Rückblick 2007

Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus im Jahreskreis

Mit unserem Patrozinium zu Ehren des heiligen St. Nikolaus hatten wir traditionell eine schöne Gemeindefeier zum Jahresschluss. Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes durch den Litzelstetter Kirchenchor (mit Dingelsdorfer Beteiligung) hat dabei ebenso Tradition wie der Besuch des hl. St. Nikolaus am Festnachmittag, um sowohl den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Pfarrgemeinde zu danken, als auch den anwesenden Kindern mit einer kleinen Gabe eine Freude zu bereiten.

Das neue Jahr begann mit einem gemeinsamen Besinnungstag für die Pfarrgemeinderäte unserer Seelsorgeeinheit, für den in diesem Jahr wir Dingelsdorfer die Gastgeber waren. Das zentrale Thema dieses Treffens war die Erarbeitung neuer Pastoraler Leitlinien. Diese Thematik hat sowohl unseren Pfarrgemeinderat als auch den Gemeinsamen Ausschuss unserer Seelsorgeeinheit über das ganze Jahr hinweg beschäftigt. Hauptaufgabe war dabei die Erarbeitung einer "Gemeindeanalyse", die Aufschluss über die Strukturen unserer Pfarrgemeinde - auch im Vergleich zur Stadt Konstanz - gibt sowie eine Erfassung und Bewertung aller kirchlichen Angebote und Aktivitäten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen dabei als Grundlage für die Ausrichtung unserer zukünftigen Arbeits- und Angebotsschwerpunkte unter Berücksichtigung der vorhandenen Möglichkeiten in unserer Pfarrgemeinde.

Wechselhaft war in diesem Jahr zumindest das Wetter bei den gemeinsamen Festen unserer Seelsorgeeinheit. So war an Christi Himmelfahrt nur ein gemeinsamer Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kapelle in Oberdorf möglich; die Flurprozessionen sowie der anschließende Frühschoppen mussten des schlechten Wetters wegen abgesagt werden.
Am gemeinsamen Fronleichnamsfest in Dettingen dagegen herrschte optimales Wetter. Entsprechend gut besucht war deshalb sowohl der Gottesdienst als auch die Prozession zu den schön gestalteten Stationen im Ort.
"Unser Dingelsdorfer" Missionar Pater Wilhelm Stader hat sich in diesem Jahr wieder einen Heimaturlaub gegönnt. Im Kreis unserer Pfarrgemeinde konnte er sich in dieser Zeit von der anstrengenden Missionstätigkeit in Brasilien erholen und neue Kraft für die Zukunft schöpfen. Gut besucht war sein Vortrag im Dingelsdorfer Pfarrheim, wo er beeindruckend über seine Arbeit in der Fremde berichtete.

Die sehr aufwendigen Renovierungsarbeiten an unserer Pfarrkirche sind mittlerweile abgeschlossen, diese präsentiert sich nun wieder am schönsten Platz im Dorf als weithin sichtbares einladendes Gotteshaus. Am diesjährigen Patrozinium wird deshalb der Abschluss der Arbeiten an der Kirche und am Pfarrhaus mit einer feierlichen Segnung der Gebäude gefeiert.

Eine ganz besondere Berücksichtigung erhielt überraschenderweise unser Dingelsdorfer Kindergarten zusammen mit der hiesigen Grundschule. Vom Kultusministerium wurden in Baden-Württemberg nach vorangegangener Ausschreibung und Bewerbung zwanzig derartige Einrichtungen für ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt "Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige" ausgewählt. Dieses Projekt dauert sieben Jahre und sichert trotz rückläufiger Kinderzahlen zumindest für diese Zeit den derzeitigen Bestand sowohl des Kindergartens als auch der Grundschule.

Im Kindergarten gab es in diesem Jahr einige personelle Veränderungen. Zum Jahresbeginn hat Frau Laisa Riedlinger das Amt der Kindergartenbeauftragten für die Pfarrgemeinde von Frau Ulrike Längle, die wegen beruflicher Veränderungen das Amt nicht mehr ausführen konnte, übernommen.
Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres hat sich die bewährte Leiterin unserer Einrichtung, Frau Petra Bosch, für eine neue berufliche Aufgabe (die Übernahme der Leitung des erheblich größeren Kinderhauses in Allensbach) entschieden. Mit Frau Annette Müller haben wir eine engagierte und verantwortungsbewusste Nachfolgerin gewonnen. Herzlichen Dank an die "ehemaligen Mitarbeiterinnen", die durch ihre qualifizierte Arbeit zu einem wesentlichen Anteil am guten Ruf unseres Kindergartens beigetragen haben. Den "Neuen" danken wir für Ihre Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgaben und wünschen ihnen dabei viel Freude und Erfolg.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war die im Oktober in Dettingen erfolgte Firmung der Jugendlichen aus unserer Seelsorgeeinheit durch Domkapitular Stadel.

Das St. Martinsfest mit Umzug durch das Dorf und abschließendem Martinsspiel sowie Verteilung der Martinsbrezel in der Thingolthalle gehört mittlerweile zu den beliebtesten Veranstaltungen der Pfarrgemeinde und erfreut sich einer immer größer werdenden Teilnehmerschar.

Viele Mitglieder unserer Pfarrgemeinde haben auch in diesem Jahr durch ihr Mitwirken einen wichtigen Beitrag zu einer "lebendigen Gemeinde" geleistet. Zum Ende des Jahres sage ich dafür ein herzliches Dankeschön, wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr.

Für die Pfarrgemeinde St. Nikolaus / Dingelsdorf
Eugen Kaibach

Ein Bildungshaus

Kindergarten St. Nikolaus und Grundschule Dingelsdorf

Der katholische Kindergarten St. Nikolaus und die Grundschule Dingelsdorf haben die "Standortgarantie" zum Bildungshaus erhalten.

An insgesamt 20 Standorten in Baden-Württemberg sollen Bildungshäuser als Modellprojekte starten. Unter "Bildungshaus 3 - 10" ist ein Kooperationsverbund zwischen Schule und Kindergarten zu verstehen. Sie sollen so verzahnt werden, dass eine durchgängige Bildungseinrichtung für Drei- bis Zehnjährige entsteht. Dass Dingelsdorf ausgewählt wurde, bezeichnet Ortsvorsteher Heinrich Fuchs als "Glücksfall". Keiner habe beim Einreichen der Bewerbung ernsthaft damit gerechnet, sagt er im Rückblick. Der Ortsvorsteher sieht in dem Zuschlag eine "Standortgarantie", schließlich ist das Projekt auf sieben Jahre angelegt. "In dieser Zeit kann uns die Grundschule nicht genommen werden", freut er sich. Angesichts der sinkenden Zahl von Kindern haben die Dingelsdorfer um den Erhalt von Schule und Kindergarten, der in katholischer Trägerschaft ist, gebangt.

Trotzdem ist die Begeisterung noch nicht allumfassend, schließlich fällt der Start des Bildungshauses in Dingelsdorf in eine besondere Situation: Die bisherige Leiterin des Kindergartens, Petra Bosch, übergibt die Leitung am 29. August an ihre Nachfolgerin Annette Müller. Für die bisherige Rektorin der Grundschule, Waltraud Borowski, hat sich noch keine Nachfolge gefunden. Heidemarie Schaal wird die Schule im kommenden Jahr kommissarisch leiten. Angesichts dieser Umstände habe sich das Kollegium zunächst gegen eine Bewerbung entschieden, auf Drängen des Ortsvorstehers aber doch schnell die nötigen Unterlagen ausgearbeitet. Eine schnelle Reaktion war nötig, denn das Kultusministerium hatte das Projekt sehr kurzfristig ausgeschrieben. In der Folge musste Schul- und Jugendhilfeausschuss in einer eilig einberufenen Sitzung über die Teilnahme entscheiden.

Neben dem Duo aus Dingelsdorf hatten sich die Kinderhäuser Rappelkiste / am Rhein und die Grundschule Gebhard, das Kinderhaus Edith Stein, die Grundschule Sonnenhalde sowie der Kindergarten St. Verena und die Grundschule Dettingen (haben Bewerbung später zurück gezogen) beworben. Unter den Ausschussmitgliedern war die Teilnahme nicht unumstritten. Einige bezweifelten, ob ein Bildungshaus tatsächlich das ist, was die Konstanzer Schüler bräuchten. Bürgermeister Claus Boldt sprach sich für die Teilnahme aus. Er hatte vor allem die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund im Blick, weshalb die städtischen Kindergärten mit einem hohen Anteil von Besuchern mit Migrationshintergrund zur Bewerbung aufgefordert waren. Die städtischen Kindergärten hatten nun jedoch das Nachsehen. Warum gerade Dingelsdorf mit drei weiteren Duos im Regierungsbezirk Freiburg ausgewählt wurde, ist nicht klar. Landtagsabgeordneter Andreas Hoffmann (CDU) betonte, dass er sich für die Konstanzer Bewerbungen eingesetzt habe und sich für Dingelsdorf freue. Zu den Auswahlkriterien zählten laut Susanne Neib, Sprecherin des Kultusministeriums, regionale Gesichtspunkte, die Größe der Schule, der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund sowie besondere Profile von Kindergärten und Grundschulen. Derzeit arbeiten sechs Erzieherinnen und eine Auszubildende im Kindergarten St. Nikolaus in Dingelsdorf. Er kann 65 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren aufnehmen. Die Grundschule mit fünf Lehrerinnen wird im Jahr 2007/08 von 72 Schülern besucht. Ähnlich überstürzt wie die Aufforderung zur Bewerbung trifft nun auch die Zusage die Einrichtungen. Sie hängen derzeit in der Luft und warten auf weitere Unterlagen, denn in der Stundenplanplanung muss das Bildungshaus bereits berücksichtigt werden.

Bericht des Südkuriers am 31. Juli 2007

Feierlicher Rosenkranz

In der Pfarrgemeinde St. Nikolaus / Dingelsdorf wird der täglich gebetete Rosenkranz seit dem Jahre 2002 unter Leitung von Herrn Gemeindereferent Thomas Langkau jährlich zwei Mal als feierlicher Rosenkranz gestaltet.

Um Kinder besonders anzusprechen, wird der Rosenkranz in einer verkürzten Form gebetet, durch Bildmeditationen veranschaulicht und durch Lieder mit Orgelbegleitung von Frau Andrea Heizmann vertieft. Im Altarraum legt Frau Christine Kaschura mit den Kommunionkindern, bzw. Firmlingen einen Rosenkranz aus echten Rosen aus, die im Anschluss von den Kindern mitgenommen werden können.

Im Jahr 2007 wurde am 19. Januar der freudenreiche Rosenkranz und am 5. Oktober der lichtreiche Rosenkranz gefeiert.

Gisela Lorenz


Jeder Mensch ist eine Perle an dem Band, das im Glauben zusammenhält.

Filmstar Jesus Christus

ein Buch über Jesus-Filme von Thomas Langkau

Das Buch begann er eigentlich schon in der Kindheit. Er schreibt: "Als kleines Kind nahm mich meine Oma oft in die Kirche, und da mir beim Rosenkranzbeten doch etwas langweilig wurde, ging ich an den Seitengängen der Kirche entlang und betrachtete die Kreuzwegstationen an den Wänden", erinnert sich Thomas Langkau an den Kirchenbesuch damals in Pfullendorf. Aus der Neugier auf Bilder wuchs das Interesse an religiösen Filmen, besonders an den Arbeiten, die sich der zentralen Gestalt des Christentums widmeten: Jesus von Nazareth. So ist es nicht verwunderlich, dass Langkau dieses Thema mit einer Diplomarbeit krönt, mit der er das Studium der Religionspädagogik in Freiburg (FH) abgeschlossen hat.

Das Ergebnis ist respektabel. "Filmstar Jesus Christus" (LIT Verlag, Berlin) ist eine gründliche Arbeit über die Jesus-Filme ab 1990 geworden. Erst ab 1990? Diese Einschränkung musste der Autor vornehmen, weil der 36-Jährige sonst noch mehr Filmmaterial vor sich gehabt hätte, dessen Aufarbeitung schnell uferlos wird. Leider fällt der großartige Film von Piero Pasolini "Das Evangelium nach Matthäus" von 1964 aus dem Zeitrahmen. Dieses Meisterwerk wurde überwiegend mit Laiendarstellern gedreht (schwarz-weiß) und überzeugt durch seine bäuerlich einfachen Szenen und den Verzicht auf enorme technische Bauten.

Der Leser wird reich entschädigt. Ausführlich setzt sich Thomas Langkau mit der Regiearbeit von Mel Gibson auseinander. "Die Passion Christi" kam in der Fastenzeit 2004 in die deutschen Kinos, selten hat ein Jesus-Film die Kinogänger und die Kino-Meider derart provoziert, gespalten oder auch in ihrer Meinung bestätigt. Gibsons Film ist sicherlich der folgenreichste seiner Art. Nicht einmal "Das Leben des Brian", einer krassen Satire auf das Leben Jesu, war diese Resonanz beschieden, auch wenn die Schauspieler von Monthy Python nichts unversucht lassen, um zu provozieren.

Entsprechend viel Zeit und Raum gewährt der Autor diesem opulenten Werk. Er legt vor allem die Quellen für diese blutigste aller Passionsdarstellungen offen - im Vergleich dazu sind die Oberammergauer Festspiele kinderfreundlich. Ausführlich schreibt Langkau über die Visionen von Anna Katherina Emmerich sowie Maria von Agreda. Vor allem die mystischen Erlebnisse der ersten, einer Augustinernonne, wurden in das Drehbuch eingearbeitet. Die brutalen Details bei der Kreuzigung beispielsweise gehen auf diese deutsche Ordensfrau zurück. Gibson kennt deren Buch. Das heißt aber auch: Gibson setzte die schockierenden Details nicht eigenmächtig ein, sondern beruft sich ausdrücklich auf mystische Literatur des 18. Jahrhunderts. In dieser Perspektive gewinnt "Die Passion Christi" eine neue Deutung; dem Filmemacher geht es nicht (nur) um große Effekte und Hollywood, sondern um die radikale Darstellung eines radikalen Geschehens.

Offen lässt Langkau den Vorwurf des Antisemitismus im Film. Dafür kommen Verfechter dieses Vorwurfs zu Wort ebenso wie jene, die im Film keine judenfeindlichen Tendenzen finden. Deren Argument: Der gesamte Film ist mit Dramatik und krassen Figuren reich gesegnet, also dürfen auch die Juden in diese Szenen einer sich steigernden Wut einbezogen werden.

Thomas Langkau arbeitet als Gemeindereferent in der katholischen Seelsorgeeinheit Konstanzer Bodanrückgemeinden, Sitz in Dettingen. Deshalb macht er sich in seiner Arbeit auch Gedanken über die pädagogische Seite der Jesus-Filme. In seinem Fazit befürwortet er einen maßvollen Einsatz von Jesus-Filmen in der Katechese oder im Religionsunterricht. Auf unterhaltsame und oft eindrucksvolle Weise kann Kino auch Glaubensinhalte nahe bringen, ist Langkau überzeugt. Vor allem, wenn die Hauptdarsteller so stark und Jesus-ähnlich sind wie zum Beispiel Jim Caviezel in Mel Gibsons Werk.

(Bericht des Südkuriers am 18. Aug. 2007)