Die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul im Jahr 2013

Auch das zurückliegende Jahr war geprägt von großen Bautätigkeiten. Anfang des Jahres begannen die Umbauarbeiten in der Unterkirche, für die nach dem Auszug der Bücherei neue Nutzungsmöglichkeiten entstanden waren. Ein Team aus dem Pfarrgemeinderat stellte seit geraumer Zeit zusammen mit dem Architekten, Herrn Mitteis, Überlegungen für eine Neugestaltung an. Es sollte ein Raum werden für Frühschichten und Meditationen, für Gottesdienste im kleinen Rahmen und für die Jugend genauso wie für die kleine Gemeinde, in dem Kinder während des Sonntagsgottesdienstes kindgerecht die entsprechenden Bibeltexte vermittelt bekommen, singen, beten und basteln, bis sie wieder zur Mitfeier bei den „Großen“ geholt werden. Aber auch ein Ort, an dem man sich beispielsweise nach dem Gottesdienst auf eine Tasse Kaffee treffen kann, um noch mal über die Predigt oder das Evangelium zu sprechen, um einen Sektempfang nach einem Festtagsgottesdienst zu bereiten oder, wie in diesem Jahr zur Einweihung beim Patrozinium geschehen, in dem Pater Heinz aus Bolivien seine Arbeit in einem Entwicklungsland vorstellte. An diesem Tag konnte sich dann auch die Gemeinde von der gelungenen Umsetzung überzeugen. Jetzt liegt es an uns, der Gemeinde, den Raum dergestalt anzunehmen und zu nutzen. Wir freuen uns auf die Anfrage zur Gestaltung des ersten Kirchenkaffees am Sonntag!

Die Bauarbeiten am Kindergarten während des ganzen Jahres zeigen deutlich die Veränderung des „Betriebes Kindergarten“, der baulich fast auf die doppelte Größe anwächst. Dies drückt auch die wachsende Verantwortung aus, die der Kindertagesstätte künftig zukommt. Das Personal wird deutlich aufgestockt, die ganztägigen Öffnungszeiten entsprechen den neuen gesellschaftlichen 37 Anforderungen, so dass Eltern ihre berufliche Tätigkeit wahrnehmen können und gleichzeitig ihre Kinder „gut aufgehoben“ wissen. Großeltern wohnen oft nicht am selben Ort, räumliche Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsplatz müssen überbrückt werden. Die Arbeitswelt fordert Flexibilität, Kinder brauchen Stabilität. Diese Phase des Umbaus hat das Team unserer Erzieherinnen mit großem persönlichem Einsatz begleitet, dafür sei ihnen herzlich gedankt! Mit der Kinderkrippe, die ihren Betrieb zum 1. September aufgenommen hat (übergangsweise im Gemeindehaus), können wir Familien die gewünschte Betreuung für ihre Kinder bieten. Ein Haus, in dem sich Kinder wohl fühlen, in dem sie gefördert und gefordert werden. Auch die Partizipation der Eltern ist Teil des Konzepts von Erziehung, Bildung und Betreuung, mit dem wir als Kirchengemeinde unseren Teil beitragen zum Wohl der nächsten Generation.

Als Ergebnis aus den Wünschen des Dialogprozesses zur „Lebendigen Kirche heute“ gab es im März das Angebot zu einer Einführung in die Wortgottesdienstgestaltung mit Herrn Seiler von der Regionalstelle in Singen. Dieser Abend richtete sich an alle Mitglieder der Bodanrückgemeinden mit dem Interesse, für eine bestimmte Gruppe oder an einem bestimmten Ort einen Wortgottesdienst in Absprache mit dem Pfarrer zu gestalten, um mit bestimmten Themen verschiedene Zielgruppen zu erreichen. Das können Kinder- oder Jugendgottesdienste sein oder ein Ausflug von Gemeindemitgliedern mit einem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Purren oder am See. Herr Seiler ermunterte uns, von den vielfältigen liturgischen Möglichkeiten Gebrauch zu machen.

Zur Feier des Patroziniums Ende Juni hielt Pfarrer Notker Baumann, auf Besuch in seiner Heimatgemeinde, die Festpredigt. Im Anschluss an diesen schönen 38 Festgottesdienst, den unser Kirchenchor musikalisch umrahmte, segnete Pfarrer Zimmermann die neu gestaltete Unterkirche und Pater Heinz stellte uns sein Projekt in Bolivien vor, für das sich Jugendliche aus unserer Gemeinde dann auch gleich für ein Freiwilligenjahr interessierten.

Ganz herzlichen Dank aussprechen möchte ich allen, die sich mit viel Engagement in verschiedenen Gruppierungen oder ganz im Stillen für unsere Pfarrgemeinde einbringen. Allein beim Durchblättern dieses Pfarrbriefes wird deutlich, wie viele Menschen dazu beitragen, Kirche vor Ort lebendig sichtbar zu machen.

Das große Thema, das uns im kommenden Jahr beschäftigen wird, ist die Zusammenlegung der drei Bodanrückgemeinden zu einer Rechtsperson ab dem Jahr 2015, was sich in der nächsten Pfarrgemeinderatswahl im März 2015 auch in der Bildung eines gemeinsamen Pfarrgemeinderats niederschlagen wird. Ein schwerer Schlag ist für uns alle der völlig überraschende Tod von Dominik Ball, der als Leiter des „Gemeinsamen Ausschusses“ die drei Pfarrgemeinden auf diesem Weg der Fusion führen sollte und in den wir großes Vertrauen für die anstehenden Gespräche und Entscheidungen gesetzt hatten. Ich möchte hier seiner Frau Claudia und ihren drei Kindern unser herzliches Mitgefühl ausdrücken, wir werden ihn und seine Familie in unser Gebet einschließen.

Im Pfarrgemeinderat haben wir Überlegungen zur Gestaltung der neuen großen Pfarrgemeinde angestoßen. Die Vorgaben aus Freiburg lassen viel Spielraum, die neuen Gremien der konkreten Arbeit und den Bedürfnissen vor Ort anzupassen. Wir möchten alle Gemeindemitglieder einladen, sich an diesem Gestaltungsprozess zu beteiligen und sich mit ihren Ideen einzubringen. Es geht darum, in der Einheit der Bodanrückgemeinden große Entscheidungen gemeinsam zu treffen, viele Arbeitsbereiche gemeinsam zu gestalten – wie das bereits seit langem geschieht beispielsweise in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung – und das kirchliche Leben vor Ort in unseren Gemeinden zu erhalten. Dazu brauchen wir engagierte Christinnen und Christen, die mit Offenheit und Weitsicht bereit sind, an einer lebendigen Kirche für die Zukunft mitzubauen!

Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache: Ich werde zum Ende des Kirchenjahres den Vorsitz in der Pfarrgemeinde abgeben und aus dem Pfarrgemeinderat ausscheiden, um mich in den folgenden zwei Jahren auf meine berufliche Ausbildung zu konzentrieren. Die Arbeit im Vorstand der Kirchengemeinde während der letzten dreieinhalb Jahre, im Team mit dem gesamten Pfarrgemeinderat, habe ich sehr gerne gemacht. Ich wünsche meiner Nachfolgerin, Frau Maria Regele, alles Gute für die anstehenden Aufgaben und bedanke mich bei Stiftungs- und Pfarrgemeinderat für die intensive und gute Zusammenarbeit.

Im Vertrauen auf göttliche Führung in den anstehenden Entscheidungen wünsche ich Ihnen allen gesegnete Weihnachten und gute Wege im kommenden Jahr.


Judith Hirt
Vorsitzende des Pfarrgemeinderates bis November 2013