücherei steigerte sich von 1700 DM im Jahr 1983 auf ca. 2450 € im letzten Jahr. Die Finanzierung wird geleistet durch die Pfarrei, die 1000 € als Träger der Einrichtung beisteuert, sowie die Fachstelle in Freiburg und Spenden.

Für das Jahr 2011 steht eine große Veränderung an. Die Bücherei wird sich aus der Unterkirche verabschieden und in das Gemeindehaus im Kornblumenweg umziehen.

Mit dem Umbau des Gemeindehauses wird ein Raum für die Bücherei entstehen. Die Planungen laufen und wir halten unsere Leser natürlich auf dem Laufenden und informieren rechtzeitig über den Umzug.

Die Öffnungszeiten der Bücherei sind:
Sonntag       von   9.45 bis 10.30 Uhr
Donnerstag    von 17.00 bis 18.00 Uhr


Jeder neue Leser ist herzlich willkommen!

Birgit Domgörgen
Rosemarie Wolf

Martina Rock-Jerg, Leiterin des Kindergartens St. Verena

Seit Juli 1991 arbeite ich nunmehr im Kindergarten St. Verena in Dettingen, im Herbst 1993 habe ich dort die Leitung übernommen. Meine Ausbildung als Erzieherin an der Kath. Fachschule in Trier habe ich 1984 beendet und zunächst drei Jahre in Hamburg-Volksdorf gearbeitet. Aus familiären Gründen bin ich 1987 mit meiner Familie nach Dingelsdorf gezogen. Zurzeit absolviere ich im 6. Semester den berufsbegleitenden Studiengang „Management von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen“ an der Kath. Hochschule Freiburg.
Der Kindergarten St. Verena ist eine viergruppige Einrichtung, in der bis zu 89 Kinder im Alter von 2-6 Jahren in ihrer Entwicklung begleitet werden. Seit 1998 hat sich der Kindergarten kontinuierlich zur Ganztagseinrichtung weiterentwickelt. Weiter gehören zum Kindergarten seit September 2008 zwei Spielgruppen mit jeweils 10 Kindern, die in der Wendelsbergstraße untergebracht sind. Im Rahmen der Bedarfsplanung der Stadt Konstanz für Kinder unter drei Jahren wird der Kindergarten in den kommenden drei Jahren einen Anbau für zwei Kleinkindgruppen erhalten. Unsere pädagogische Arbeit basiert auf dem Konzept der Gruppenarbeit in offenen Strukturen, das heißt die Kinder erleben die Zugehörigkeit zu einer Gruppe und damit sowohl emotionale Verlässlichkeit und Sicherheit als auch das Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Die offenen Strukturen beinhalten die verschiedenen Erfahrungsräume  in  unserem Haus: Theater, Bauzimmer, Atelier, Werkraum, Bewegungsbaustelle, Töpferwerkstatt, Forscherlabor oder Stilleraum, in denen die Kinder ihren Fragen und Interessen selbstständig und eigenmotiviert nachgehen können. Aufgabe der ErzieherIn ist es, die Kinder zu beobachten und zu begleiten und durch Impulse und Projekte individuelles Lernen zu ermöglichen.