Samariakreis St. Peter und Paul

Angestoßen durch die Enzyklika von Papst Benedikt XVI „Deus caritas est“ und die Ermahnungen unseres Erzbischofs Robert Zollitsch, dass zu einer lebendigen Pfarrgemeinde die Feier der Eucharistie und die praktizierte Caritas gehören, hat der Pfarrgemeinderat sich der Frage gestellt, ob wir in unserer Pfarrgemeinde ausreichend diesem doppelten Auftrag gerecht werden.

Wie jeder Einzelne sein Christsein nicht nur durch Gottesdienstbesuche und Teilnahme an religiösen Festen, sondern gleichermaßen durch ein Dasein für Andere unter Beweis stellen muss, so gilt das auch für die Gemeinschaft der Glaubenden, für unsere Pfarrgemeinde. Wir sind nur dann als Kirche vor Ort glaubwürdig, wenn wir Eucharistie und Diakonie, wenn wir Gottesdienst und Caritas gleichermaßen ernst nehmen und leben. Das, so haben wir uns gesagt, tun wir nicht, wenn wir den karitativen Auftrag ausschließlich an den Caritasverband delegieren; denn das achtsame Wahrnehmen, das einfühlsame Hinhören auf Sorgen, Nöte, Ängste unserer Mitmenschen sind bleibender Auftrag und Sendung für die Pfarrgemeinde vor Ort, die sich nicht delegieren lassen.

Und so haben wir einzelne Frauen angesprochen und gefragt, ob sie bereit sind, im Auftrag der Pfarrgemeinde auf Sorgen, Nöte, Leid, Ausgrenzung von Menschen hier vor Ort in besonderer Weise zu achten, Anlaufstelle zu sein, zuzuhören, Nähe zu schenken, zu trösten oder einfach im Leid da zu sein und so im Namen und Auftrag unserer Pfarrgemeinde die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes erfahrbar zu machen. Pfarrgemeinde ist nicht nur eine Binnengemeinschaft, sondern sie soll Zeichen sein in ihrem Umfeld für die in Christus Mensch gewordene Liebe Gottes, die allen Menschen gilt. So soll also auch der karitative Dienst einer Pfarrgemeinde sich nicht nur um Mitglieder der Pfarrgemeinde kümmern; denn zum missionarisch Kirche sein gehört eben auch der diakonische Dienst in der „Welt“.

Fünf Frauen haben sich an mehreren Abenden zur Vorbereitung auf diese Aufgabe unter Anleitung einer Fachfrau getroffen. Bei der Suche nach einem passenden Namen für diese Gruppe waren auch weitere Pfarreiangehörige beteiligt. Frau Christmann schlug schließlich den Namen Samariakreis vor, in Erinnerung an den Ort, aus dem der barmherzige Samariter und die sensibel fragende Frau am Jakobsbrunnen kamen.

Am Patrozinium St. Peter und Paul 2008 wurde der Samariakreis im feierlichen Gottesdienst der Pfarrgemeinde vorgestellt und die fünf Frauen wurden von Pfarrer Zimmermann mit diesem Dienst beauftragt und dafür gesegnet.

Der Samariakreis bietet:

  • die Bereitschaft andere kennen zu lernen
  • Aufmerksamkeit
  • Beständigkeit
  • Verschwiegenheit
  • Zeit
  • Toleranz
  • Aufmerksamkeit bei Bewertungen von Menschen und Situationen
  • einen offenen Umgang mit dem Glauben
  • Offenheit für Neuanfänge
  • Begegnung / Kontaktaufnahme
  • Zuhören
  • Miteinander reden
  • Trost
  • Vermittlung verschiedener anderer Hilfen

Der Samariakreis spricht Menschen an,

  • die traurig sind
  • die krank sind
  • die älter sind
  • die allein sind
  • die depressiv sind
  • die Verluste erleben
  • die sich sehr verändern.