40 Jahre Frauengemeinschaft

Die Frauengemeinschaft St. Peter und Paul wird 40 Jahre alt. Das ist ein Grund zur Freude und Dankbarkeit für die Mitglieder und für alle, die die Frauengemeinschaft begleitet haben. In den 40 Jahren waren Frauen gemeinsam unterwegs, haben Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und Vertrauen erfahren, haben gemeinsam Aufgaben und Ziele wahrgenommen und sich gegenseitig im Glauben gestärkt. Auch das Leben der Pfarrgemeinde haben sie in dieser Zeit auf vielfältige Weise mitgeprägt. Mit Stolz können sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken.

Begonnen hat alles am 24. Oktober 1973 im Nebenzimmer des Gasthauses Krone. Mit Pfarrer Buhl und der damaligen Dekanatsvorsitzenden Frau Deufel versammelten sich 18 Litzelstetter Frauen. Keine hatte eine klare Vorstellung über Aufgaben und Ziele einer Frauengemeinschaft. Alle aber standen diesem Vorhaben positiv gegenüber und brachten Idealismus und Mut mit, unbekannte Wege zu gehen. Ein Vorstand wurde gewählt. Pfarrer Buhl unterstützte die Frauen wo er konnte und Frau Deufel gab Ratschläge für die Programmgestaltung. Aus diesen Anfängen hat sich sehr schnell eine lebendige Gemeinschaft entwickelt, die Mitglied im Diözesanverband Freiburg und im Zentralverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands in Düsseldorf wurde.

Aus der Pfarrgemeinde war die Frauengemeinschaft bald nicht mehr wegzudenken. Sie engagierte sich beim Kirchenputz, bei der Bewirtung an Gemeindefesten, Dorffesten und an Kinderspieltagen (150 Pfd. Kartoffelsalat, 45 Kuchen), und legte über Jahrzehnte die Fronleichnamsteppiche. Sie veranstaltete zahlreiche Basare, die insgesamt 75.000,-- DM zur Reduzierung der Schuldenlast der Pfarrei, entstanden durch den Kirchenumbau, eingebracht haben. Die Basare sind vor allem mit dem Namen Else Trummer verbunden.

In besonderer Weise hat es die Frauengemeinschaft verstanden Fasnacht zu feiern. Aus ihren närrischen Aktivitäten sind die späteren Fasnachtsabende der Pfarrgemeinde hervorgegangen. Zu diesem Erfolg trug vor allem Frau Christmann bei, die mit ihrem herausragenden Talent immer wieder für Höhepunkte sorgte.

Frauengemeinschaft Fasnachr 1980
Fasnacht 1980 im evangelischen Gemeindesaal: “
Jockele gang Du vora“

Seit 1984 bietet die Frauengemeinschaft bis heute am Misereorsonntag das Eintopfessen an.
Bis zum Jahr 2011 kam der Erlös und auch die Kollekte der monatlichen Gottesdienste Pater Köhler in Brasilien zugute. In seinen Briefen drückte der Litzelstetter Missionar immer wieder seine Dankbarkeit und die Freude über die Verbundenheit mit der Heimatgemeinde aus, die ihm viel bedeutete. Nach dessen Tod fließen die Spendengelder zu Pater Michael Heinz in Bolivien und Pater Ivica in Ruanda.

In den 80er Jahren beteiligte sich die Frauengemeinschaft an größeren Hilfsaktionen. Sie schickte 30 Lebensmittel-und Textilienpakete nach Polen. Nach den Fernsehgottesdiensten 1988 kam es zu 94 Paketsendungen in die DDR. 1992 startete die „Kriegswinterhilfe Jugoslawien“ mit 31 Paketen. Hinzu kamen die Unterstützung der Rumänienhilfe des „Freundeskreises Oradea, sowie die Aktionen des Diözesanverbandes „Mütter in Not“ und „Kinderhilfe Bethlehem“, die auch heute noch weitergeführt werden.

Geselligkeit kam und kommt in der Frauengemeinschaft nie zu kurz. Wir Frauen unternahmen Ausflüge, Wanderungen, Radtouren, machten Besichtigungen, hörten Vorträge oder feierten bei Spiel und Gesang, Feuer und Würstchenbraten, Suser und Zwiebelkuchen. Ganz besonders gern nehmen wir „Runde Geburtstage“ wahr. Auch heute noch tragen diese Aktivitäten dazu bei, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.

 40 Jahre Frauengemeinschaft
Pfarrer Zimmermann überreicht zum Jubiläum Rosen
(Bild Südkurier)

Die Ökumene darf nicht unerwähnt bleiben. Mit den evangelischen Frauen gestalten wir seit 1996 in Litzelstetten den „Weltgebetstag der Frauen“ und seit dem Jahr 2003 zwei Mal jährlich das „Ökumenische Bibelfrühstück“.

Auch zu den Frauengemeinschaften in Dingelsdorf und Dettingen besteht enger Kontakt.

Schon vom Ursprung her sind katholische Verbände und Gemeinschaften auch Glaubensgemeinschaft. Bei Einkehrtagen, im gemeinsamen Gottesdienst, im Austausch von Glaubenserfahrung wird der Einzelne in seinem Glauben gefestigt und gestärkt. In den monatlichen von Frauen selbst gestalteten Gottesdiensten wird immer wieder Christus als die Mitte erfahren, aus der die Einzelne Kraft, Mut und Freude für ihr Leben schöpft. An der Frauengemeinschaft St. Peter und Paul ist die Zeit nicht spurlos vorübergegangen.

Sie ist in die Jahre gekommen, hat aber immer noch an die 50 Mitglieder. Es gibt keine Vorsitzende mehr. Stattdessen setzt sich ein Team von 10 Frauen mit viel Engagement dafür ein, dass das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Programm stattfindet. Leider fehlen die jüngeren Frauen, die heutzutage für eine Frauengemeinschaft nur schwer zu gewinnen sind.

Die Frauengemeinschaft hat einen starken Verband im Rücken: die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kurz kfd genannt. Mit rund 600.000 Mitgliedern ist sie der größte Frauenverband und der größte katholische Verband Deutschlands. Die kfd ist eine starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft und setzt sich auf allen Ebenen für die Anliegen der Frauen ein. Es ist eine schöne und befriedigende Aufgabe, sich für die Ziele dieses Verbandes einzusetzen.

In den 40 Jahren hatte die Frauengemeinschaft folgende Vorsitzende:
1973-1982 Rosel Kunkel
1982-1986 Karin Hoehl (außerdem 16 Jahre im Dekanatsteam)
1986-1990 Barbara Lüßling
1990-1992 Erika Eble
1992-1996 Lydia Kling
1996-2008 Magda Weiβ

Karin Hoehl