30 Jahre Frauengemeinschaft St. Peter und Paul

Mit dreiß’g, do ist me voller Kraft,
mit dreiß’g, do stoht me no im Saft,
mit dreiß’g, war me jung und nett,
die erste Kinder ware aus ’m Dreck,
d’ Wiegen bliebed langsam leer
.... und noch kam ER!

ER, des war ’n neue Pfarr’,
er war sogar no Fasnetnarr.
ER hot einst das Werk vollbracht
gründet unsre "Frauegmeinschaft".

Mir hond’s zwar selber it kapiert,
doch d’ Gmeinschaft hot emanzipiert,
sie hot Energie in uns gweckt,
mir hond Talent in uns entdeckt,
die stillste Frau dehom am Herd
merkt, sie isch im Dorf ebbes wert!

Denn jede vu de Fraueschar
bringt sich ein beim Herbstbasar.
S’ Marktreibe war dem Orient gleich,
große Summe hond mir erreicht.
S’ Kinderfescht, do ware mir Pionier,
wie lang das her isch, wissed ihr.
D’ Stadt prahlt gradmol ebbe jetzt
mit ihrem zweite Kinderfescht.
Für uns ist des en alte Huet,
Buhl und Wenzel hatted’s guet:
Sie brauchted blos uns Fraue bueche,
no war gsorgt für Hilf’, Herdöpffelsalot und Kueche!

Fürs Zeltlager in Flur und Feld,
hot d’ Gmeinschaft Köchinne gstellt,
und manche aus de Fraueschar
mausert sich zum Bühnenstar.
S’ Dorf hot dodruf könne schwöre,
a de Fasnet wared mir Fraue zu höre!

De Organist und Dirigent,
alles hond mir Fraue gstellt.
Trotz Zitterstimm und rote Ohre,
stond Fraue am Ambo als Lektore.
Kommunionhelferin war de schwerste Schritt ...
seit Anfang macht unsere Frau no mit.

Allmählich wurde die Fraue kesser:
Eine macht Johrzente de Messmer
und no wagt sich eine sowieso
ins Machtzentrum im Pfarrbüro!

Wer tuet Kontakt zum Köhler pflege?
Wem ist Pfarrnochwuchs am Herze glege?
Ohne unser Gebät hätt’s nie im Läbe
im Notker sei Primiz hier gäbe!
Vielleicht ist’s manche sogar neu:
D’ Elfhundertjohrausstellung war für d’ Pfarrei.

Und die drei Könige in ihrer Pracht,
wer hot für die die Gwänder gmacht?
Und uf’s Pfarrers inständiges Bitte
formt eine unsere Weihnachtskrippe.

Die ganze Gmeind soll’s grad wisse,
hocked seit Johre uf unsere Kisse!
Wenn mir en Streik hätted abgesproche,
wär i de Kirch gar nix me gloffe!

’S Traurige ist halt aber dabei,
30 Johr sind it Mir, bloß de Verei,
und i stell fest ganz unverfrore:
Alle sind dreiß’g Johr älter wore,
mit einem Blick zeigt des de Kreis,
die Locke sind fast alle weiß.
Manche vu de Gmeinschaft Litzelstette
greifed heimlich scho zum Stecke,
und au die Haut, sie bildet Falte,
wir sind no do ...ghöred aber zu de Alte!

Sofie Christmann