Rückblick 2008

Bericht aus dem Gemeinsamen Ausschuss unserer Seelsorgeeinheit

Haben Sie schon vom „Gemeinsamen Ausschuss“ gehört?
Gemeint ist eine der möglichen Formen der Zusammenarbeit der einzelnen Teilgemeinden einer Seelsorgeeinheit (früher auch als Seelsorgeausschuss bezeichnet). Sie wurde bei der Errichtung unserer Seelsorgeeinheit (SE) im Jahre 2001 als die angemessene Form für unsere Kirchengemeinden St. Peter und Paul Litzelstetten, St. Nikolaus Dingelsdorf und St. Verena Dettingen gewählt. Der Ausschuss ist kein Super-Pfarrgemeinderat, sondern ein koordinierendes Gremium, das die gemeinsamen pastoralen Belange aller drei Kirchengemeinden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Pfarrgemeinderäten regelt.
Dies betrifft im Wesentlichen die Gottesdienstordnungen, die Vorbereitung der Sakramentenspendung, die Vorbereitung gemeinsamer Feste wie das jährlich rotierende Fronleichnamsfest.

Mitglieder sind per Satzung der Pfarrer, der Gemeindereferent sowie die ersten und zweiten Vorsitzenden der einzelnen Pfarrgemeinderäte. Wir treffen uns im Ausschuss etwa vierteljährlich im Pfarrhaus in Litzelstetten.

Was waren die wichtigsten Ereignisse und Themen im Jahr 2008?
Die Vorstellung unserer Seelsorgeeinheit bei der Einrichtungsfeier des neu strukturierten Dekanats am 12. Januar in Hegne.
Die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Ergebnisse der Klausur zu den Pastoralen Leitlinien am 1. März in Dettingen. Dieses Thema beschäftigte nicht nur die einzelnen Kirchengemeinden, sondern auch den Gemeinsamen Ausschuss mit Sichtung der Ergebnisse der Arbeitsergebnisse der Teilgemeinden, Vorgaben zu einer abgestimmten  Vorgehensweise und eines Zeitplanes sowie inhaltliche Aussagen, soll doch das endgültige Konzept das der  SE als Ganzes werden.

Als Aufbruch-(Schwerpunkt)-Themen auf der SE-Ebene sind ausgewählt:

  • Einladung von kirchenfernen Einwohnern in besonderen Veranstaltungen,
  • Stärkere Nutzung überörtlicher Bildungsangebote,
  • Verbesserung von Strukturen als Anlaufstellen für Menschen mit seelsorgerischen Anliegen,
  • Einbindung von Gruppen in Gottesdienste (Abstimmung der entsprechenden Aufbruch-Themen der Teilgemeinden),
  • Förderung des Erfahrungsaustausches der verschiedenen caritativen Einrichtungen der Teilgemeinden und die
  • Bildung eines Familienkreises auf SE-Ebene.

Der derzeitige Stand der Arbeiten stellt sich so dar, dass die inhaltliche Arbeit der Teilgemeinden weitgehend abgeschlossen ist. Dagegen muss die noch stark unterschiedliche Form angeglichen werden und mit den (noch auszuformulierenden) Teilen auf SE-Ebene zusammengefügt werden.
Die gemeinsame Feier des Fronleichnamsfests fand dieses Jahr unter besten Bedingungen in Dingelsdorf statt und wurde zu einem beeindruckenden Zeugnis auch der Zusammengehörigkeit der Teilgemeinden unserer Seelsorgeeinheit.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Übernahme der Trägerschaft der Spielgruppen des Kinderschutzbundes, nachdem die Fortführung dieser Gruppen (zwei jeweils in Litzelstetten und Dettingen, eine in Dingelsdorf) kurzfristig gekündigt worden war. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Gesamtkirchengemeinde, der Stadt Konstanz, Ordinariat in Freiburg konnte eine gute Lösung gefunden werden. Diese Gruppen konnten mit Wirkung vom 1. September als Außengruppen der örtlichen Kindergärten weiter geführt werden.

Sepp Burgert
Oktober 2008

Bilder vom Erntedankfest 2008

Zum Erntedankfest waren unsere Kirchen wunderbar geschmückt.

Zur Bildergalerie des Erntedankaltars in Dettingen

Zur Bildergalerie des Erntedankaltars in Litzelstetten

Christenverfolgung in der Erzdiözese unseres befreundeten Erzbischofs Cheenath


Papst Benedikt XVI. mit Erzbischof Raphael Cheenath beim letzten Besuch in Rom

Anfang des Jahres 2008 erreichten uns schlimme Nachrichten aus der Erzdiözese Cuttack-Bhubaneshwar/Orissa-Indien.

Fanatische Hindu-Fundamentalisten haben vom 22. bis 27. Dezember verschiedene christliche Gemeinden und Einrichtungen angegriffen und terrorisiert. Sie fordern die Christen auf, Indien zu verlassen und wollen jegliche soziale und missionarische Tätigkeit verbieten. Ein Mob zog durch die Gegend, schwer bewaffnet mit Schwertern, Speeren, Fahrradketten, Messern und Gewehren, um kirchliche Einrichtungen anzugreifen. Diese Angriffe dauerten fünf Tage, und in dieser Zeit kam für die Christen keine Hilfe von Seiten der dortigen Verwaltung. Schutzlos waren sie der angreifenden Menge ausgeliefert. Mit Angriffen, Drohungen, Brandstiftungen, Zerstörungen und Mord haben sie die einfache christliche Bevölkerung terrorisiert. Aus Angst vor Angriffen mussten Gemeindepriester, Ordensschwestern und Laien mehrere Nächte in den Wäldern verbringen oder sich bei Familien verstecken. Im Wald hatten sie für längere Zeit nichts zu essen.

Nach fünf Tagen waren zahlreiche Gebäude und Einrichtungen durch die fundamentalistischen Gruppen zerstört, darunter: 6 große Gemeindekirchen, 55 Dorfkirchen, 4 Konvente, 4 Pfarrhäuser, 2 Internate, 2 kleine Seminare (Balliguda und Barakhama), 1 Berufsschulzentrum (Baliguda), 1 Leprazentrum (Pobingia).

Darüber hinaus wurden weitere zahlreiche Dorfkirchen und soziale Einrichtungen angezündet. In Barakhama wurden 400 Häuser zerstört, fünf Geistliche ermordet, Eigentum geplündert, ein Traktor in Brand gesetzt. Das Ordenshaus der Kapuziner-Kongregation fiel vollständig dem Vandalismus zum Opfer.

Aufgrund der hochsensiblen Situation konnte der Erzbischof nicht mal gleich in manche Gebiete fahren. Es bestand die Gefahr, angegriffen und ermordet zu werden. Dies ging noch einige Zeit.
Viele Jahre harter Arbeit und der Aufbau einer Infrastruktur zum Dienst an den Armen und Marginalisierten wurden innerhalb von fünf Tagen völlig zerstört.

„Was bleibt, ist Angst und Schrecken. Aber wir sind nie allein und hilflos in der Hand Gottes, unseres Vaters. Bitte schließen Sie uns in Ihre Gebete ein“, so schrieb uns Erzbischof Cheenath.

Im August flammte im ostindischen Bundesstaat Orissa die Gewalt radikaler Hindus erneut auf: Christen werden gejagt und finden wenig Schutz.


Unsere Verbindung mit Erzbischof Cheenath

Es ist für Erzbischof Raphael Cheenath selbstverständlich, dass er jetzt bei seinen verfolgten und verängstigten Christen bleibt und ausharrt und sich für sie als guter Hirte bis zum Letzten einsetzt. Denn auch er ist ständig bedroht. Er bittet aber dringend um unsere Hilfe und insbesondere um unser inständiges Gebet. Wir bleiben mit ihm und seinen Christengemeinden und Helfern verbunden. Wir werden sie in ihrer Not und Bedrängnis nicht vergessen und der Bischof hat auch in diesem Leid großes Gottervertrauen. In der Bergpredigt hat Jesus gerade denen um das Glaubens willen Verfolgten die Verheißung gegeben: „Selig sind, die Gewalt und Verfolgung erleiden, denn ihnen gehört das Himmelreich.“

Gewissheit
Wir dürfen sicher sein, dass wir, so schwer und so stürmisch
die uns erwartenden Prüfungen auch sein mögen,
niemals uns selbst überlassen bleiben,
niemals aus den Händen des Herrn fallen werden,
jenen Händen, die uns geschaffen haben
und sich nun auf unserem Lebensweg um uns kümmern.
Benedikt XVI.


Eine neue hoffnungsvolle Nachricht erreichte uns am 9. Okt. 2008

Ein „intensiver und ehrlicher interreligiöser Dialog“ zwischen Christen und Hindus soll an die Stelle der Gewalt treten.
Dazu fordern hohe Vertreter beider Religionen in einer gemeinsamen Erklärung auf. In Neu Delhi waren erstmals nach den Attacken gegen Christen zwei indische Erzbischöfe mit einem hinduistischen Religionsführer sowie mit dem Präsidenten der extremistischen Hindupartei BJP zu Gesprächen zusammengetroffen. Die radikale BJP gilt als Sammelbecken für Hinduextremisten, die an den jüngsten Angriffen auf Christen beteiligt waren. Bei seinem Treffen mit den katholischen Oberhirten verurteilte der BJP-Präsident die Welle der Gewalt als „schändliches Verbrechen gegen die Menschheit“. In ihrer gemeinsamen Erklärung fordern die Glaubensvertreter, dass alles getan werden müsse, um den Frieden und die Sicherheit in den betroffenen Regionen wiederherzustellen. Die Täter müssten bestraft und die Opfer schnellstmöglich entschädigt werden. Von katholischer Seite nahmen der Erzbischof von Delhi, Vincent Concessao, und der Erzbischof von Bhubaneshwar in Orissa, Raphael Cheenath, an dem Krisengipfel teil. (misna)


Schreiben an H.H. Erzbischof Cheenath/Orissa vom 12. Okt. 2008

Lieber Herr Erzbischof Raphael,
am 11. und 12. Oktober war in Konstanz die Auftaktveranstaltung zum Weltmissionssonntag 2008 für die Erzdiözese Freiburg. Zu Beginn am 11. Oktober fand auf dem Münsterplatz ein „Markt der Weltkirche“ statt, wobei einzelne Pfarreien des Dekanats ihre Beziehungen zur Weltkirche darstellt.

Wir als die Konstanzer Bodanrückgemeinden St. Peter und Paul/Litzelstetten, St. Verena/Dettingen, St. Nikolaus/Dingelsdorf stellten auch unsere Verbindungen zur Weltkirche dar, insbesondere die enge Beziehung zu Dir und Deiner Erzdiözese.

Von Dir, lieber Erzbischof Raphael, und über Orissa und die Christenverfolgung habe ich inzwischen viele Nachrichten vom Vatikan, Deine Verlautbarungen aus dem Internet und aus der internationalen und deutschen Presse gesammelt. So war ich mit ganzem Herzen bei Dir und Deinen verfolgten Christen.
In den Gottesdiensten haben wir immer auch für Euch gebetet. Darüber hinaus habe ich hier ca. 600 Unterschriften nach den Gottesdiensten für einen Brief an die Indische Botschaft nach Berlin und an den Präsidenten nach Orissa gesammelt, nachrichtlich an Dich, um Schutz und tatkräftige Hilfe für die Christen. Dies war auch mit einer Plakatdokumentation verbunden auf dem „Markt der Weltkirche“ vor dem Münster in Konstanz. Dabei waren mir der Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul und Mitglieder der Pfarrei Litzelstetten hilfreich zur Seite gestanden. Ihr seht: Wir vergessen Euch nicht!

Über die Steyler Mission St. Augustin habe ich an Dich und Deine verfolgten Christen 2.000,-- € überwiesen.

Möge der jetzt begonnene Dialog mit dem Indischen Staat und mit der Hindu-Religion Euch bald Frieden und Religionsfreiheit geben. Mögen die christlichen Märtyrer von Orissa Euch neue Kraft aus dem Glauben schenken und das furchtbare Leid der Verfolgten schnell ein Ende habe.

Mit Euch im Gebet verbunden
Euer Bernd Zimmermann, Pfarrer
sowie Eure Mitchristen der Konstanzer Bodanrückgemeinden

Christoph Paar tritt ins Priesterseminar ein

Aus den Zeitungsberichten des Südkurier:

Vom Schülersprecher zum Pfarrer
Christoph Paar aus Dingelsdorf-Oberdorf ist seit Oktober im Priesterseminar Freiburg. Eigentlich hatte er alle Voraussetzungen für eine politische Karriere: Christoph Paar engagierte sich im Konstanzer Schülerparlament (KSP). Der damalige Schülersprecher des Humboldt-Gymnasiums war zudem als stellvertretender
Vorsitzender des Landesschülerbeirats und auf Bundes- und Europaebene tätig. Doch der 21-Jährige aus Dingelsdorf-Oberdorf hat eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Er möchte katholischer Pfarrer werden. „Das wird ein verdammt steiniger Weg, aber Gott wird mir dabei helfen.“

Es ist heute selten, dass junge Menschen den Priesterberuf anstreben. Bei Christoph Paar deutete ebenfalls wenig darauf hin: Er war zwar Ministrant in Dingelsdorf, hat schon in Gottesdiensten als Organist ausgeholfen und seine Familie ist ebenfalls in der Kirche engagiert. Doch sein Leben bestimmten die Aktivitäten auf Schulebene, Tennis spielen, Klavierunterricht oder als Skilehrer beim Skiclub Konstanz. So entschied er sich nach dem Abitur für ein Studium der Politik und Verwaltungswissenschaft an der Uni Konstanz. Das ging ganze zwei Semester lang, dann stand für ihn fest: Er will Priester werden. Erste Überlegungen reiften bereits nach dem Abitur, aber er habe noch keinen großen Drang verspürt, erzählt der junge Mann mit den wachen Augen.

Der Wendepunkt dürfte ein Taizé-Jugendtreffen in Zagreb zum Jahreswechsel 2006/2007 gewesen sein, damals sprach er mit einigen Patres und Theologiestudenten höherer Semester. Seinen Freunden und Verwandten erzählte er aber nichts von den Überlegungen: „Ich wollte mich nicht beeinflussen lassen.“ Letztendlich müsse man dies mit sich und Gott ausmachen. Selbst die Eltern hat er schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie seien überrascht gewesen, aber zufrieden mit seiner Entscheidung. Nun werden Christoph Paar sehr intime Fragen gestellt. Manche unterstützen seine Absicht, andere können sie nicht verstehen. Vor allem der Zölibat sorge für Skepsis. „Ich habe mich natürlich auch gefragt: Kann ich das durchhalten?“ Wenn man den Zölibat aber bewusst lebe und Sinn darin sehe, sei er auszuhalten, ist er sich sicher. Er wisse von den Selbstzweifeln, so gebe es angehende Pfarrer, die aufhören, heiraten und dann Pastoralreferent oder Diakon werden.

Seit Oktober ist er nun mit 27 Brüdern im Priesterseminar in Freiburg. Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit geht es bald richtig los. Vor Christoph Paar stehen zehn Semester Theologiestudium an der Universität und ein Praxissemester. Nach dem Abschluss mit Diplom folgen die Diakon- und zuletzt die Priesterweihe. Insgesamt wird die Ausbildung siebeneinhalb Jahre dauern.

Südkurier 26. Jan. 2008

Ein weiterer Bericht folgte nach einer Israel-Reise:

Bibel-Lektüre und Wüstentour
Konstanzer Priesteramtskandidat Christoph Paar für neun Wochen in Israel unterwegs – Schneefall in Nazareth.
Im Rahmen seines Studiums befand sich der Konstanzer Theologiestudent Christoph Paar für 63 Tage im Heiligen Land. Gemeinsam mit weiteren 25 Priesteramtskandidaten aus Freiburg, Mainz und Essen war er dort auf den Spuren Jesu unterwegs. Hier sein Erfahrungsbericht aus Israel:

Eine der ersten Nachrichten aus dem Heiligen Land lautete: „Es schneit!“ – nach 16 Jahren der erste Schneefall in Nazareth. Und damit nicht genug: Stromausfälle, kein warmes oder überhaupt kein Wasser, Feilschen am Bazar, und das Wort „Norm“ scheint nicht zu existieren. Die Unterbringung im arabischen Viertel Nazareths bot uns Bibelschülern nicht nur die Möglichkeit, mit Christen vor Ort in Kontakt zu treten, sondern auch ihre Lebensumstände am eigenen Leib mitzuerleben. Gerade in diesen Situationen hat man die infrastrukturellen Unterschiede zwischen muslimischen und jüdischen Stadtteilen gemerkt: Europäischer Standard versus Stromausfall und kaltem Wasser! Doch mit steigenden Temperaturen (bis zu 30 Grad) und handwerklichem Geschick ließen sich auch diese Probleme lösen und alle Studenten wohlbehalten und braungebrannt zurückkehren.

Die meiste Zeit verbrachten die Bibelschüler mit dem Lesen der gesamten Heiligen Schrift. Die Bücher des Alten und Neuen Testaments boten dabei ein hohes Lesepensum. Ungeachtet dessen war es etwas ganz Besonderes, die Worte in jenem Land und an jenen Stätten zu lesen, an denen sie sich ereignet haben. Wir konnten nicht nur davon lesen, sondern selbst erfahren, wo das Wort Fleisch geworden ist. Ich betrachte nun die Bibel aus einer anderen Perspektive. Neben dem Bibelstudium bot sich für uns Theologiestudenten die Möglichkeit, die Heiligen Städte und Stätten zu besichtigen: Jerusalem, Bethlehem, Nazareth, See Genezareth, Berg Tabor. Doch meistens realisiert und begreift man erst einige Tage später, dass man tatsächlich mit seinen eigenen Füßen dort war, wo auch schon Jesus gelebt und gewirkt hat. Dort dann die Kar- und Ostertage zu feiern war die Krönung des Israel-Aufenthaltes. Mit Beginn der Osterliturgie um 4 Uhr steckte die Müdigkeit zwar noch in den Knochen, die Feier der Osternacht mit den Benediktinern war dessen ungeachtet außergewöhnlich und eindrucksvoll.

Insbesondere die bewusst gelebte und gezielt ausgerichtete Fastenzeit bot eine intensive Vorbereitung und Feier der Fasten- und Osterzeit. Wie erlösend erscheint da plötzlich ein einfaches Halleluja. Am imposantesten war jedoch die einwöchige Wüstentour im Sinai-Massiv. Fünf Tage lang marschierten wir rund um das Katharinenkloster mit Aufstiegen auf den Mose- und Katharinenberg, begleitet von Beduinen. Das Hotel der 1000 Sterne mit Toilette hinter dem nächst größeren Stein – so lässt sich die Schlaflokalität umschreiben. Ziel der Wüstentage war es, in Stille und Einkehr über den eigenen Berufungsweg nachzudenken und im intensiven Gebet die Nähe Gottes zu suchen. Es gibt dort nichts, das einen ablenken kann, kein Geräusch, Fernseher, Internet; keine Aufgaben, die man erledigen muss. Eine einzigartige Chance: Abseits der Gruppe dort auf einem Felsen sitzend gibt es lediglich zwei Personen: Gott und dich! Und so gehe ich mit neuen Impulsen aus der Wüste heraus und bin in meiner Entscheidung, den Priesterberuf anzustreben, gefestigter denn je.

Südkurier 30. April 2008