Kindergarten St. Peter und Paul - Ein Provisorium geht zu Ende

Am 15. Dezember 2013, am 3. Advent, wollen wir die Einweihung des zum Teil umgebauten und erweiterten Kindergartens St. Peter und Paul feiern. Zwar wird die Außenhaut des Gebäudes vermutlich noch nicht ganz fertig sein, und die Gestaltung der Außenanlagen wird witterungsbedingt erst im Frühjahr des nächsten Jahres abgeschlossen werden können. Und dies obwohl bereits zwei Monate nach Erhalt der Baugenehmigung im November 2012 mit der Baumaßnahme begonnen wurde: Aber leider kam es schon bei den Rohbauarbeiten zu Verzögerungen durch den extrem kalten Winter, und auch die sehr gute Auftragslage der beteiligten Firmen tut das ihre und erleichtert nicht gerade die Arbeit der Bauleitung. Aber die lange Zeit des Provisoriums, die Zeit der Unterbringung der Kinder unter 3 Jahren im Gemeindehaus und der 2 Gruppen im räumlich eingeschränkten alten Teil des Kindergartens wird dann beendet sein. Im Anbau des Kindergartens werden nicht nur Räume für eine neue Krippengruppe und die beiden bestehenden Spielgruppen geschaffen, auch für die 3-6-Jährigen konnten die für den Ganztages-Betrieb notwendigen Räume wie Speiseraum und Küche sowie ein Werk- und ein Sprachförderungsraum eingerichtet werden.

Umbau Kindergarten St. Peter und Paul

Die schon lange fehlenden Personalräume und der Raum für Elterngespräche finden ihren Platz im Obergeschoss des Anbaues. Bedingt durch den notwendigen Abbruch eines kleinen Teiles des bestehenden Kindergartens (rd. 20 m²) und die neue räumliche Einteilung hatte auch die Kindergartenleitung ihr Büro verloren – dieses wird in zentraler Lage am Eingang, sozusagen zwischen den U3- und den Ü3- Kindern, neu entstehen.

Für die Platzierung des Anbaues im Nordwesten des Grundstückes sprachen mehrere Gründe : die zentrale Erschließung an der Stelle des alten Eingangs führt dazu, dass die Kinder- und Elternströme gleich in ihre jeweiligen Bereiche gelenkt werden; außerdem konnte der Altbau weitestgehend erhalten und während der Bauzeit natürlich mit Einschränkungen, aber dennoch „fast wie gewohnt“ genutzt werden. Der verbleibende Außenspielbereich wird nicht zergliedert, der parkartige Charakter bleibt erhalten - und er konnte größtenteils weiter genutzt werden. Auch die separaten Erschließungen und Nutzungen der Räume im Untergeschoss konnten so erhalten bleiben.

Die Form des Gebäudes – insbesondere auch die Dachform, übersetzt die Flügel-Anlage und Walmdach- Architektur des Bestandes in eine zeitgemäße neue Sprache, die sich im Grundriss wiederfindet. Diesem wiederum gelingt es, die schwierige Anbausituation und die zur Verfügung stehende, unregelmäßige und beengte Grundstücksfläche an dem gewählten Platz zu einem einprägsamen Ort zu machen, ohne dass der Neubau den Altbau dominiert.

Denn es darf nicht vergessen werden, dass dem Altbau mit rd. 250 m² im Erdgeschoss rd. 360 m², und im Dachgeschoss nochmals rd. 100 m² Nutzfläche hinzugefügt werden. Nichts desto trotz bleibt es aus unserer Sicht wünschenswert, im Zuge einer energetischen Sanierung des Altbaus die beiden Baukörper noch mehr miteinander verschmelzen zu lassen. Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme einschließlich Baunebenkosten und Mehrwertsteuer belaufen sich auf rd. 1.600.000,- €. Nach Abzug des Bundeszuschusses von 120.000,- € tragen die Stadt Konstanz 80 % und der kirchliche Träger 20% der Investitionskosten.

Viele Menschen sind am Zustandekommen eines solchen Projektes beteiligt: Da ist als erstes die Pfarrgemeinde, die den Wunsch hat, neuen Raum für Kinder zu schaffen, und dann auch bereit ist, ihren Anteil an der Finanzierung zu übernehmen. Und dann natürlich der Pfarrgemeinderat und der Stiftungsrat, deren Mitglieder ihren persönlichen Einsatz bringen, um gemeinsam mit den Fachleuten diesen Wunsch umzusetzen. Besonders hervorzuheben ist hier der Einsatz von Frau Ute Heinz, der Bezugsperson zum Kindergarten im Stiftungsrat. Unterstützt wird die Kirchengemeinde von Herrn Dieter Gräble und Frau Isabel Schlögl von der Kath. Gesamtkirchengemeinde Konstanz bei den Gesprächen mit Bürgermeister und den Ausschüssen des Gemeinderats, den VertreterInnen der Stadt im Jugend- und Sozialamt, in der Kämmerei und im Hochbau- und Liegenschaftsamt, aber auch in fachlicher Hinsicht und in Fragen zur Finanzierung und zur Genehmigung durch das Erzb. Ordinariat Freiburg stehen sie beratend zur Seite.

Und dann ist da noch die lange Liste der am Bau Beteiligten: der Tragwerksplaner, Fachplaner für Elektrotechnik, Heizung, Lüftung und Sanitär, Geotechnik und Vermessung, und der über 20 Roh- und Ausbaufirmen, die mit ihren Mitarbeitern zum Gelingen des Bauwerks beitragen.

Als Architekten dürfen wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken bei Herrn Pfarrer Bernd Zimmermann und den Pfarrgemeinderäten, dass wir unseren Teil dazu beitragen dürfen, für die Kinder ein schönes neues als Ergänzung zum bestehenden Haus zu bauen. Und wir hoffen, dass dieses Haus mit seiner Umgebung die Kindergartenleitung und alle Erzieherinnen und Erzieher dabei unterstützt, den Kindern ihre ersten Schritte in eine fremde Welt – außerhalb der häuslichen Familie – zu erleichtern und ihnen spielerisch Erfahrungen und Erkenntnisse mitzugeben für ihren weiteren Weg.

Christine Schmidt-Günther und Michael Günther,
Architektur Studio 2