Roland Schönherr bleibt Organist

In der Klinikseelsorge wurde Pastoralreferent Roland Schönherr im Jahr 2007 nach fast 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Roland Schönherr mochte seine Arbeit, auch wenn sie ihn vor immer neue Herausforderungen stellte und manchmal an psychische sowie physische Grenzen brachte. Ein wenig habe er wohl auch zum Heilungsprozess bei einigen Patienten beitragen können, stellte Roland Schönherr fest. Denn oft erlebte er, wie hinter der Krankheit grundsätzliche Lebensprobleme aufschienen, die belastender waren als der Krankenhausaufenthalt. Roland Schönherr bot diesen Menschen die Möglichkeit, sich von der Seele zu reden, was sie bedrückte.

Manchmal war er der erste Mensch, dem sich Patienten anvertrauten. Er trug kein Gewand, das ihn als Mitarbeiter in der Klinikseelsorge auswies. Dennoch ahnten die meisten, noch bevor er sich vorstellte, in welcher Funktion er kam. "Sie haben es am Gesicht erkannt", vermutet der Mann mit dem grauen Bart und dem freundlichen Lachen. Nicht alle allerdings wünschten Besuch von einem Vertreter der Kirche: "Manchmal wurden wir auch rausgeschmissen", berichtet Roland Schönherr von den Erfahrungen der Seelsorger. Wenn ein Gespräch zustande kam, sei es wichtig gewesen, sich für den Patienten Zeit zu nehmen. Möglicherweise hat dies in manchen Fällen den Genesungsprozess voran gebracht. "Eine leichte Seele trägt zur Gesundung bei."

Roland Schönherr gestaltete im Klinikum und in seiner Freizeit in Verena auch die Gottesdienste mit seinem Orgelspiel. Er ist bereit, in der Pfarrkirche St. Verena weiterhin den Orgeldienst zu übernehmen, worüber wir glücklich und dankbar sind.

Bernd Zimmermann, Pfarrer