Rückblick 2008

Missionar Wilhelm Stader aus Mancio Lima/Brasilien schreibt

Wer sich im Glauben auf Jesus einlässt darf erfahren, dass es sich auch in einer zunehmenden Spaß- und Erlebnisgesellschaft noch lohnt, den christlichen Weg der Hingabe und Liebe zu gehen, auch wenn die Götter unserer Zeit in nachhaltiger und aufdringlicher Weise versuchen, die permanente Triebbefriedigung des EGO als ein neues und verlockendes „Evangelium“ zu verkünden.

Selbst hier im abgeschotteten Urwald hinterlässt diese neue Welle seine nachhaltigen Spuren. Gewalt- und Respektlosigkeit vor der Würde des Mitmenschen nehmen zu und schreiben bedenkliche Zahlen. Sechs vorsätzliche Tötungsdelikte und 210 registrierte Fälle von Körperverletzung als Konsequenz von Betrunkenheit und Drogenkonsum! Immer sind Alkohol und Drogen mit im Spiel. Unsere Pfarrgemeinde führt in diesem Jahr wieder eine Antidrogenkampagne durch mit den Jugendlichen aller Schulen unserer Pfarrei in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und der Staatsanwaltschaft.

Jeden Mittwoch transportieren wir zwei Schulklassen in unser Pfarrzentrum, wo die Jugendlichen durch Vorträge und Videomaterial in die Drogenproblematik eingeführt werden, um sich nach einem guten Vesper noch tiefer mit der Materie in Kleingruppen auseinandersetzen zu können. Das Echo von Seiten der Schüler ist sehr positiv und inzwischen beginnt auch das staatliche Schulamt, sich für unser Antidrogenprogramm zu interessieren.

Ein weiterer und kühner Schritt in dieser Richtung ist der Plan, in unserer Pfarrei ein Rehabilitationszentrum für Drogensüchtige zu errichten nach dem Modell der „Fazenda de Esperanca“, die Papst Benedikt XVI. bei seiner Reise nach Brasilien in Sao Paulo besucht hat. Wir haben bereits 70 Hektar Land erworben und vier junge Menschen befinden sind in Ausbildung, um dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.

Das herausragende Geschehen in unserer Pfarrchronik war jedoch das feierliche Kirchweihfest unserer neuen Pfarrkirche zu Ehren des Hl. Franziskus am 30. September. Sie wurde so gründlich saniert, dass im Grunde nichts mehr von der alten Kirche übrig blieb als der Turm – die Vorder- und ein kleiner Teil der Hinterwand Kirche. Den alten und imposanten Dachstuhl konnten wir retten und nachdem die Vertäfelung entfernt wurde, die sowieso nur den Fledermäusen als Unterschlupf diente, kam das alte Dachgebälk erst wieder richtig zur Geltung. Ein volles Jahr bauten wir mit unseren Pfarrarbeitern an dieser Kirche, was aber nur deshalb möglich war, weil wir massive Unterstützung aus Deutschland erhielten. (...)

In der kleinen Gemeinde Iracema konnten wir ein Haus für die Kinder- und Jugendpastoral bauen, um auch dort Nähkurse für schwangere Frauen und allein stehende Mütter durchführen zu können, wie wir es in den größeren Gemeinden schon über Jahre hin tun. Es würde zu weit führen, alle Arbeiten im Einzelnen aufführen zu wollen, aber es sei doch dankend erwähnt, dass unsere Sozial- und Missionsarbeit im Inneren des Landes nicht durchführbar wäre ohne Hilfe aus Deutschland. Allen, die unsere Arbeit durch Gebet und finanzielle Hilfe unterstützen, sage ich ein herzliches Vergelt’s Gott im Namen unserer Pfarrgemeinde. (...)

(Aus dem Brief vom 3. Dez. 2007)

Post aus dem Vatikan

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Unser Weltladen in Dettingen ist der Beste

1. Preis für die Medienarbeit und das Engagement für Fairen Handel mit Bioprodukten

Angeführt vom Weltladen in Dettingen gehören die Weltläden Botnang, Degerloch, Herrenberg, Ludwigsburg, Maichingen und Pfullendorf zu den besten Medienwerkern im Fairen Handel der Weltläden in Baden-Württemberg.

Anlässlich der Fairen Woche 2008 hatte der Dachverband Entwicklungspolitik Baden Württemberg (DEAB) zum Wettbewerb der Weltläden in Baden-Württemberg um die beste Medienarbeit aufgerufen. Der beste Internetauftritt, die kreativste Schaufenstergestaltung und die strukturierteste Medienarbeit wurden von einer hochkarätigen Jury bewertet. Hans H. Greuter von der Stuttgarter Werbeagentur Greuterwerbung und Mitglied der Jury ist sich sicher: „Der Weltladen Dettingen lässt überzeugend erkennen, wie sich Engagement für den Fairen Handel mit der Klarheit professioneller Kommunikation in eine Gestaltungswelt bringen lassen.“ Die Preisverleihung für den ersten Preis fand zum Abschluss der Fairen Woche im Dettinger Weltladen statt.

Bei strahlendem Sonnenschein verlieh Markus Boese, Fair Handels Berater beim DEAB, dem Weltladenteam um seinen Initiator und Motor Tobias Döpfner die Urkunde und einen Geschenkgutschein, spendiert von den Fair Handelsorganisationen dwp und gepa. Die Dettinger bewiesen in ihrer Arbeit nicht nur in den Teilbereichen hohe Professionalität, sondern konnten auch durch Kontinuität und Kohärenz in der Verknüpfung der bewerteten Bereiche punkten. Darüber hinaus engagiert sich die Gruppe nicht erst seit der Fairen Woche 2008, die unter dem Motto „Doppelt Gut! Bio und fair“ beides verknüpfen will, für eine Verbindung des Fairen Handels mit Bioprodukten. Norbert Zeller, Landtagsabgeordneter und bildungs-politischer Sprecher der SPD-Fraktion lobte in seinem Grußwort die ansprechende Arbeit des Weltladens. Dettingen mit seinem Engagement bis in die Uni Konstanz hinein wirke damit auch erfolgreich in der Bildungsarbeit, so Zeller. Nebenbei berichtete er vom Landtagsrestaurant, in dem es im Rahmen der Fairen Woche ein biofaires Speisenangebot gebe.

Dettingens Ortsvorsteher Roger Tscheulin freute sich mit dem Weltladenteam und erinnerte daran, dass es im Ort noch einiges mit und für den Fairen Handel zu tun gebe. „Wir sind stolz auf Sie in Dettingen. Bleiben Sie dran.“
Der Wettbewerb zeigt erneut, dass die rund 200 Weltläden in Baden Württemberg auf dem Weg sind, sich als professionelle Fachgeschäfte für den Fairen Handel zu etablieren.

Tobias Döpfner vom Weltladen Dettingen mit Urkunde, Ortsvorsteher Tscheulin, MdL Norbert Zeller, Ortsvorsteher a.D. Griesmeier, Pfarrer Zimmermann und das Team vom Weltladen.