Zehn Jahre Kindergarten St. Nikolaus

Der Südkurier berichtet über die Jubiläumsfeier, die am 9. Mai 2004 im Dingelsdorfer Kindergarten stattfand:

Der Kindergarten St. Nikolaus Dingelsdorf besteht seit zehn Jahren. Die Einrichtung präsentierte sich zum Jubiläum als "be-weg-ter Kindergarten", dem Anspruch folgend, sich mit den Kindern ein Stück weit mit auf den Weg zu begeben.
Mit einem Wortgottesdienst, den Pfarrer Bernd Zimmermann mit den Kindern zusammen abhielt, fing der Tag feierlich an. Kindergartenleiterin Petra Bosch unterstrich die Bedeutung des offenen Dingelsdorfer Konzepts, das 2003 von den Erzieherinnen erarbeitet worden ist und die Selbstständigkeit der Kinder in den Vordergrund rückt. Anlässlich des Muttertags wies sie auf eine Tradition hin, die im italienischen Reggio Calabria gepflegt wird. Dort erhalten nämlich auch die Mütter am Geburtstag ihrer Kinder ein Geschenk. Die Dingelsdorfer Mütter und Großmütter durften sich dann über ein liebevoll verpacktes Tütchen mit Sonnenblumenkernen freuen - als Symbol des Wachsens.
Ortsvorsteher Karl Brachat und Eugen Kaibach als Vorsitzender des Kirchengemeinderats gaben einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und Vorgeschichte des Kindergartens. "Es reicht nicht, auszurufen: Wir brauchen einen Kindergarten", sagte Karl Brachat. Er erinnerte daran, dass es vor gut zehn Jahren immer noch Stimmen im Ort gab, die meinten, eine Mutter solle ihre Kinder selber hüten.

 

Nachdem der Kindergarten in Wallhausen geschlossen werden musste, wurde das Problem akut. Einen Kindergarten im Pfarrgarten zu bauen, wie im Bebauungsplan ursprünglich vorgesehen, scheiterte an Widerständen aus der Nachbarschaft.
Erst als die Dingelsdorferin Rosa Huber das Grundstück am jetzigen Steinrennen der Stadt kostenlos überließ, war der Weg frei. Baubeginn war im Sommer 1992, im Februar 1994 konnte der Kindergarten St. Nikolaus eröffnet werden. 70 Prozent der Kosten trug die Stadt, den Rest die katholische Pfarrgemeinde. Die provisorische Lösung in der Thingolthalle wurde mit der Schließung des Städtischen Kindergartens 2002 hinfällig. Durch den Ausbau eines dritten Gruppenraums konnten alle Dingelsdorfer Kinder im Kindergarten St. Nikolaus aufgenommen werden. Seitdem besuchen durchschnittlich 65 Kinder das "Haus mit, für und von Kinder(n)", wie es im Logo heißt.
Eugen Kaibach dankte den Erzieherinnen, der Leiterin Petra Bosch sowie Peter Münz als Kindergartenbeauftragten der Pfarrgemeinde und betonte, dass das Dingelsdorfer Konzept über die Grenzen Dingelsdorfs hinaus Beachtung gefunden habe.
Blumen und kleine Präsente unterstrichen die Anerkennung, der sich auch Gabriela Rist als Elternbeiratsvorsitzende anschloss.
Als Abschluss des offiziellen Teils übergaben zwei Betriebe einen Scheck in Höhe von 300 Euro.
Danach gehörte der Kindergarten wieder den Jüngsten, die sich schminken, fotografieren oder massieren lassen konnten. Die Bewirtung war draußen im Festzelt - leider bei Regen.