Rückblick 2004

Unser Weltladen in der Pfarrei St.Verena

Im Januar 2004 kam folgender Bericht über unseren Weltladen, als Frau Angelika Döpfner vom Weltladen der Käuferin des 10.000. Päckchens getrockneter Mangos ein Mangoset und eine Flasche Apfel-Mango-Birnen-Saft überreichen konnte. Er stand unter der Überschrift:

Tausendfacher Schutzengel
Mit fair gehandelten Mangos gegen Sextourismus und Kinderprostitution
Weltladen Dettingen verkauft 10.000 Päckchen

Jahr für Jahr fliegen 400 000 deutsche Männer in die weite Welt und wollen nur das eine. Manche von ihnen schrecken dabei nicht einmal vor Sex mit Kindern zurück. Seit 1999 verstärken das katholische Hilfswerk "missio" und die Fairhandelsorganisation dwp aus Ravensburg mit der breit angelegten "Aktion Schutzengel" ihren Kampf gegen Sextourismus und Kinderprostitution. Der Weltladen Dettingen beteiligt sich an der Aktion.
Über den Verkauf getrockneter "Schutzengelmangos" wird den Verbrauchern hierzulande eine einfache doch wirkungsvolle Möglichkeit angeboten, die bundesweite Aktion zu unterstützen. "Die Trockenfrüchte sichern die Existenz mehrerer tausend philippinischer Kleinbauernfamilien und verhindern, dass Mädchen und Jungen in der Prostitution ums Überleben kämpfen müssen", erklärt Angelika Döpfner vom ehrenamtlichen Weltladenteam. Die Fairhandelsorganisation garantiert den Familien höhere Erzeugerpreise und einen zuverlässigen Absatz ihrer Mangos. Die Mehrzahlungen im Fairen Handel sind lebenswichtig für die Kleinbauern.
Bereits seit 1994 werden die Vitamin C reichen Trockenfrüchte in Dettingen verkauft und erfreuen sich größter Beliebtheit. "Als wir damals die ersten Päckchen aus Ravensburg mitgebracht hatten, hatte wohl niemand aus unserem Team damit gerechnet, dass eine Tonne der exotischen Früchte über unsere Ladentheke wandern würde", so Angelika Döpfner weiter.
Überrascht wurde nun die Käuferin des 10 000. Päckchens mit einem Set weiterer Mangospezialitäten wie Fruchtaufstrich, Limes und Fruchtsirup sowie einer Flasche Apfel-Mango-Birnen-Saft. Siglinde Lütgehetmann aus Dettingen war die Glückliche, die sich neben den fruchtigen Leckereien auch über eine DVD mit einem Film zum Hintergrund des Mangoprojekts freuen konnte.
Missio ermöglicht Hilfsprojekte in zahlreichen Ländern, so auch das Kinderschutzzentrum der philippinischen Organisation Preda in Olongapo City. Dort erhalten Opfer sexueller Gewalt Hilfe und werden therapeutisch betreut. Der Leiter von Preda, der irische Missionar Shay Cullen, gilt als einer der bedeutendsten und unerschrockensten Kämpfer gegen Sextourismus und Missbrauch von Kindern in Asien.
Wie bei allen ihren Aktivitäten bekämpft Preda auch die Kinderprostitution an den Wurzeln. Eine wichtige Ursache für das boomende Sexgeschäft ist die extreme Armut der einheimischen Bevölkerung, die viele Menschen in die Verzweiflung treibt.
Neben öffentlichkeitswirksamen Kampagnen und internationaler Lobbyarbeit schafft Preda deshalb über den fairen Handel mit Mangos neue, wirtschaftliche (Überlebens-) Perspektiven für die betroffenen Menschen.

Der Weltladen in der Dingelsdorfer Straße ist montags bis freitags von 15.00 - 18.30 Uhr und samstags von 9.00 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Zehn Jahre Kindergarten St. Nikolaus

Der Südkurier berichtet über die Jubiläumsfeier, die am 9. Mai 2004 im Dingelsdorfer Kindergarten stattfand:

Der Kindergarten St. Nikolaus Dingelsdorf besteht seit zehn Jahren. Die Einrichtung präsentierte sich zum Jubiläum als "be-weg-ter Kindergarten", dem Anspruch folgend, sich mit den Kindern ein Stück weit mit auf den Weg zu begeben.
Mit einem Wortgottesdienst, den Pfarrer Bernd Zimmermann mit den Kindern zusammen abhielt, fing der Tag feierlich an. Kindergartenleiterin Petra Bosch unterstrich die Bedeutung des offenen Dingelsdorfer Konzepts, das 2003 von den Erzieherinnen erarbeitet worden ist und die Selbstständigkeit der Kinder in den Vordergrund rückt. Anlässlich des Muttertags wies sie auf eine Tradition hin, die im italienischen Reggio Calabria gepflegt wird. Dort erhalten nämlich auch die Mütter am Geburtstag ihrer Kinder ein Geschenk. Die Dingelsdorfer Mütter und Großmütter durften sich dann über ein liebevoll verpacktes Tütchen mit Sonnenblumenkernen freuen - als Symbol des Wachsens.
Ortsvorsteher Karl Brachat und Eugen Kaibach als Vorsitzender des Kirchengemeinderats gaben einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und Vorgeschichte des Kindergartens. "Es reicht nicht, auszurufen: Wir brauchen einen Kindergarten", sagte Karl Brachat. Er erinnerte daran, dass es vor gut zehn Jahren immer noch Stimmen im Ort gab, die meinten, eine Mutter solle ihre Kinder selber hüten.

 

Nachdem der Kindergarten in Wallhausen geschlossen werden musste, wurde das Problem akut. Einen Kindergarten im Pfarrgarten zu bauen, wie im Bebauungsplan ursprünglich vorgesehen, scheiterte an Widerständen aus der Nachbarschaft.
Erst als die Dingelsdorferin Rosa Huber das Grundstück am jetzigen Steinrennen der Stadt kostenlos überließ, war der Weg frei. Baubeginn war im Sommer 1992, im Februar 1994 konnte der Kindergarten St. Nikolaus eröffnet werden. 70 Prozent der Kosten trug die Stadt, den Rest die katholische Pfarrgemeinde. Die provisorische Lösung in der Thingolthalle wurde mit der Schließung des Städtischen Kindergartens 2002 hinfällig. Durch den Ausbau eines dritten Gruppenraums konnten alle Dingelsdorfer Kinder im Kindergarten St. Nikolaus aufgenommen werden. Seitdem besuchen durchschnittlich 65 Kinder das "Haus mit, für und von Kinder(n)", wie es im Logo heißt.
Eugen Kaibach dankte den Erzieherinnen, der Leiterin Petra Bosch sowie Peter Münz als Kindergartenbeauftragten der Pfarrgemeinde und betonte, dass das Dingelsdorfer Konzept über die Grenzen Dingelsdorfs hinaus Beachtung gefunden habe.
Blumen und kleine Präsente unterstrichen die Anerkennung, der sich auch Gabriela Rist als Elternbeiratsvorsitzende anschloss.
Als Abschluss des offiziellen Teils übergaben zwei Betriebe einen Scheck in Höhe von 300 Euro.
Danach gehörte der Kindergarten wieder den Jüngsten, die sich schminken, fotografieren oder massieren lassen konnten. Die Bewirtung war draußen im Festzelt - leider bei Regen.