Rückblick 2002

Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus

Die Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus Dingelsdorf wurde am 7.Juli 2002 mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

"Optimale Lösung für Kinder" Südkurier 10.07.2002

Geistliche Vorbereitung auf die Priesterweihe eines Gemeindemitglieds

Pilgerfahrt zur Priesterweihe
Pilgerfahrt zur Priesterweihe

Im Hinblick auf die Priesterweihe von Notker Baumann, die am 10. Oktober in Rom stattfand und bei der aus der Heimatpfarrei mit dem Ortspfarrer auch viele Gemeindemitglieder anwesend waren, gab es zur Vorbereitung der Primiz in der Heimat 7 Abende mit dem Thema: "Die sieben Sakramente der Kirche - ein Lebens- und Glaubensweg". So fand - jeweils am Herz-Jesu-Freitag - ein nächtliches Stundengebet sowie eine Einführung zum jeweiligen Sakrament und eine 10-minütige stille Anbetung statt.

Msgre. Frey führte in das Sakrament der Taufe ein. Das Sakrament der Buße wurde von Pfarrer Speicher dargestellt, die Eucharistie von Frau Dieterich, über die Firmung sprachen Gemeindereferent Langkau und Heiko Riekenberg, die Krankensalbung erläuterte Krankenhauspfarrer Hilberer, das Sakrament der Ehe das Ehepaar Brunner und am letzten Abend kam in der Vorbereitung das Sakrament der Priesterweihe zur Sprache, das der Heimatpfarrer Bernd Zimmermann mit persönlichen Erfahrungselementen verband.

Auf dem Hintergrund der Primiz soll nun auch diese Information des Ortspfarrers über den Priesterberuf, die zunächst an den Gebetskreis gerichtet war, dem größeren Leserkreis des Pfarrbriefes mitgeteilt werden:

Als Priester und Pfarrer in der Gemeinde und heute auch in dem noch größeren Gebiet einer Seelsorgeeinheit finde ich mich täglich in unterschiedlichsten Begegnungen mit Menschen wieder.

Da sind die Mitfeiernden in den Gottesdiensten, die Kinder und Jugendlichen, die jungen Erwachsenen, die ich mit auf ihren endgültig gemeinsamen Lebensweg als Brautpaare vorbereite, da sind die Besucher im Pfarrhaus und in den Sprechzeiten Menschen mit ihren unterschiedlichen Anliegen, die Eltern der Kindergartenkinder, da sind die Erzieherinnen des Kindergartens, die Pfarrgemeinderäte und Mitarbeiter in der Seelsorge, da sind die Sterbenden und deren Angehörige, da ist der lächelnde oder schreiende Täufling, da ist die trauernde hinterbliebene Frau nach dem schnellen Tod des Ehemannes und und und.....: man könnte ganze Seiten von solchen und ähnlichen Begegnungen noch füllen: Leben und Tod, Freude und Trauer, Angst und Hoffnung; alles kann auf den Priester in ein und derselben Stunde hereinstürzen. Die ganzen Spannungen im Leben treffe ich bei mir im Leben als Priester wieder. Diese Begegnungen fordern mich heraus, manchmal bis zum äußersten, sie beschenken mich aber auch.

So erfahre ich als Priester die Buntheit und Schönheit, aber auch die ganzen Bedrängnisse im Leben der Menschen. Und ich entdecke dabei immer wieder neu, auf welchen Wegen oder auch Umwegen Gott zu den Menschen kommen kann. Ich stelle sogar fest:

Selbst da kann Gott ankommen, so man ihn am wenigsten vermutet, z.B. in der Verwaltung, wo Menschen bei einem Gespräch über eine Frage des auszufüllenden Formulars plötzlich Einblick in ihr Leben geben oder während einer Betätigung in meinem kleinen Garten neben dem Pfarrhaus bei einem zufälligen kleinen Gespräch mit einem Besucher, der gerade vorbeikommt und gerade so wieder zur Gemeinschaft der Kirche zurückfinden kann.

Bei allen vielfältigen Spannungen erlebe ich, dass ich als Priester nicht allein bin: Gott lässt mich nicht los. Und ich bin mit vielen Menschen unterwegs. Dabei spüre ich immer wieder: wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.

So nehme ich zunächst einmal als Priester durch die Taufe und Firmung teil am gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen. Auf dieser Grundlage besteht aber durch die Weihe zum Priester eine weitere Teilhabe an der Sendung Jesu Christi: nämlich die des besonderen Dienstes an den Gläubigen in der Kirche. Der Priester hat zur Aufgabe, im Namen und in der Person Jesu Christi, der das Haupt der Kirche ist, den Gliedern der Kirche inmitten der Gemeinde zu dienen. Dieses Amtspriestertum ist nach der Lehre der Kirche dem Wesen nach vom gemeinsamen Priestertum verschieden (Röm. Katechismus, S. 429), denn es verleiht eine Vollmacht zum besonderen Dienst an den Gläubigen. Der Auftrag des Priesters für das Volk Gottes besteht in der Lehrtätigkeit sowie in der gottesdienstlichen und pastoralen Leitung. So hat im sakramentalen Handeln der Kirche nur ein Priester die Eucharistie zu leiten sowie im Bußsakrament und in der Krankensalbung im Namen der Kirche das Wort der Vergebung zu sprechen. Das geweihte Amt hat seit der frühen Kirche drei Stufen: Bischöfe, Priester und Diakone. Der Bischof als sichtbares Haupt einer Teilkirche hat als Nachfolger der Apostel und Mitglied des Bischofskollegiums teil an der apostolischen Verantwortung und Sendung der ganzen Kirche mit und unter dem Papst als dem Nachfolger des hl. Petrus. Der Priester ist mit dem Bischof verbunden und zugleich von ihm abhängig in der Ausübung der seelsorglichen Aufgaben. Er gehört zum "Presbyterium" zu den verantwortlichen Mitarbeitern des Bischofs, von ihm mit der Betreuung einer Pfarrgemeinde oder mit einer besonderen kirchlichen Aufgabe betraut. Das Weihesakrament wird von den Bischöfen gespendet. Die Kirche gibt das Sakrament der Weihe nur getauften Männern, die nach einer Zeit sorgfältiger Prüfung zum Empfang von der Kirche selbst zugelassen werden. In der lateinischen Kirche wird zudem bis heute noch die Weihe nur solchen Kandidaten gespendet, die bereit sind, freiwillig den Zölibat auf Lebenszeit auf sich zu nehmen und aus Liebe zu Gott und den ihnen anvertrauten Gläubigen daran auch festzuhalten.

Meine Ausführungen darf ich zusammenfassen mit dem Wort des hl. Bernhard - was auch das Thema der Primizpredigt meines Priesteronkels, eines Bruders meines Vaters, im Oktober des Jahres 1970 war. Da rief er mir in seiner Ansprache zu: "Was bist Du Priester? ----- Ein Nichts, aber Alles in Jesus Christus".

Bernd Zimmermann, Pfarrer

Glockenweihe und Gedenken an den 90. Todestag von Johann M. Schleyer

Ansprache am 30. Juni 2002 beim Patrozinium St. Peter und Paul von Ortspfarrer Bernd Zimmermann

Indem wir uns jedes Jahr am Patrozinium unserer Gemeinde an die zwei bedeutenden Apostel Petrus und Paulus erinnern, deren Namen unsere Pfarrkirche trägt, ist dies in diesem Jahr ein besonders festlicher Anlass; wenn ein Nachfolger der Apostel, Erzbischof Raphael Cheenat von Orissa/Indien mit besonderem Auftrag und Gruß unseres Ortsbischofs Erzbischof Oskar Saier ein Pontifikalamt bei uns zelebriert, der heute im Münster von Freiburg nach 30 Jahren Dienst als Bischof verabschiedet wird.

Außerdem sind an diesem Festtag im Jahr 2002 noch zwei außerordentliche Anlässe, die dieses unser Patrozinium besonders herausragen lassen aus unseren Gemeindefesten. Es ist der 90. Todestag eines meiner großen Vorgänger als Pfarrer von Litzelstetten: Johann Martin Schleyer. Und im Rahmen dieses Festgottesdienstes hat unser zuständiger Erzbischof mich delegiert, die e`-Glocke, die von nun an als 5. und tiefste Glocke nach der Jahrtausendwende uns zu festlichen Gottesdiensten einlädt, nach vorgeschriebenem Ritus zu weihen.

Diese von nun an größte Glocke der Pfarrei trägt den Namen des dreieinigen Gottes und ist somit in großer Dankbarkeit und Anbetung Gott dem Vater, Sohn und hl. Geist gewidmet, also dem ewigen, lebendigen Gott selbst, der in inniger Beziehung eine Austausch- und Liebesgemeinschaft bildet als unser Abba Vater, wie wir ihn nennen dürfen, und dem Sohn Jesus Christus im hl. Geist, der letztlich die Liebe Gottes selber ist. Dieses innergöttliche Leben sagt zugleich etwas für unser Menschliches Miteinander aus. Es ist Modell und Vorbild für unsere menschlich-kirchliche Gemeinschaft im Miteinander glauben, hoffen und lieben, wie dies der Künstler Wachter in der Glockenprägung zum Ausdruck gebracht hat. 

Schon im frühen Christentum, seit dem 2. Jahrhundert nach Christus wurde die Glocke von Kirchenschriftstellern als Symbol der Verkündigung der christlichen Botschaft verstanden.

Ausgehend von den 12 Glöckchen am Rocksaum des alttestamentlichen Hohenpriesters hat man Bezüge zu den 12 Stämmen Israels hergestellt. So wurde der Hohepriester Repräsentant für ganz Israel. In der Folge wurde dies im Neuen Testament auf die 12 Apostel übertragen, die von nun als Repräsentanten für das gesamte neue Gottesvolk gelten.

So wurde nach und nach der Glocke für die Kirche eine wichtige Aufgabe zugewiesen, sie wurde das akustische Zeichen des Christentums und neues Rufinstrument für Gebet und Gottesdienst.

Der Kirchenvater Gregor von Nyssa nennt Glocken schon im 4. Jahrhundert Verkünder des dreifaltigen Gottes. Seit Ausgang des 8. und beginnenden 9. Jahrhunderts ist das Abendland ohne Glockengeläute nicht mehr zu denken. So gehört zum Werden Europas der Glockenschlag und das Läuten der Glocken. Mit Hilfe der Glocke wird der Lebensrhythmus in den Klöstern, Städten und Dörfern geprägt. Das Läuten der Glocken ordnet die Zeit des Gebets, der Arbeit und der Freizeit.

Der Glockenschlag mahnt zugleich die Lebenden, ihre Gedanken nicht nur auf das Irdische, sondern auch auf Ewiges zu richten, für Augenblicke inne zu halten und über Sinn und Grundfragen des Lebens nachzudenken. So lädt das Läuten der Glocken ein zum Nachdenken über das uns in der Taufe geschenkte ewige Leben, die Glocken beklagen die Toten und begleiten sie auf ihrem letzten Weg.

Glocken werden immer für den Frieden geweiht. Aber wie oft mussten sie das unschuldige Leiden, ja sogar den Tod der Menschen teilen und wurden zu Kanonen für Kriegszwecke umgegossen. Kaum ein Schriftsteller hat dies treffender gesagt als Reinhold Schneider, der unzähligen Soldaten mit seinen Sonetten Trost in die Schützengräben brachte und in seinem Buch "Das Inselreich" sich darüber äußerte. Es sind Worte, die wir auch für unser Dorf und unsere Stadt bedenken sollten. Da heißt es: "Verlieren die Glocken ihre Gewalt über den Lärm, die Türme die Herrschaft über die Dächer, so ist keine Hoffnung und kein Leben mehr". Wie wahr diese Worte doch sind, haben im letzten Jahrhundert Diktatoren und gottlose Systeme in den Kriegen uns dramatisch vor Augen geführt.

Auch von diesem Kirchturm St. Peter und Paul wurden für den 1. Weltkrieg und im 3. Reich für den 2. Weltkrieg Glocken eingeschmolzen. Wie glücklich und stolz war danach die kleine Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die damals noch eine Einheit mit der Ortsgemeinde bildete, als sie durch große Eigenspenden und persönliche Opfer im Jahr 1953 die neuen 4 Glocken unter Pfarrer Hepp anschaffen konnten: Die große Christusglocke und die Glocke zu Ehren unserer Pfarrpatrone Petrus und Paulus. Diese beiden großen Glocken sollten alle in der Gemeinde an den Auftrag unseres Herrn Jesus Christus erinnern, insbesondere an den Sonn- und Feiertagen hier in dieser Kirche des Amtsträgers Petrus und des großen Missionars Paulus immer wieder Christi Tod am Kreuz zu gedenken und seine Auferstehung zu feiern bis er wiederkommt. Und dazu die Marienglocke, die uns beim Angelus-Läuten am Morgen, Mittag und Abend verkündet, dass Gott in Maria Mensch geworden ist, damit auch wir Ortsbewohner trotz Hitze und Gefecht im Alltag - so wie Gott einer von uns wurde - immer menschlich miteinander umgehen.

Und schließlich die kleinste Glocke, dem Schutzengel geweiht, dass Gott uns behüte auf all unseren Wegen. Wenn wir diese kleinste Glocke dreimal hören wissen wir: Jetzt ist bei einem von uns aus der Pfarrgemeinde die irdische Zeit abgelaufen und wir sollten innehalten und für ihn beten, dass der Engel Gottes ihn geleiten möge in die ewige Wohnung, die uns im Himmel bereitet ist.

Fragen wir uns nur auch heute einmal: Was ist, wenn Glocken verstummen? Wir kommen zur Erkenntnis: Ja, dann war immer eine schlimme Zeit. Es waren immer Anzeichen kirchlichen, politischen, gesellschaftlichen und moralischen Niedergangs, oft Kriegszeiten und Zeiten der Unfreiheit.

So soll die Weihe der von nun an größten Glocke dieser Kirche mit dem für den gesamten Klang grundlegenden e’Ton zur Ehren unseres christlichen, drei-einigen Gottes ein besonderer Dank sein für eine im Verhältnis für uns lange zurückliegende Zeit des Friedens, des Aufbauens und der Freiheit, aber zugleich mit ihrem Ton auch Mahnung werden, bei all unserem Wohlstand und Glück, Gott nicht zu vergessen, damit nicht wieder Zeiten des Unglücks, der Gottesferne und des Bösen über uns hereinbrechen.

Seinem Roman "Wem die Stunde schlägt" stellt Ernest Hemingway ein beachtenswertes Leitwort eines Lyrikers aus dem 17. Jahrhundert zum Glockengeläute voran. Da heißt es: "Kein Mensch ist eine Insel im Innern seines Ichs, jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Ganzen; wenn ein Brocken Erde von der See weggeschwemmt wird, wird Europa umso kleiner ..., jedes Menschen Tod vermindert mich, weil ich zur Menschheit gehöre". Darum frage nie, wenn es läutet, wem die Stunde schlägt. Sie schlägt immer für dich!

Vielleicht stört es deshalb Einige, wenn die Glocke immer wieder schlägt. Sie sollten sich fragen: Verstehen wir uns noch eingebunden in das Ganze? Oder haben wir uns davon getrennt, Teil des Ganzen sein zu wollen und kennen nur noch uns und unsere eigenen Belange? Damit schließen sie sich in ihre eigenen Mauern ein und wollen sich nicht mehr als einen Teil des Ganzen in die Gemeinschaft einbringen. Aber Glocken erinnern eben unüberhörbar jeden Einzelnen davon, sich selbst einzubringen in das Ganze, in die Gemeinschaft, in die Gemeinde, in die Kirche. Und Kirche ist nicht irgendwer; Kirche sind wir, jeder Einzelne, zusammen mit den Aposteln Petrus und Paulus und deren Nachfolgern und der ganzen Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben.

Davon war auch Pfarrer Johann Martin Schleyer tief überzeugt.

Wenn wir seine Genialität für Sprachen, religiöse Dichtung, für Kunst und Musik bewundern - auch hatte er für zwei Pfarreien Glocken angeschafft, besser gesagt erbettelt, wie berichtet wird, auch für seine Pfarrkirche in Litzelstetten. Leider wurden diese Glocken für St. Peter und Paul schon beim 1. Weltkrieg eingeschmolzen. Aber das ist bei ihm nicht alles. Er sah sein unermüdliches Wirken und Arbeiten als Beitrag zur Verständigung der Völker aller Hautfarben und Rassen der einen immer mehr zusammenrückenden Welt, indem er mit seiner Erfindung der Weltsprache Volapük "Menade bal - püki, bal" einer Menschheit eine Sprache geben wollte. Von seinem christlichen Glauben her sah er darin seinen Beitrag für eine in ihrer Sprachen- und Mentalitätsvielfalt sich immer mehr aufeinander näher rückenden Welt.

Und dabei kannte er keine Scheu, seinen christlichen Standpunkt und Standort in der in Einheit mit Rom verbundenen katholischen und apostolischen Kirche zu bekennen, was ihm eine Kerkerhaft während des Kulturkampfes in Raststatt einbrachte, wo er an Typhus erkrankte, bis er in das damalige kleine und arme Litzelstetten als Pfarrer eingesetzt wurde. Hier hat er dann auch seine Weltsprache Volapük im Eckzimmer des oberen Stockwerkes des Pfarrhauses erfunden.

Letztlich verstehen wir seine wissenschaftliche, literarische und seelsorgerliche Tätigkeit nur, wenn wir sein tief mit Gott verbundenes Leben nicht übersehen, das unter anderem auch aus einem von ihm verfassten Gebet der vollkommenen Liebe zu Gott im Jahr 1876 hervorgeht, als er hier Pfarrer von Litzelstetten war. Darin kommt seine ganze Sehnsucht zum Ausdruck, Gott mit ganzem Herzen und allen Kräften zu lieben und anbetend und tief verehrend innerhalb der Gemeinschaft der Kirche in die Liebesgemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes eingebunden zu werden.

So soll auch mit dieser Glocke zu Ehren des dreieinigen Gottes die Liebe Gottes in uns zum Klingen kommen: Gott selbst soll in uns sprechen, dem wir uns als dem guten Vater unsere Hände ausstreckend glaubend anvertrauen. In Gemeinschaft mit den Aposteln Petrus und Paulus und deren Nachfolgern werden wir hoffend auf Christus bauen, der als Weinstock uns Kraft und Halt gibt, weil er seinen Jüngern versprochen hat, bei Ihnen zu bleiben bis zum Ende der Welt. Und in der Liebe seines Geistes - die Rose deutet dies an der Glocke an - versuchen wir, die Verständigungsschwierigkeiten und Spannungen in unserem menschlichen Miteinander auszugleichen und zu überwinden.

Wenn dann so diese Glocke zu Ehren und zum Lobpreis des dreieinigen Gottes in uns selbst zum Klingen kommen kann, ist auch im neuen Jahrtausend die Frohbotschaft Jesu Christus für die Menschen erreichbar. Amen.


Südkurier 01.07.2002

Rück- und Ausblick der PGR-Arbeit 2002 St. Peter und Paul

Drei Höhepunkte im Gemeindeleben 2002 sind hervorzuheben:

  1. Das Fronleichnamsfest der drei Bodanrückgemeinden in Dingelsdorf (30. Mai 2002)
  2. Das Patrozinium St. Peter und Paul am 30. Juni mit Weihe einer neuen e’Glocke zu Ehren der Heiligen Dreieinigkeit
  3. Die Priesterweihe von Notker Baumann am 10. Oktober durch Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, in der Chiesa del Gesù in Rom, die Primiz in San Saba (Rom) und die Heimatprimiz in St. Peter und Paul am 20. Oktober.

    Notker Baumanns Primizspruch lautet:
    "Es ist der Herr!" (Joh. 21, 7)
    Mit dieser entschlossenen und freudigen Lebensausrichtung hast Du, lieber Notker, eine neue Lebendigkeit und auch Glaubensfreude in unsere Pfarrgemeinde gebracht. Erfahrungen von Gottes Gnade und dem Wirken seines Geistes, der Mut macht, Begeisterung, Neuaufbrüche und liebevolles Miteinander schafft, wurden spürbar.
    Dafür danken wir Dir.
    Wir wünschen Dir für Deinen Dienst als Priester reiche Ernte und bleiben Dir als Heimatgemeinde in Treue verbunden.

Im Hinblick auf die Priesterweihe fand - von Notker angeregt - in unserer Pfarrgemeinde eine geistliche Vorbereitung, ein Lebens und Glaubensweg anhand der sieben Sakramente, statt. Sieben Mal wurde jeweils am Herz-Jesu-Freitag eine Komplet mit stiller Anbetung abgehalten, wobei Priester und engagierte Laien eines der Sakramente in seiner Bedeutung erklärten und Zeugnis ablegten.

Weitere spirituelle Impulse brachten gleich zu Beginn des Jahres die ökumenischen Bibeltage, die diesmal im Katholischen Gemeindehaus stattfanden. Das Thema der vier Abende, die gut besucht waren, lautete: Jeremia - "Jahwe richtet auf aus Elend und Not". Die Reihe der ökumenischen Bibeltage wird auch im Januar 2003 fortgesetzt zum Thema "Römerbrief".

Ganz im Zeichen der Ökumene standen auch die 10. (und vorläufig letzten) Allmannsdorfer Gespräche (15.3.2002) mit Kardinal Lehmann und Prof. Konrad Raiser, ein Medienerfolg und hochgelobt "von Politik und Kirche" (vgl. Schlagzeile im "Südkurier").

Leider musste unser lokales ökumenisches Projekt, im neuen sozialen und kulturellen Zentrum einen Treffpunkt für die Litzelstetter Jugend einzurichten, nach einem vielversprechenden Auftakt mangels jugendlichem Interesse vorerst auf Eis gelegt werden.

Renoviert wurde auch im Jahr 2002 - gründlich und umfassend:
Neben Innenrenovation im Kindergarten St. Peter und Paul waren umfangreiche Arbeiten im Außenbereich nötig, um den erforderlichen Sicherheitsstandards gerecht zu werden.
Eine grundlegende Sanierung mit Einbau einer 5. Glocke erfuhr unser Kirchturm, der damit zum strahlenden Wahrzeichen von Litzelstetten avancierte. Auch eine Elektrifizierung der Kirchturmuhr kann nach einigen Verhandlungen vorgenommen werden.

Folgende PGR-Schwerpunkte sind für das kommende Jahr vorgesehen:

  • Das Jahr der Bibel 2003 in unserer Pfarrgemeinde
  • Familienkatechese
  • Wege der Glaubensvertiefung und -erneuerung in unserer Pfarrgemeinde

Auf dieses Ziel hin haben sich aus unserer Seelsorgeeinheit Pfarrgemeinderäte, Gemeindereferent und einige Interessierte auf ein Wochenende über "Geistliche Gemeindeerneuerung" (22./23. Nov.) auf der Insel Reichenau angemeldet.

Ganz herzlicher Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die - oft im Hintergrund - unser Gemeindeleben tragen und prägen. Besonders zu erwähnen sind jene drei guten Geister, die nach langjährigem Engagement in diesem Jahr von ihren Ämtern zurücktraten: Frau Irmgard Trummer als Mesnerin, Frau Rita Martin als Leiterin des Besuchsdienstes und Claudia Neumann als Oberministrantin und KJG-Jugendleiterin.

Uns allen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes gutes Geleit im Jahr 2003.

Angelika Brunner